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Die Erfahrung zeigt, dass man sich für das, was einem wirklich wichtig ist, Zeitinseln schaffen kann. Keine Zeit steht, so die Autoren, für Das ist mir nicht wichtig genug, ich nutze meine Zeit lieber für andere Dinge. Von diesem Ausgangspunkt aus lernt der Leser, wie er sich geschützte Zeiten der Ruhe nehmen kann und beispielsweise einen persönlichen Ruhe- und Gewohnheitsplan erstellt. Eine andere Übung ist, aufzulisten, wo der Druck und die Ansprüche überhaupt herkommen. Hat man das analysiert, kann man beginnen, Belastungen gezielt abzubauen und auf die Entschleunigung hinzuarbeiten. Ziel: das rechte Maß zu finden, Grenzen zu setzen und zu respektieren, einen Wohlfühlkorridor zu schaffen. Ausführlich gehen die Autoren im eher konventionellen Mittelteil des Buchs auf das Thema Planung und Ziele ein: wer definiert, was er an einem Tag erledigen möchte -- oder in der Woche, dem Monat, dem Quartal, dem Jahr -- der steuert gezielter darauf zu.
Doch effektiv zu arbeiten reicht allein nicht, um Zufriedenheit zu finden. Knoblauch et al. legen Wert darauf, dass Zeitmanagement mehr ist als Effektivität -- auch die Lebensqualität soll stimmen. In weiten Teilen ist Ein Meer an Zeit ein Work-Life-Balance-Buch, in dem es auch um Ziele, Träume, Flow-Gefühle, die persönliche Balance geht. Und zur 5. Generation von Zeitmanagement gehört auch das, wofür die Autoren das Kunstwort Shared-Life-Balance bemühen: wie gestalte ich meine Zeit im Zusammenspiel mit anderen? Einen ganzen Teil ihres Buches widmen die Autoren diesem Thema. Denn es ist ja schön und gut, wenn man durch ausgefeilte Planungen Zeit gewinnt -- aber wenn man die dann hirntot vor dem Fernseher vertrödelt, bleibt das Wohlbefinden in weiter Ferne. Stattdessen gilt es diese Zeit zu veredeln, also zum Beispiel für bessere Kommunikation zu nutzen, sich zu engagieren oder ein besserer Mensch zu werden. Klingt gut, oder nicht? -- Nina Hesse
Nun dreschen die Autoren nicht gleich mit Zeitmanagement-Rezepten auf uns ein, sie zeigen vielmehr die Ursachen des Zeitmangelns: Die Hektik entsteht in unseren Köpfen. Weil wir jedem Reiz erliegen, weil wir alles wollen, schaffen wir nichts. Wir ertrinken in unserem Meer an Zeit, statt darin zu schwimmen, denn wir hängen uns zu viel ans Bein.
Ausgehend von dieser Basis weist das Buch pfiffige Wege für eine kluge Einteilung der Prioritäten, für einen gesunden Ausgleich zwischen Leistung und Freizeit, für ein bewussteres und glücklicheres Leben - dank richtiger Schwerpunkte, dank guten Zeitmanagements.
Ein Buch, das mir geholfen hat, ein neues Zeitverständnis zu entwickeln.
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