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Ein Porträt des Künstlers als junger Mann
 
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Ein Porträt des Künstlers als junger Mann [Gebundene Ausgabe]

James Joyce , Klaus Reichert
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.




Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 285 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (19. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793151
  • ISBN-13: 978-3937793153
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 129.759 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

James Joyce' erster Roman ist deutlich zugänglicher als seine späteren Werke "Ulysses" (1922) und "Finnegans Wake" (1939), verrät aber bereits die Meisterschaft seines avantgardistischen Erzählstils.

In diesem Bildungsroman wird alles aus der Perspektive des Protagonisten geschildert; der Text bietet so dem Leser einen subjektiven Blick auf die Welt.

Über den Autor

James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuß fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest. 1914 erschien Joyces erste Kurzgeschichtensammlung. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich. 1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.Klaus Reichert, geboren 1938, ist Professor für Anglistik in Frankfurt am Main. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zur Renaissance und zur Moderne trat er als Übersetzer und Herausgeber moderner und klassischer Autoren (Shakespeare, Joyce, John Cage) in Erscheinung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Im Klappentext von James Joyce' „Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" steht: James Joyce' erster Roman ist deutlich zugänglicher als seine späteren Werke „Ulysses" und „Finnegans Wake" ..."
Das muß der Grund sein, warum ich bisher bei Ulysses nicht über die ersten dreihundert Seiten hinaus gekommen bin, den vorliegenden Roman aber im ersten Anlauf gelesen habe.

Vielleicht ist der Vorgang aber auch eher mit „Mut zur Lücke" zu beschreiben. Nicht immer kann ich Joyce bei seinen Ausführungen folgen. Zum einen, weil seine Sprache definitiv zum Schwersten gehört, was die europäische Literatur in den letzten 100 Jahren zu bieten hat, zum anderen, weil er keinen Wert darauf legt, alle Leser bis zum Ende mitzunehmen. Joyce schreibt: „Credo ut vos excrementalls mendax estis, sagte Cranly, quia facies vostra monstrat ut vos damnus malus editus estis. " Ach, sie verstehen kein Latein? Ich auch nicht. Sie vermuten, daß Joyce die zigfache Verwendung von lateinischen Sätzen im Text erklärt oder gar übersetzt? Irrtum. „Pax super totum excrementalem globum." Ach so.
Joyce läßt seinen adoleszenten Protagonisten sagen: „Die Wahrheit schaut der Verstand, der sich nur durch die befriedigensten Relationen des Sensiblen genügen läßt. Der erste Schritt in Richtung auf die Wahrheit ist, Umfang und Bereich des Verstandes selbst zu verstehen, den Akt der Verstandestätigkeit, der Intellektion selber, zu begreifen. Das gesamte philosophische System des Aristoteles basiert auf seiner Schrift zur Psychologie, und die, denke ich, basiert auf seinem Satz, daß das gleiche Attribut nicht gleichzeitig und in der gleichen Hinsicht dem gleichen Subjekt zukommen und nicht zukommen könne. Der erste Schritt in Richtung auf die Schönheit ist, Umfang und Bereich der Imagination zu verstehen, den Akt der ästhetischen Wahrnehmung selber zu begreifen. Ist das klar?" NEIN, es ist nicht klar! Was, Herr Joyce, hätte ich in den letzten 40 Jahren denn tun sollen, ihrer Meinung nach. Kunstgeschichte studieren? Oder Philosophie? Ich habe schon beim Abschreiben meine Probleme! Spricht so ein Jugendlicher? Na, heute bestimmt nicht mehr. Aber sprach er so vor 100 Jahren?
Ich wage nicht zu zweifeln, daß Joyce zum ganz Großen in der Literatur zählt. Aber man muß ehrlich sein und ich bin es: für mich (noch?) ein bißchen zu groß.

