Dillon hat einen miesen Job: Täglich muß er sich von Haustür zu Haustür klingeln, um irgend welche Waren zu verkaufen. Und wenn er abends nach Hause kommt, sieht er sich durch seine Ehefrau Joyce, die ihm zu schlampig ist, nicht ausreichend für seinen trostlosen Tagesinhalt entschädigt - eines Abends gibt's zwischen beiden einen Disput, der das Ende der Ehe zu bedeuten scheint, denn Joyce zieht aus. Dillon ist nicht traurig darüber, bei einem seiner täglichen 'Hausbesuche' hat er bereits die junge Mona kennen gelernt und zwischen beiden hat's sofort 'gefunkt'. Doch genau so, wie Mona ihn fasziniert, ekelt ihn an, was ihre Tante (bei der sie lebt) von ihr verlangt: Mona wird zu einer Form von Prostitution gezwungen. Folglich fällt's nicht schwer, Dillon davon zu überzeugen, daß die Alte aus dem Weg geräumt werden muß, damit sie beide gemeinsames Glück genießen können. Im Sinne einer 'Motivationsspritze' läßt Mona durchblicken, daß ihre Tante eine hohe Summe Geld im Haus versteckt, das zukünftig nur ihnen beiden gehören könnte ... gedacht, gesagt, getan! Dillon tötet die alte Frau, ein Dummer ist schnell gefunden, dem die Tat 'in die Schuhe' geschoben werden kann, die Zeitungen drucken die ganze Geschichte dann auch in für Dillon und Mona gewünschter Form und Dillon behält zunächst das ganze Geld bei sich, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Die beiden beschließen, sich eine Zeit lang nicht zu treffen, um niemandem Aufschluß über ihre bestehende Verbindung zu geben, bevor sie sich dann irgendwann auf und davon machen wollen, in eine neue, gemeinsame Zukunft. In dieser Zeit allerdings beginnt ausgerechnet sein Boss Staples damit, Äußerungen zu machen, die in Dillon den Verdacht aufkommen lassen, Staples könnte evtl. ahnen, wie Mona's Tante wirklich ums Leben kam ... und ausgerechnet jetzt kehrt auch Joyce, wie ausgewechselt, wieder zurück zu ihm ... hat das alles nichts zu bedeuten oder hat Dillon jetzt jeden nur erdenklichen Grund, auf der Hut zu sein ... ?!
Wer bereits das eine oder andere Jim Thompson Buch gelesen hat, kann die Antwort auf diese Frage schon erahnen, ganz sicher allerdings nicht, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickelt. Und das ist es, was Thompson ausmacht: Selbst, wenn man schon einige seiner Bücher gelesen hat, wird man mit jedem weiteren dennoch immer wieder überrascht. Man kennt zwar in etwa sein 'Muster' - deshalb greift man von Zeit zu Zeit ja gern erneut auf seine Romane zurück - doch verfolgt man, stetig aufs neue erstaunt darüber, was dem Autor dieses Mal wieder so eingefallen ist, gespannt den Verlauf, seinen Überraschungsmomenten und Wendungen, bis hin zum Schluß, der nur allzu oft nichts Gutes für den Protagonisten verheißt - diesbezüglich macht auch A HELL OF A WOMAN (= Ein Satansweib) keine Ausnahme. Wie üblich: Kurzweilige, schräge Unterhaltung. Empfohlen!
-- theSilentNoirFreak