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Ein Paradies für alle: Roman über die Kaufhausfamilie Wertheim
 
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Ein Paradies für alle: Roman über die Kaufhausfamilie Wertheim [Gebundene Ausgabe]

Justus Pfaue , Philip Tempel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Marion von Schröder (8. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3547711681
  • ISBN-13: 978-3547711684
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,8 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 148.114 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Kaufhauskönig Georg Wertheim verliebt sich unsterblich in die junge Hanna. Sie erwidert seine Liebe von ganzem Herzen. Doch seine Familie und ein von Hanna sorgfältig verborgenes Geheimnis verhindern die Hochzeit der beiden. Er heiratet eine andere, Hanna aber bleibt die Liebe seines Lebens. Als Georg von den Nazis bedroht wird, steht plötzlich auch ihr Leben auf dem Spiel.

Über den Autor

Justus Pfaue veröffentlicht seit seinem 25. Lebensjahr Romane, die immer auch verfilmt werden, wie Die Wicherts von nebenan oder Die Kirschenkönigin. Er lebt in München, Positano und Berlin.

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Von Hakenkreuzen und gehakeltem Hering

Pfaue, Justus: Ein Paradies für alle; © September 2010, Marion von Schröder Verlag;
ISBN 9-783547-711684; Preis: 19,95 Euro

Georg Wertheim und seine Geschwister wachsen im Stralsund der Kaiserzeit unter den denkbar schlechtesten Bedingungen auf: arm und jüdisch. Tadde Abraham ist zwar das offizielle Oberhaupt der Familie, aber Mutter Ida muss den Laden schmeißen. Das tut sie so gut sie kann ' will heißen: mehr schlecht als recht. Gehakelter Hering liegt öfter auf dem Teller, als allen lieb ist. Besser wird es für Georg und Bruder Hugo erst, als sie bei Onkel Wolf in Berlin in die Lehre gehen können. Dort zeigt sich schon bald, was in den jungen Männern steckt. Zurück in Stralsund machen sie von ihren Fähigkeiten Gebrauch und legen den Grundstock für das, was einmal der Wertheim-Konzern werden soll. Auch die jüngeren Geschwister werden früh ins Familiengeschäft einbezogen.

Richtig los geht es aber erst, als die Familie nach Berlin umsiedelt. Hier mischt auch Mutter Ida kräftig mit. Aber es gibt auch familiäre Sorgen, an denen Georg beinahe zu zerbrechen droht. Immer wieder sind es die Frauen in Georg Wertheims Leben, die alles einrenken. Hanna Berger wird nicht nur die Liebe seines Lebens und tüchtige Büroleiterin im Hause Wertheim. Aber das Paar kann nicht heiraten, weil es ein dunkles Geheimnis zu hüten gilt. Mama Ida sorgt für eine standesgemäße christliche Ehefrau, und damit für den gesellschaftlichen Aufstieg der Familie. Selbst die verrucht daherkommende Schwägerin Gertrud Pinkus macht sich nützlich. Sie hält Georg und Hanna die Klatschpresse vom Leib. In den Hungerjahren ist es Ehefrau Ursula, die vom Familiengut aus fürs tägliche Brot sorgt ' auch bei den ärmeren Schichten Berlins, die bei Wertheim billiges und gutes Essen kaufen können. Gehakelter Fisch kommt zwar immer noch gelegentlich auf den Tisch des Hauses Wertheim, aber nun essen ihn alle aus lieber Gewohnheit.

Mit der Weimarer Republik kommt ein kurzer Aufschwung. Aber es lässt sich nur schwer leugnen, dass hinter dem Glanz so langsam aber sicher der Verfall einsetzt. Georg wird langsam alt, Hanna muss immer öfter das Ruder übernehmen. Jetzt macht sich schmerzlich bemerkbar, dass Eigenbrötler Georg es unterlassen hat, eine politische Hausmacht aufzubauen. Und als die Hakenkreuze überall wehen, ist der 'Große Wertheim' darauf angewiesen, von Ziehsohn Willi Carow und seinem einzigen Freund, dem Deutschbanker von Stauß, vor dem Schlimmsten bewahrt zu werden.

