Mit "Ein Menschenschicksal" drehte Bondartschuk einen der verstörensten und glaubhaftesten Filme des sowjetischen Kinos. Irgendwo zwischen psychologischer Studie und Kriegsdrama bietet dieses Werk ein weitestgehend ungeschöntes Bild eines einfachen russischen Soldaten, der stellvertretend für das Leid von Millionen Soldaten und Zivilisten den grausamen Kelsch des Schicksals zur Gänze leeren muss, letzten Endes aber doch Linderung durch eine Schicksalsgemeinschaft mit einem kleinen Jungen erfährt, der ebenso verloren durch den Krieg irrt wie er.
Besonders hervorzuheben ist dabei, dass sich der Film weder unmittelbar auf kriegerische Handlungen konzentriert noch einen strahlenden Helden präsentiert. Stattdessen sieht man wie das Grauen einen Menschen bricht, ganz ohne die Glorie des Kriegshelden wie in manch anderen sowjetischen Produktionen. Gewisse "Schönungen" aus politischen Gründen kann man, wie mein Vorrezensent schon bemerkte, dem Film aber nicht absprechen: Sie bleiben jedoch stets im Rahmen und beeinflussen den Gesamteindruck einer verstörenden und zugleich berührenden Studie eines Menschenschicksals nicht.
Ein beeindruckender Film gegen den Krieg und die Zerstörung des Menschen durch den Menschen!