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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Autobiografische Jugenderinnerungen,
Rezension bezieht sich auf: Ein Schwarm Regenbrachvögel. (Taschenbuch)
Interessant ist die Schilderung der Umgebung und Lebensumstände, die für den äußerst sensiblen autobiografischen Erzähler zu dauerhaften Problemen führen: Isolation und Einsamkeit, unerfüllte Liebe und Unfähigkeit zur Liebe, der ständige Konflikt zwischen Rationalität und Emotionen. Dennoch ist mir beim Lesen positiv aufgefallen, dass der Autor sich, angesichts seiner nicht gerade einfachen Lebensgeschichte, darüber aber nicht in Selbstmitleid ergießt. Er weiß um seine Schwächen und Probleme, und versucht einfach das Beste daraus zu machen, oder manchmal auch nur einfach selbst damit klar zu kommen.Er schafft es äußerst eindrucksvoll, seine Geschichte auch für Außenstehende verständlich zu erzählen. Fazit: sehr lesenswert, aber nicht unbedingt für depressive Menschen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einsamkeit und Leidenschaft-Eine Jugend im Reetland,
Von Thomas Wolf (thomasxwolf@surfeu.de) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ein Schwarm Regenbrachvögel. (Taschenbuch)
-Zunächst ist es die Geschichte einer Kindheit in der Welt des Reetlandes, irgendwo in Holland. In sehr beeindruckenden Bildern schildert Maarten 't Hart die Einsamkeit des kleinen Martin, der weitab vom Dorf und von Nachbarskindern mit seinen Eltern in einer Welt lebt, deren einzige Konstanten die Beziehung zur Mutter und die Naturschönheiten des Wassers und der Vogelarten zu sein scheinen. Der Vater bleibt eine fremde, skurrile Gärtnerfigur. Das Buch beeindruckt mit einzelnen, ungemein dichten Passagen. Der erste Aufenthalt des Kindes in der Stadt- und sozusagen unter den Menschen- beginnt mit den hoffnungsvollsten Freudentränen des Kindes im Boot der Eltern und endet mit den qualvollsten Schmerzen einer Mandeloperation. Dies steht, so scheint es, symbolisch für alle späteren Begegnungen in Martins Leben, vor allem für die unerfüllte Liebe zu Martha. Martin ist hochsensibel für äußere Eindrücke, für Licht und Schatten eines Tages, hat aber zeitgleich eine enorme analytische Beobachtungs- und Forschungsgabe entwickelt, die ihn später zum renommierten Wissenschaftler machen wird. Mit all seinen Eindrücken bleibt Martin so allein, daß es für den Leser fast unerträglich wird. Einzig der Freund Jakob entlarvt an kaum sichtbaren Textstellen die "weichen" Züge in Martins Charakter und zwingt Martin förmlich, sich selbst etwas leichter zu nehmen. Der Roman kulminiert im Tod der Mutter, der gleichzeitig einen Wendepunkt in Martins Leben und die Abkehr von einer heuchlerischen und nicht trostbringenden religiösen Tradition darstellt. Ein kalt-betrachtendes, zugleich ein äußerst leidenschaftliches und gewagtes Buch! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Rezension,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein Schwarm Regenbrachvögel. (Taschenbuch)
Der Roman "Ein Schwarm Regenbrachvögel" von Maarten't Hart erzählt das Leben eines Außenseiters. Gegenwart und Vergangenheit werden miteinander verwoben, so daß der Leser rückblickend die Geschichte der Kindheit des dreißigjährigen anerkannten Wissenschaftlers erfährt. Die Eltern, geprägt vom Calvinismus, erziehen ihn in Einsamkeit und die Mutter wird für den Jungen zu der einzigen Bezugsperson in seinem Leben. Nach ihrem Tod, bei dem er auch seinen Glauben verliert, hält ihn nur die Möglichkeit des Selbstmordes am Leben. Seine zahlreichen Zwangsvorstellungen schützen ihn von der Wirklichkeit des Lebens, da sie eine Einbindung in die Gesellschaft verhindern. Der Roman hat mich stark beeindruckt. Die immer neu auftretenden Erinnerungsbilder klären nach und nach auf, warum Maarten ein Leben in Einsamkeit und Unfähigkeit zur Liebe lebt. Es ist spannend und ergreifend zu sehen, wie bestimmte Kindheitserfahrungen für den Rest eines Lebens prägend sein können. Gerade durch diese langsame "Aufklärung" und seine stark biographischen Motive wie Isolation, calvinistische Erziehung und Todesfurcht, die sich durch den ganzen Roman ziehen, wird man dazu aufgefordert, so schnell wie möglich zum Schluss zu kommen, um herauszufinden, ob der Protagonist einen Ausweg aus seiner Misere findet.
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