Winter 1963 in einem Dorf in England. Die dreizehnjährige Allison Carter geht mit dem Hund spazieren und kehrt nicht mehr zurück. Am Abend verständigt ihre Mutter die Polizei. George Bennett, ein noch junger und weniger erfahrener, dafür umso pflichtbewussterer Inspektor, übernimmt den Fall. Die Suche gestaltet sich schwierig, die misstrauischen Dorfbewohner bilden keine große Hilfe. Schließlich deutet alles darauf hin, dass das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer fiel. Obwohl man keine Leiche findet, wird der vermeintliche Täter zum Tode verurteilt.
Dreißig Jahre später: Die Journalistin Catherine Heathcote schreibt mit Hilfe des inzwischen pensionierten George Bennett ein Buch über den Fall des verschwundenen Mädchens. Doch kurz vor der Veröffentlichung verlangt Bennett plötzlich, dass sie das Buch zurückzieht. Offenbar hat er neue Erkenntnisse gewonnen, die alles in einem anderen Licht erschienen lassen. Catherine forscht nach und kommt einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur ...
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Der Roman ist insgesamt flüssig geschrieben, braucht jedoch eine Anlaufzeit von etwa 100 Seiten, ehe die Handlung richtig in Gang kommt und man von den Ereignissen mitgerissen wird. Danach wird dem Leser solide Krimiunterhaltung mit ein paar überraschenden Wendungen und einer sympathischen Hauptfigur (George Bennett) geboten. Das Gefühlsdrama des Inspektor, dem der Fall persönlich viel näher geht als gut für ihn wäre, ist fesselnd geschildert. Dem Werk ist vor allem zugute zu halten, dass er den Leser nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt. Am Ende stellen sich nicht nur die Romanfiguren, sondern auch der Leser die Frage nach dem Preis der Gerechtigkeit.
Leider hapert es gerade in den Schlusswendungen ein wenig an Glaubwürdigkeit, so dass es - zusammen mit dem etwas zähen Beginn - keine uneingeschränkte Empfehlung von mir gibt.
Dennoch lesenswert.