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Ein Porträt des Künstlers als junger Mann: Roman [Gebundene Ausgabe]

James Joyce , Marcel Beyer , Friedhelm Rathjen
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 24,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Pappbilderbuch --  

Kurzbeschreibung

8. Juni 2012
Der beste Einstieg in die Welt des James Joyce

Mit dieser in Dublin spielenden, autobiografisch gefärbten Coming-of-Age-Geschichte schrieb sich James Joyce in die Weltliteratur ein. Thematisch steckt in diesem aufsehenerregenden Roman schon ein Großteil dessen, was den berühmten Iren ausmacht: Kunst, Sex, Religion, Rebellion und all die damit einhergehenden Verwicklungen.

Ein Junge macht sich auf die Suche nach sich selbst. Anfangs noch ganz im Bannkreis von Konventionen und Autoritäten, entdeckt er nach und nach seine geistigen Fähigkeiten, seine zwiespältige Gefühlswelt und seine Sexualität. Die Hürden seiner Selbstfindung sind vielfältig, muss er sich doch als angehender Künstler von Übervätern emanzipieren. Auch mit der puritanischen Rolle der katholischen Kirche setzt er sich auseinander. Zwischen Moral und Amoral, Anpassung und Auflehnung entwickelt er schließlich den Mut, eigene Wege zu beschreiten.

Joyce’ Roman ist ein Spiegelbild der politischen Situation seiner Epoche und ein grandioses Bekenntnis zum freiheitsstiftenden Potenzial der Kunst.


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Ein Porträt des Künstlers als junger Mann: Roman + Dubliner (suhrkamp taschenbuch) + Ulysses: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Preis für alle drei: EUR 49,89

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (8. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717522221
  • ISBN-13: 978-3717522225
  • Originaltitel: A Portrait of the Artist as a Young Man
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 244.868 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»›Ein Porträt des Künstlers als junger Mann‹ ist eine Art Bildungsroman in fast noch konventioneller Prosa, aber voller autobiographischer Bezüge, eingewobener Poetik und Spuren und Figuren, die in die kommenden Werke von Joyce weisen. Die neue deutsche Fassung ist wunderbar lebendig und genau, erstarrt weder in Ehr- noch sonstiger Furcht und bietet viele feine Lösungen für Joyceschen Witz oder knifflige Reime.« (Deutschlandradio Kultur – Radiofeuilleton, 08.06.2012)

»Wer sich bisher nicht an James Joyce heran gewagt hat, der wird durch diese neue, sprachlich brillante Übersetzung eines Besseren belehrt: Nicht nur, dass Joyce seiner Zeit weit voraus war, was Themen und sprachliche Umsetzung betrifft, sondern dass sein Humor und seine fesselnden Darstellungen von oft ganz alltäglichen Ereignissen zeitlos modern erscheinen und zudem höchst unterhaltsam sind.« (NDR1 – Bücherwelt, 12.06.2012)

»James Joyce ist und bleibt einer der spannendsten und sprachmächtigsten Autoren der Weltliteratur.« (Ö1/ORF - Büchersendung Ex libris, 17.06.2012)

Über den Autor

James Joyce (1882–1941) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der literarischen Moderne in Europa. Wenige Autoren haben stärker auf das 20. Jahrhundert eingewirkt als der revolutionäre irische Sprachmagier. Besonders sein Erfindungsreichtum fasziniert: Wie kein Zweiter beherrschte Joyce das Spiel der Wortschöpfungen und poetischen Lautmalereien.

Friedhelm Rathjen, Jahrgang 1958, ist ausgewiesener Joyce-Kenner und einer der profiliertesten deutschen Übersetzer (Herman Melville, Mark Twain, Robert Louis Stevenson u.a.); seine 2004 erschienene Joyce-Monografie gilt als Standardwerk.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
64 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Im Klappentext von James Joyce' „Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" steht: James Joyce' erster Roman ist deutlich zugänglicher als seine späteren Werke „Ulysses" und „Finnegans Wake" ..."
Das muß der Grund sein, warum ich bisher bei Ulysses nicht über die ersten dreihundert Seiten hinaus gekommen bin, den vorliegenden Roman aber im ersten Anlauf gelesen habe.

