Kurzbeschreibung
Frédéric Chopin ist einundzwanzig, als er 1830 in Paris eintrifft in Warschau hatte man ihn als Wunderkind und in Wien als blutjungen Virtuosen gefeiert. Mühelos fügt er sich in das gesellschaftliche Leben und die Musikszene der Stadt: Sein neuartiger Klavierstil, der die Virtuosität in den Dienst des poetischen Ausdrucks stellt, verschafft ihm weithin Bewunderung. Er hat einen bedeutenden Freundeskreis, zu dem bald auch George Sand gehört, eine Frau in Männerkleidern, die auf zahlreiche, teils berühmte Liebhaber und eine Reihe von Romanzen zurückblicken kann. Die Gegensätze könnten größer nicht sein der zarte, melancholische Ästhet, konservativ und apolitisch, und die tatkräftige, in jedem nur denkbaren Sinn emanzipierte und sozialistisch engagierte Mutter zweier Kinder. Die beiden werden ein Paar. Und George Sand erfüllt viele Rollen: Geliebte, Muse, Mutter, Krankenschwester, Freundin und Managerin. Als sie ihm acht Jahre später dieses Familienleben aufkündigt, empfindet er dies als Vertreibung aus dem Paradies. Benita Eisler lotet diese beiden künstlerischen Ikonen bis in ihre Tiefen aus, beschränkt sich dabei aber nicht auf das Persönliche. Sie erläutert und interpretiert auch Chopins musikalische Strukturen, sie stellt Klischees in Frage und zeigt neue Perspektiven auf.
Über den Autor
Sieben Jahre lang hat Benita Eisler die Spuren von Lord Byron bis in alle Details hinein verfolgt die seines literarischen Lebens und die seines wirklichen. Sie konnte sich dabei auf Familiendokumente stützen, zu denen bislang noch niemand Zugang hatte. Eisler lebt in New York. Bereits ihre 1998 erschienene Biographie über Georgia OKeeffe und Alfred Stieglitz (An American Romance) erhielt hervorragende Kritiken.