Eigentlich wollte Bobby Jones nur seine Golfpartie genießen. Doch dann schießt er einen Ball über die Klippen hinaus - und stößt bei der Bergung auf einen schwer verletzten jungen Mann. Ehe dieser stirbt, haucht er noch die Worte: "Warum haben sie Evans nicht geholt?" Bald ist klar, dass, was wie ein Unfall schien, in Wahrheit kaltblütiger Mord war. Und so machen sich Bobby Jones und seine gewitzte Freundin Lady Frances "Frankie" Derwent auf, undercover den Schuldigen zu finden...
Was nun folgt, ist ein aberwitziges Abenteuer, das scheinbar glasklar beginnt und schließlich immer verwickelter wird bis sich am Ende die Ereignisse förmlich überschlagen. Der ganz besondere Reiz von "Ein Schritt ins Leere" liegt eindeutig in dem eher ungewöhnlichen Ermittlergespann aus dem Pfarrerssohn und Exmarineoffizier Bobby Jones und seiner langjährigen Bekannten Lady Frances "Frankie" Derwent, einer abenteuerlustigen und gewitzten Aristokratin. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach und die beiden harmonieren so perfekt, dass sich das auch auf den Leser überträgt und es durchweg Spaß macht, an den Ermittlungen der beiden teilnehmen zu dürfen. Auch wenn es zuletzt fast eine Spur zu verwickelt wird, so überzeugt "Ein Schritt ins Leere" dennoch vollauf und es bleiben eigentlich nur zwei Fragen offen, nämlich wieso es nicht viel mehr Romane mit den beiden Protagonisten gab (find sie nämlich viel spannender und interessanter als das leicht ähnlich anmutende Christie-Ermittlergespann Tommy und Twopence Beresford) und weshalb man wieder mal einen deutschen Titel wählte, der kilometerweit vom Original entfernt ist ("Ein Schritt ins Leere" ist zwar schön blumig und melodramatisch, aber der Originaltitel "Why didn't they ask Evans?" war doch um einiges passender und auch vielversprechender).
Zum Schluß bleibt nur noch zu sagen, dass, wer auch mal einen Christie-Krimi ohne die legendären Spürnasen Hercule Poirot oder Miss Marple entdecken möchte oder einfach nur Lust auf einen spannenden, typisch britischen Krimi voller Wendungen und feinem Humor hat, bei "Ein Schritt ins Leere" sicher kein Risiko auf einen Reinfall eingeht, denn das Ganze ist nur zu empfehlen.