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Zunächst ist es die Geschichte einer Kindheit in der Welt des Reetlandes, irgendwo in Holland.
In sehr beeindruckenden Bildern schildert Maarten 't Hart die Einsamkeit des kleinen Martin, der weitab vom Dorf und von Nachbarskindern mit seinen Eltern in einer Welt lebt, deren einzige Konstanten die Beziehung zur Mutter und die Naturschönheiten des Wassers und der Vogelarten zu sein scheinen. Der Vater bleibt eine fremde, skurrile Gärtnerfigur.
Das Buch beeindruckt mit einzelnen, ungemein dichten Passagen. Der erste Aufenthalt des Kindes in der Stadt- und sozusagen unter den Menschen- beginnt mit den hoffnungsvollsten Freudentränen des Kindes im Boot der Eltern und endet mit den qualvollsten Schmerzen einer Mandeloperation.
Dies steht, so scheint es, symbolisch für alle späteren Begegnungen in Martins Leben, vor allem für die unerfüllte Liebe zu Martha. Martin ist hochsensibel für äußere Eindrücke, für Licht und Schatten eines Tages, hat aber zeitgleich eine enorme analytische Beobachtungs- und Forschungsgabe entwickelt, die ihn später zum renommierten Wissenschaftler machen wird.
Mit all seinen Eindrücken bleibt Martin so allein, daß es für den Leser fast unerträglich wird. Einzig der Freund Jakob entlarvt an kaum sichtbaren Textstellen die "weichen" Züge in Martins Charakter und zwingt Martin förmlich, sich selbst etwas leichter zu nehmen.
Der Roman kulminiert im Tod der Mutter, der gleichzeitig einen Wendepunkt in Martins Leben und die Abkehr von einer heuchlerischen und nicht trostbringenden religiösen Tradition darstellt. Ein kalt-betrachtendes, zugleich ein äußerst leidenschaftliches und gewagtes Buch!