Vielleicht ist der Vorgang aber auch eher mit „Mut zur Lücke" zu beschreiben. Nicht immer kann ich Joyce bei seinen Ausführungen folgen. Zum einen, weil seine Sprache definitiv zum Schwersten gehört, was die europäische Literatur in den letzten 100 Jahren zu bieten hat, zum anderen, weil er keinen Wert darauf legt, alle Leser bis zum Ende mitzunehmen. Joyce schreibt: „Credo ut vos excrementalls mendax estis, sagte Cranly, quia facies vostra monstrat ut vos damnus malus editus estis. " Ach, sie verstehen kein Latein? Ich auch nicht. Sie vermuten, daß Joyce die zigfache Verwendung von lateinischen Sätzen im Text erklärt oder gar übersetzt? Irrtum. „Pax super totum excrementalem globum." Ach so.
Joyce läßt seinen adoleszenten Protagonisten sagen: „Die Wahrheit schaut der Verstand, der sich nur durch die befriedigensten Relationen des Sensiblen genügen läßt. Der erste Schritt in Richtung auf die Wahrheit ist, Umfang und Bereich des Verstandes selbst zu verstehen, den Akt der Verstandestätigkeit, der Intellektion selber, zu begreifen. Das gesamte philosophische System des Aristoteles basiert auf seiner Schrift zur Psychologie, und die, denke ich, basiert auf seinem Satz, daß das gleiche Attribut nicht gleichzeitig und in der gleichen Hinsicht dem gleichen Subjekt zukommen und nicht zukommen könne. Der erste Schritt in Richtung auf die Schönheit ist, Umfang und Bereich der Imagination zu verstehen, den Akt der ästhetischen Wahrnehmung selber zu begreifen. Ist das klar?" NEIN, es ist nicht klar! Was, Herr Joyce, hätte ich in den letzten 40 Jahren denn tun sollen, ihrer Meinung nach. Kunstgeschichte studieren? Oder Philosophie? Ich habe schon beim Abschreiben meine Probleme! Spricht so ein Jugendlicher? Na, heute bestimmt nicht mehr. Aber sprach er so vor 100 Jahren?
Ich wage nicht zu zweifeln, daß Joyce zum ganz Großen in der Literatur zählt. Aber man muß ehrlich sein und ich bin es: für mich (noch?) ein bißchen zu groß.

Warum drei Sterne. Der erste ist klar, es gibt nicht null Sterne. Die anderen beiden bekommt der Roman für eine ungeheure Sprachgewalt, die man spürt, auch wenn man nicht immer genau folgen kann. Das mittlere Kapitel, zum großen Teil bestehend aus einer Predigt eines Jesuiten, reißt einem mit, ob man nun religiös ist oder nicht. (Robert Schneider hat einen ähnlichen Sprachstil gefunden in „Schlafes Bruder".) Den vierten Punkt, dafür daß es eben Joyce ist, den habe ich mir verkniffen.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Sein besonderes Verhältnis zu James Joyce hat Friedhelm Rathjen 2004 mit einer großartigen Monografie über den irischen Dichter bezeugt. Bereits damals glänzte er durch die kongenialen Übersetzungen von Passagen aus dem schwierigen und komplexen Werk des James Joyce.

Es ist die Fähigkeit des Übersetzers, Literaturwissenschaftlers und Autors Rathjen, sich auf den Sprachstil des James Joyce brillant einzustellen. Auch sein tiefes Verständnis für das Werk ermöglicht es ihm, Übersetzungen anzufertigen, die stilistisch und inhaltlich dem Original weitestgehend entsprechen. Ein Beispiel auch James Joyce "Geschichten von Shem und Shaun", drei Geschichten aus "Finnigans Wake", die Friedhelm Rathjen übersetzt hat und die gerade erschienen sind. Als glänzender Übersetzer erwies sich Rathjen ebenfalls von Werken anderer Autoren wie Herman Melville, Robert Louis Stevenson und Mark Twain.