Fazit: Pfaue und seine beiden Mitarbeiter haben das Buch nicht als offizielle Biografie angelegt sondern als einen Roman. Der Leser erfährt viel über das Berlin der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, einiges über den Wertheim-Konzern. Aber trotzdem bleibt Georg Wertheim blass. Man muss sich mit den anderen Figuren des Buches genauer auseinandersetzen, um etwas über den Mann zu erfahren, der eigentlich die Hauptperson ist. Hier hätte ich mir mehr die Feder des Romanschreibers gewünscht als die Schreibmaschine des Journalisten. So hängt das Buch irgendwie zwischen Fisch und Fleisch. Alles in allem ein netter Lesespaß, aber die Leihbücherei halte ich für ausreichend.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wahre Geschichte 6. Oktober 2010
Von buchina
Ein jüdischer Kaufhausbesitzer in den 30er Jahren in Deutschland, der eine christliche Frau und jüdische Geliebte hat. Während des Lesens der ersten 50 Seiten dachte ich, dass dies wieder ein Roman ist, der sich hauptsächlich um die Schwierigkeiten und Grausamkeiten, die die jüdische Bevölkerung während der Naziherrschaft erleiden muss, dreht. Das wird zwar auch angesprochen, aber für mich überraschend macht die Handlung einen Zeitsprung in die Kindheit von Georg Wertheim und erzählt den langsamen Aufstieg des berühmten Kaufhausgeschlechts. Aus völliger Armut schaffen sie es eine der erfolgreichsten Kaufhausketten der Welt zu erschaffen. Und das ist wirklich sehr interessant. Vor allem als mir nach und nach bewusst wird, dass es die Wertheims wirklich gab.

Der Roman ist in erster Linie keine reine Liebesgeschichte, wie ich erst vermutete, sondern eine Familiengeschichte und eine Geschichte über die Zeit zu Beginn des 20.Jh. Der Autor schafft es immer wieder mit kleinen Anekdoten über Erfindungen oder Bücher/Filme, die zu dieser Zeit in Mode waren den Sprung in Realität zu erreichen. Wie zum Beispiel der Beginn der Jeans in Deutschland und ihre Erfolgsgeschichte. Dadurch hatte ich oft den Eindruck keinen Roman, sondern ein nicht langweiliges Geschichtsbuch zu lesen. Ich habe in diesem Buch viel gelernt über das jüdische Wirtschaftsleben vor den Nazis.

Einen kleinen Abstrich muss ich bei der Skizzierung der Charaktere machen, sie waren einfach zu glatt. Ein wenig mehr Tiefgang hätte ihnen nicht geschadet. Auch die Liebesgeschichte zwischen Georg und Hannah war mir zu perfekt, trotz der Widrigkeiten, die ihre Beziehung belastet. Aber dennoch ein sehr guter Roman, der die beschriebene Zeit sehr gut wiederspiegelt. Flüssig geschrieben, ich bin sehr gut durchgekommen. Am meisten ärgere ich mich, dass das große Kaufhaus im Krieg zerstört wurde. Es muss ein traumhaftes Gebäude gewesen sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Charlene liest VINE™-PRODUKTTESTER
Inhalt:
In Deutschland gibt es wahrscheinlich nur wenige Menschen, die mit dem Namen Wertheim nichts verbinden. Allerdings kennen die meisten eher die Wertheim-Kette, welche nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Hierbei handelt es sich aber nur um die Nutzung des Namens Wertheim. Mit der eigentlichen Dynastie hatten diese Kaufhäuser nichts zu tun. Das erste Geschäft der Familie befand sich in Stralsund und wurde von Abraham Wertheim und seinem Bruder gemeinsam geleitet. Die beiden ältesten Kinder von Ida und Abraham Wertheim, Georg und Hugo, gingen 1871 nach Berlin und absolvierten in der Firma ihres Onkels eine kaufmännische Lehre. 1876 kehrten sie nach Stralsund zurück und unterstützten ihre Eltern bei dem Ausbau des kleinen Eckgeschäftes, das sie ein Jahr zuvor gegründet hatten. Damit begann der Siegeszug der Familie und ihrer Warenhäuser. Nach Stralsund folgte eine Geschäftsgründung in Rostock und anschließend ging es nach Berlin. Die Familie, und hier besonders die beiden ältesten Jungen, sorgten mit ihren frischen Ideen dafür, dass die Geschäfte erfolgreich liefen. Sie führten Festpreise ein, die Waren wurden ausgelegt und konnten von den Kunden eingehend betrachtet werden. Zudem wurde eine strikte Barzahlung verlangt und der Kunde erhielt die Möglichkeit, die Waren umzutauschen. Ein besonderer Schwerpunkt lag bei der nicht sehr zahlungskräftigen Kundschaft, die aber trotzdem das Gefühl bekommen sollte königlich behandelt worden zu sein. Der Spruch 'Der Kund ist König' wurde bei Wertheim streng beachtet. Um den Kunden preiswerte Ware bieten zu können, gleichzeitig aber einen ausreichenden Gewinn zu erzielen, war es nötig eine große Anzahl der Produkte zu verkaufen. Mit der Zeit kamen aber auch immer mehr zahlungskräftige Einkäufer und das Warensortiment änderte sich. So entwickelte sich Wertheim zu einem Geschäft, das für jeden etwas bot und jedem das Gefühl vermittelt genau richtig behandelt worden zu sein. Dafür sorgte auch die Architektur der Häuser, für die Alfred Messel zuständig gewesen ist. Für ihn war diese Arbeit gleichzeitig der Karrieredurchbruch. Probleme gab es aber mit den erstarkenden nationalsozialistischen Kräften. Um die Geschäfte weiterhin führen zu können, ließen sich fast alle Mitglieder der Wertheimfamilie taufen. Georg heiratete zudem eine Nicht-Jüdin. Trotzdem wurde er dazu gezwungen, seinen gesamten Besitz nach Hitlers Machtergreifung auf seine Frau zu übertragen. 1937 wurde auch Ursula Wertheim enteignet.

