Wer von "Der Teufel trägt Prada" begeistert war, wie ich, wird von diesem Buch enttäuscht sein und wer besagten Bestseller der Autorin nicht mochte, der wird schon gar keinen Gefallen an ihrem neuen Buch finden.
Drei Frauen um die 30, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, beschließen, in einem Jahr ihr Leben zu ändern. Die schöne, feurige Adriana, die bis jetzt von einem Bett ins nächsten hüpfte, will monogam werden und heiraten und die frisch-getrennte Emmy möchte ihr Leben genießen und einmal Affären ohne Ende haben und plant eine Tour d' amour. Nur die neurotische Leigh beteiligt sich nicht an der Wette aber auch für sie verändert sich einiges, als sie auf Jesse Chapman stößt...
Die Geschichte über Frauenfreundschaft, Sex, Männer und der Suche nach Mr. Right mit dem man Kinder kriegen kann verläuft etwas anders, als man es vielleicht erwartet und schließlich gibt's für alle drei ein Happy End.
Soweit, so gut. Doch: Weder Handlung noch die Charakter sind originell (die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte nicht, jede bleibt so, wie am Beginn und somit bei dem, was sie vorher schon wollte) und witzig ist die Geschichte leider überhaupt nicht, einmal abgesehen von ein paar wenigen lustigen Passagen.
Wenig begeistert war ich auch von der "Herumspringerei" - nach ein paar Seiten über eine der Frauen kommt ein Absatz und plötzlich liest man dann über eine der beiden anderen Frauen etwas. Die meiste Handlung wird nachgetragen. Ein Beispiel: Weisberger erzählt erst seitenlang vom Urlaub der drei Freundinnen und der seltsamen Airline und als sie dann endlich am Pool von ihrem Hotel liegen und Männer kennen lernen, hört die Sache plötzlich auf und der Leser erfährt erst Seiten später, wie das ausgegangen ist. Durch diese vielen Sprünge verliert man ein wenig die (zeitliche) Orientierung, außerdem wird man aus dem, was man gerade liest, unvermittelt "herausgerissen" und bekommt die Information, auf die man zugegebenermaßen neugierig ist, erst später nachgeliefert.
Lachen musste ich auf Seite 226, als die Lektorin Leigh etwas über das neue Buch des Autors Jesse Chapman sagt: "Nein, es war der Schreibstil, der sie bedenklich stimmte: seicht, unorginell, zeitweilig sogar direkt öde."
Genau das trifft nämlich auf Weisbergers Buch zu. Es ist einfach ein durchschnittliches Happy-End-Buch ohne irgendwelche Highlights, weder sprachlicher, inhaltlicher noch sonstiger Natur. Es ist einfach nur "ganz nett" zu lesen, nichts Besonderes (ich würde es mit 2,5 Sternen bewerten). Schade! Ich werde mir in jedem Fall gut überlegen, ob ich mir in Zukunft noch einmal ein Buch von Weisberger kaufe.