Jetzt also James Joyce und dessen Roman "Das Porträt eines Künstlers als junger Mann", von Friedhelm Rathjen auf Grundlage der von Hans Walter Gabler edierten textkritischen Garland-Ausgabe von 1993 übersetzt.

Dieser Roman ist 1916 erschienen und markiert den Beginn der literarischen Moderne. Joyce beschreibt in diesem außergewöhnlichen Bildungs- und Entwicklungsroman auf faszinierende Weise den Werdegang des jungen Stephen Dedalus. Und er erzählt ihn aus der Perspektive des jungen Helden, ohne dass der autobiografische Hintergrund des James Joyce übersehen werden kann.

Als junger Mann ist Stephen Dedalus den Einflüssen und Einreden der Erwachsenen, des Vaters, der Lehrer und Priester ausgeliefert. Er durchläuft einen schmerzhaften Prozess der Bewusstseinsbildung, geprägt von existenziellen Ängsten und Schuldgefühlen. Er erleidet die Wirnisse und Verstrickungen der Pubertät und Sexualität, erlebt eine repressive katholische, jesuitische Erziehung und wird mit den innenpolitischen Problemen Irlands konfrontiert.

"Ich will nicht dem dienen, woran ich ich nicht länger glaube, nenne es sich nun mein Zuhause, mein Vaterland, meine Kirche." Am Ende wird er Stephen Dedalus den Weg in die Freiheit, in seine Freíheit gefunden haben - dank seines Mutes, seines Eigensinns, kritischer Fähigkeit und Rafinesse. Er wird seine Heimat Irland - wie James Joyce auch - verlassen und sich in Zukunft der Kunst widmen.

Mit diesem Roman hat James Joyce in vielerlei Hinischt sein großes Werk, den "Ulysses" vorbereitet. Zum ersten Mal kommt im "Porträt" der "Bewusstseinstrom" (stream of consciousness), diese Radikalisierung des inneren Monologs, zur Anwendung. Ein stilistisches Mittel, das Schule machen sollte. Es verleiht dem Roman ein hohes Maß an Authentizität, an Tiefe und Unmittelbarkeit.

Dies kommt auf hervorragende Weise in der Übersetzung des vorliegenden Romans zum Ausdruck. Leser, die den Roman bereits in früheren Übersetzungen (Goyert und Reichert) gelesen haben, werden durch die Rathjen-Übersetzung dieses Buch ganz neu lesen: so frisch, so modern und aufregend ist die Lektüre. Nicht überlesen werden sollte auch das informative und kenntnisreiche Nachwort von Marcel Beyer.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich war ein anderer damals. (...) Ich meine (...), dass ich nicht ich war, wie ich jetzt ich bin, wie ich werden musste.", erklärt Stephen Dedalus am Ende des Romans seinem Freund Cranly. Der junge Mann hat sich gewandelt, vom gottesfürchtigen, ängstlichen Buben, zum selbstbewussten, freien Künstler, der religiöse Autoritäten in Zweifel zieht und klare Ziele für sich gesteckt hat. Er will nicht mehr dem dienen, woran er nicht länger glaubt. Sei es nun der Kirche oder aber auch seinem Zuhause und seinem Vaterland. Stephen will sich in irgendeiner Art Leben oder Kunst so frei und umfassend ausdrücken, wie er es vermag. Zu seiner Verteidigung möchte er die einzigen Waffen einsetzen, die er sich selbst zugesteht: Schweigen, Exilierung und Raffinesse. Visionär verkündet er am Ende des Buches: "Die Vergangenheit geht in der Gegenwart auf, und die Gegenwart lebt nur, weil sie die Zukunft hervorbringt."

Diese "Waffen" scheinen 71 Jahre nach dem Tod von James Joyce, dessen Protagonist deutlich autobiografische Züge aufweist, wie auf wundersame Weise erneut als Apologie zu fungieren. Nach 40-jährigem 'Schweigen' seit der letzten deutschen Übertragung seines Debütwerkes ins Deutsche, liegt nun eine Neuübersetzung von Joyce-Kenner Friedhelm Rathjen vor, die sich mit großer 'Raffinesse' dem Original nähert. Diese zeichnet sich neben Präzision, vor allem durch unglaubliche Lebendigkeit und Musikalität aus. Herausgegeben wurde das Werk wiederum vom Manesse Verlag, der seinen Sitz in jenem 1904 von Joyce und seiner Lebensgefährtin Nora Barnacle selbstgewählten 'Exil' hat. Der Geist von James Joyce wirkt ungemindert.

