Wer die leisen und sich langsam entwickelnden Geschichten mag, ist bei diesem Film richtig. Der deutsche Titel 'Ein Sommer in New York' stellt nicht wirklich einen Bezug zum Inhalt her.
Hauptperson des Films ist der verwitwete Universitätsdozent Walter Vale, der sich in seinem langweiligen Leben eingerichtet hat, entsprechend steif und lustlos ist und seinen Studenten gegenüber mürrisch und abweisend ist. Sein Leben kommt langsam in Bewegung, als er überraschend in seiner New Yorker Zweitwohnung den Syrer Tarek und dessen afrikanische Freundin antrifft. Er lässt sie bei sich wohnen, lernt von Tarek das Trommeln und nimmt zunehmend an deren Leben Anteil. Die Handlung spitzt sich zu, als Tarek ohne offensichtlichen Grund in der U-Bahn verhaftet wird und in einer Art Abschiebehaft landet. Er besucht ihn dort und besorgt ihm einen Anwalt, kann jedoch die Entwicklung nicht wirklich aufhalten. Er lernt Tareks Mutter kennen, die nach New York gekommen ist, um in dessen Nähe zu sein, und freundet sich mit ihr an.
Der Film bewegt sich im Spannungsfeld zwischen persönlicher Entwicklung - Vale findet zu seiner Lebensfreude zurück - und politischer Willkür und Ohnmacht am Beispiel der US-Asylpolitik. Der Film verhilft auch zu einem besseren Verständnis der Situtation von Migranten.
Im US-Kino sieht man selten solche subtil erzählten Filme, die einfach von der Geschichte leben und ohne grosse Effekte auskommen. Der Hauptdarsteller Richard Jenkins spielt die Rolle sehr überzeugend, die anderen Schauspieler sind ebenfalls sehr gut besetzt. Für mich dehalb insgesamt ein runder Film, deshalb die Höchstbewertung.