Justus Pfaue bearbeitet diese interessante Familiengeschichte, in dem er Georg als Hauptfigur auftreten lässt und seine Entwicklung im Zusammenhang mit der Firma Wertheim betrachtet. Ein Schwerpunkt liegt auf seiner Liebe zu Hanna Berger, seiner persönlichen Assistentin, die er nicht ehelichen darf. Der Roman beginnt mit einem Einstieg zu Beginn der 1930er Jahre. Georg ist der bekannteste Warenhausbesitzer und sein Geschäft kann sich leicht mit anderen ausländischen Konkurrenten messen. Doch die Gefahr der nationalsozialistischen Erstarkung wird erkennbar. Nach dieser Einführung geht der Autor zurück in das Jahr 1871, als Georg mit seinem Bruder Hugo nach Berlin ging. Ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte der Familie chronologisch erzählt und endet mit dem Tod von Georg.

Sprache und Stil:
Die Sprache ist recht einfach und verständlich gehalten. Dadurch kann der Text sehr zügig gelesen werden. Die Dialoge wirken sehr lebhaft und werden an manchen Stellen durch die Nutzung zeittypischer Worte aufgewertet. Die Charaktere werden zu einem großen Teil über ihr Handlungen beschrieben. Wirklich nah kommt man dabei als Leser aber nur Georg Wertheim und seiner großen Liebe Hanna. Dass das erste Kapitel fast schon am Ende des Betrachtungszeitraumes spielt und dann ein Sprung in die Vergangenheit erfolgt, erzeugt eine gewisse Spannung. Der Leser möchte wissen was passiert bis Georg und Hanna an diesem Punkt angelangt sind. Tauchen Widrigkeiten auf, möchte man unbedingt erfahren, wie diese gelöst werden.
Ein Manko ist in meinen Augen die nicht deutliche Vermischung von Realität und Fiktion. Einige Autoren nehmen sich nur wichtige Daten heraus und entwickeln eine fiktive Geschichte. Andere nehmen nur eine Figur und lassen sie völlig unabhängig ihres wahren Lebenslaufs agieren. Bei Justus Pfaue werden sehr viele Fakten genutzt. Das wäre kein Problem, wenn nur die Liebesgeschichte zwischen Georg und Hanna erfunden wäre. Aber in dem Text werden meiner Meinung nach Errungenschaften in einem Atemzug mit Georg Wertheim genannt, die man nicht ihm zusprechen kann. So ist dem Leser nicht mehr klar, ob es jetzt um den Roman-Georg oder die reale Figur geht. Stellt man sich von Beginn an darauf ein und sagt sich, dass es eine klar fiktive Geschichte ist, ist das kein Problem. Zudem müsste man sich noch einmal genauer das Buch von Erica Fischer und Simone Ladwig-Winters anschauen (E. Fischer & S. Ladwig-Winters, Die Wertheims. Geschichte einer Familie, Berlin, 2004.). Viele Gedankengängen erschienen mehr sehr ähnlich. So finde ich es schade, dass noch nicht einmal das Bucherwähnt wird. Hier lobe ich mir Robert Harris, der am Ende seiner Werke immer wichtige wissenschaftliche Literatur nennt, die er genutzt hat.

Fazit:
Ein ziemlich spannender und leicht verständlicher Roman, den man absolut empfehlen kann. Der Leser sollte sich aber von der Frage befreien, ob eine Handlung der Figuren fiktiv ist oder der Realität entspricht.

P.S.: Einige wenige Rechtschreibfehler haben den Lesegenuss an manchen Stellen gestört.
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