Doch bis das Kind vom Anfang des Buches seinen behaglich-verträumten Glauben verliert und die "bösartige Realität" hinter den Dingen erkennt, ist es ein langer Weg. Zehn Jahre begleitet der Leser Stephen Dedalus, der in eine wohlhabende Familie hineingeboren wird, die jedoch dem stetigen ökonomischen Abstieg anheim fällt. In fünf Kapiteln erzählt der Roman aus personaler Perspektive von der Befreiung seines "Helden" aus dem Gestrüpp familiärer, geistiger, religiöser und sexueller Nöte. Dabei passt sich Joyce sprachlich famos an den Entwicklungsstand seines Protagonisten an: vom unbedarften, hoch begabten Buben, der jedoch schon früh spürt, "dass er anders war als andere", zum Studenten der Künste, der sich mit den ästhetischen Theorien des Aristoteles und Thomas von Aquin auseinandersetzt und sich letztendlich von seinen Kommilitonen und deren irisch-nationalistischen Ideen abgrenzt. "Er wollte in der wirklichen Welt dem unstofflichen Bild begegnen, das seine Seele so unablässig schaute." Stephen zerstört den "Schutzdamm der Ordnung und Eleganz", den er "gegen die elenden Gezeitenströme des Lebens außerhalb seiner selbst" errichtet hatte und stellt sich der dunklen Gegenwart. "Er war dazu bestimmt, sich seine eigene Weisheit zu erwerben, fern von anderen, oder die Weisheit anderer für sich selbst zu erwerben, indem er sich zwischen den Fallstricken der Welt hindurchschlängelte. (...) Ja! Ja! Ja! Stolz schaffen würde er aus der Freiheit und Macht seiner Seele heraus (...) ein lebendiges Etwas, neu und hochfliegend und wunderschön, unbegreifbar, unvergänglich." Wie recht er behalten sollte!

Raffiniert verknüpft James Joyce Entwicklungsroman mit Bildungs- und Künstlerroman. Seine zentrale Figur Stephen Dedalus erlebt Sprache als Klang und Rhythmus, dringt in stilistische Phänomene ein und entwickelt aus denen heraus eigene Wort- und Sprachkreationen, so als ob sie der "hingesunkenen Sprache und Tradition" seines Vaterlandes wieder aufhelfen möchte. "Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" erzeugt eine unglaubliche Freude "an der Brechung der schillernden Sinnenwelt durchs Prisma" einer vielfarbigen und reichbestückten, einer brachialen und überbordenden Sprache. Man versenkt "sich in eine Innenwelt individueller Empfindungen (...), perfekt gespiegelt in einer luziden geschmeidigen rhythmischen Prosa". Ein sensitive Erleben großartiger Literatur, ein "Festgelage der Weltkultur".

Fazit: "Das Ziel des Künstlers besteht in der Erschaffung des Schönen. Was das Schöne ist, das ist eine andere Frage.", sinniert Stephen Dedalus. Und weiter: Schönheit "erweckt, oder sollte erwecken, oder erzeugt, oder sollte erzeugen, eine ästhetische Stasis, ideales Mitleid oder ideale Furcht, eine Stasis, die hervorgerufen, aufrecht erhalten und schließlich aufgelöst wird durch das, was ich den Rhythmus der Schönheit nenne." In seinem "Porträt" hat Joyce ohne Zweifel etwas Großartiges, etwas rhythmisch Schönes geschaffen. Kongenial ergänzt durch den wunderbar zerknitterten Einband, in dem sich hervorragend die Zerrissenheit und "fiebrige Aufruhr" seines Helden und Erschaffers spiegelt. Kein leichtes, aber ein ungemein lohnendes Werk.
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