Warum drei Sterne. Der erste ist klar, es gibt nicht null Sterne. Die anderen beiden bekommt der Roman für eine ungeheure Sprachgewalt, die man spürt, auch wenn man nicht immer genau folgen kann. Das mittlere Kapitel, zum großen Teil bestehend aus einer Predigt eines Jesuiten, reißt einem mit, ob man nun religiös ist oder nicht. (Robert Schneider hat einen ähnlichen Sprachstil gefunden in „Schlafes Bruder".) Den vierten Punkt, dafür daß es eben Joyce ist, den habe ich mir verkniffen.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1914 hatte James Joyce bereits mit der Kurzgeschichtensammlung "Dubliner" auf sich aufmerksam gemacht. In 15 Geschichten behandelte er die Schicksale von einfachen Menschen, die im Alltag der irischen Hauptstadt feststecken, die für Joyce immer ein Synonym für das Eigesperrtsein in einer konventionellen und unbeweglichen Gesellschaft war. Die gewaltige Abneigung gegen Dublin und sein lebenslang gestörtes Verhältnis zu Irland, das ihn zu einem ewigen Wanderleben trieb, sollte eines der vorherrschenden Themen seines Werks werden.
Zwei Jahre später erschien sein erster Roman "Ein Portät des Künstlers als junger Mann", der stark autobiographisch geprägte Bericht über die Kindheit und die Jugendjahre des Stephen Dedalus. Dieser ist ein kränklicher (Joyce war ein absoluter Hypochonder), blasser Junge mit eigenem Kopf, der sich bereits in früher Kindheit weigert, blinden Gehorsam zu leisten und sich sehr früh als den geborenen Künstler erkennt. Der Leser verfolgt Stephens Entwicklung von seinen ersten Kindheitserinnerungen über die Schulzeit (eine angesehene Jesuitenschule, wie Joyce selbst), die ihn zuerst erwägen läßt, entweder Lehrer zu werden oder die geistliche Laufbahn einzuschlagen. Ganz besonders tiefen Eindruck und eine intensive Vorstellung von der Angstfrömmigkeit, die zu dieser Zeit noch weitgehend vorherrschte, hinterläßt hier die brillante Szene, in der ein Pater seinen Schülern die Hölle in den schrecklichsten und plastischsten Farben schildert. Die Zeit an der Schule prägte Joyces tiefe Abneigung gegen die verknöcherte irische Gesellschaft und die Herrschaftsansprüche der katholischen Kirche, so läßt er Stephen auch nach dem Verlassen der Schule kräftig gegen alles und jeden rebellieren, an der Universität ein Lotterleben führen und nichts und niemanden mehr respektieren, bis er, der sich immer als den geborenen Schrifsteller gesehen hat, egal, welche Laufbahn andere für ihn vorgesehen hatten, schließlich erste künstlerische Erfolge erlebt.
Wenn man Zugang zur Gedankenwelt dieses großartigen Schriftstellers sucht, sollte man sich nicht gleich an seine beiden Großwerke "Ulysses" oder "Finnegans Wake" heranwagen, irgendwann legt man unweigerlich beide Bücher frustiert beiseite, weil man einfach nicht mehr mitkommt. Ich selber stehe bei "Ulysses" noch vor meinem zweiten Versuch und hoffe, ihn vor der Rente noch zu bewältigen. "Ein Portät des Künstlers..." ist weit zugänglicher, noch linearer aufgebaut, auch wenn hier bereits Joyces eigenwillige Erzählweise und sein ständiges Springen in der Handlung und von äußeren zu inneren Vorgängen ständige Aufmerksamkeit erfordern. Auch sollte man sich auf lange innere Monologe über Sinn und Zweck des Daseins, Glaubensfragen und das Leben als geborener Schriftsteller, der sich von aller Welt unverstanden fühlt (und dem Leser auch nicht eine gewaltige Portion Eigenliebe erspart), einstellen.
Insgesamt ein faszinierender Roman, in der Joyce seine Hauptperson (also sich selbst) von allen Seiten beleuchtet und ein beeindruckendes Gesellschaftsbild des frühen 20. Jahrhunderts zeichnet. Trotz einiger Längen sehr lesenswert.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Janie TOP 500 REZENSENT
Nachdem ich ja nun schon lang genug an Ulysses herumlese, ohne wirklich weiter zu kommen, dachte ich, dass es mir vielleicht hilft, diese Geschichte über Stephen Dedalus zu erst zu lesen. Wesentlich zugänglicher als Ulysses präsentierte sich das Büchlein und zu meiner Erleichterung auch wesentlich kürzer.

In bekannter seltsamer Schreibe und ganz eigener Satzzeichensetzung erzählt Joyce hier die Jugend des auch bei Ulysses auftauchenden Stephen Dedalus. Seine Zeit im Internat, seine Familie und der Müßiggang an der Universität finden Beachtung.

Joyce lädt zum Schmunzeln ein und nimmt nicht nur die Intellektuellen einige Male böse auf die Schippe. Natürlich kann man bei diesem Buch genau wie bei Ulysses die Aussage suchen, interpretieren und sich in Vergleichen verlieren, das war hier aber nicht meine Absicht. Ich wollte unterhalten werden und ich wollte vielleicht einen neuen Ansporn finden, mich dem Ulysses wieder zu widmen.

Unterhalten worden bin ich, wenn ich auch hier und da ein paar Verständnisprobleme hatte, der Ulysses liegt allerdings weiterhin dekorativ auf meinem Nachttisch und wartet, dass ich ihn lese.

Fazit: Ein etwas simplerer Weg zu Joyce.
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