35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle!, 29. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein Prinz aus dem Hause David: Und warum er in Deutschland blieb (Gebundene Ausgabe)
Das erste Buch des äthiopischen Prinzen Asfa-Wossen Asserate "Manieren" wies den Autor bereits als einen umfassend gebildeten, lebensklugen und warmherzigen Menschen aus. Gespannt habe ich nun seine Autobiographie gelesen und nachdem ich anfangs ein wenig zwiegespalten war, erweist er sich schließlich auch als Chronist in eigener Sache als klug und abwägend, der historischen Wahrheit verpflichtet aber auch als ein wert-konservativer und stolzer Äthiopier mit deutschem Pass.
Asfa-Wossen Asserate ist ein Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, dem letzten Vertreter einer dreitausend Jahre währenden Aristokratie. Sein Vater stand sehr weit oben in der kaiserlichen Hierarchie und war zwar als sanfter Reformer für einen Weg in Richtung konstitutionelle Monarchie, konnte ihn aber gegen Haile Selassie, der außenpolitisch viel bewirkt hatte, jedoch sein Land ausbluten ließ, wenig ausrichten. Schließlich kommt es 1974 zur Revolution, der viele Angehörige des Kaiserhauses zum Opfer fielen. Danach freilich versank Äthiopien in Bürgerkrieg und Hunger. Zu den Opfern gehörte auch Asserates Vater.
Asfa-Wossen Asserate hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Frankfurt auf. An der dortigen Universität arbeitete er an seiner Doktorarbeit. Als Kind schon wurde ihm die deutsche Kultur nahe gebracht, er besuchte die deutsche Schule in Addis-Abbeba und studierte schließlich in Tübingen und Cambridge. Nach dem Sturz der Monarchie in seinem Heimatland blieb er in Deutschland und wurde schließlich so vertraut mit der hiesigen Kultur, dass ihm Deutschland wirklich zur zweiten Heimat wurde.
Von hier aus organisierte er schließlich auch den Kampf um seine inhaftierten Familienmitglieder, bei dem ihm viele deutsche Freunde hilfreich zur Seite standen. Und ihm gelingt mit seinem Buch "Manieren" schließlich ein außergewöhnlicher Beitrag zur kulturellen Diskussion.
Asfa-Wossen Asserate gibt sich bei der Schilderung seiner Lebenserinnerungen persönlich bescheiden. Hass und Wut scheinen ihm Fremdworte zu sein, denn er ist wirklich bemüht, eine gerechte Schilderung der Verhältnisse Äthiopiens zu geben. Lediglich in den ersten Kapiteln, seinen Kindheitserinnerungen, gibt er sich ein wenig dünkelhaft. Da ist kritisches Lesen durchaus angebracht.
Am Ende dieses Buches aber bleibt Respekt und Bewunderung für einen Menschen, der im besten Sinne des Wortes, redlich, tugendhaft und konsequent einen nicht immer einfachen Weg geht! Asfa-Wossen Asserate kann man um seine umfassende Bildung nur beneiden, die gepaart mit einer Form von vornehmer Zurückhaltung ihn als einen Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle auszeichnet!
Ein beeindruckendes Buch!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares Buch!, 4. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein Prinz aus dem Hause David: Und warum er in Deutschland blieb (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch "Manieren" geliebt und war gespannt auf die Erinnerungen von Prinz Asfa-Wossen Asserate. Es ist ein wunderbares Buch, ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist anrührend, wenn er seine Kindheit am Kaiserhof in Äthiopien beschreibt. Es ist witzig und klug, wenn er über seine Zeit an der deutschen Schule in Addis Abeba und über seine Studentenzeit in Tübingen schreibt (ein phantastisches Kapitel!) Es ist bewegend und erschütternd, wenn er das furchtbare Schicksal seiner Familie schildert. Und wie man es bereits von "Manieren" kennt, ist es in einem wunderschönen Deutsch geschrieben, geistreich und voller Anekdoten. Was kann man von einem Buch mehr erwarten ...
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Packend und bewegend:' die Lebensgeschichte des äthiopischen Prinzen mit deutschem Paß!, 17. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein Prinz aus dem Hause David: Und warum er in Deutschland blieb (Gebundene Ausgabe)
Auch ich war, nachdem Manieren zu einem meiner Lieblingsbücher geworden ist, sehr gespannt auf die Lebensgeschichte des Prinzen Asfa-Wossen Asserate. Und ich muß sagen: Das Buch hat mich tief bewegt: Prinz Asserate erzählt von seiner Kindheit im kaiserlichen Äthiopien, von den Begegnungen mit Kaiser Haile Selassie und von den strahlenden Zeremonien am Hof. Sein Vater war als Präsident des Kronrats und später als Vizekönig von Eritrea ein führender Politiker des Landes. Prinz Asserate erzählt, wie er schon als Kind - an der Deutschen Schule in Addis Abeba - seine Liebe zu Deutschland entdeckte (er wurde dort von deutschen Lehrern unterrichtet und legte als einer der ersten Äthiopier ein deutsches Abitur ab) und wie er schließlich in den Wirren von 1968 zum Studieren nach Deutschland kam. Und er erzählt die Geschichte vom Sturz des Äthiopischen Kaiserreichs und vom tragischen Schicksal seiner Familie. Während er in Deutschland war, wurde sein Vater erschossen, seine Mutter und seine Geschwister - die meisten von ihnen waren noch Kinder - wurden von putschenden Militärs gefangengenommen und in Isolationshaft festgehalten. Über 15 Jahre saß seine Mutter im Gefängnis - ohne Prozess und ohne Besuchsrecht, erst der Fall des Eisernen Vorhangs im Jahre 1989 brachte schließlich für alle die Freiheit. Und in all den Jahren hat Prinz Asserate von Deutschland aus mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln um ihre Freilassung gekämpft. Er hat im Vatikan, bei Queen Elisabeth, König Juan Carlos und sogar bei Gorbatschow vorgesprochen. Von all dem erzählt Asserate in sehr bewegenden Kapiteln. Es ist ein sehr persönliches Buch von jemandem, der (fast) alles verloren hat: seine Familie, sein Heimatland, seine Existenzgrundlage und sich nicht unterkriegen ließ und sich in Deutschland eine neue Existenz aufgebaut hat. Von diesem Buch kann man eine Menge über Werte lernen, darüber, was Menschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe wirklich bedeuten. Nebenbei erfährt man einiges über Äthiopien und seine jahrtausendealte Geschichte und Kultur - das einzige Land Afrikas übrigens, das nie europäische Kolonie war. Und auch die eigene Heimat Deutschland erscheint einem nach dem Lesen dieses außergewöhnlichen Buches in einem ganz anderen Licht.
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