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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lügen & Trügen,
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann wird älter: (Senilità) (Taschenbuch)
Emilio, ein kleiner Beamter, der einmal einen bescheidenen literarischen Erfolg erzielte, lebt ein tristes Leben zusammen mit seiner grauen, tristen Schwester Amalia. Bis er Angiolina kennenlernt, blond, schön, lebenslustig - und voller Lügen. Überhaupt ist Svevos Roman mit dem wunderbar lakonischen Titel ein Werk über eine solche Unzahl von Maskeraden, Unwahrheiten und Täuschungen, wie man sie in einem derartig übersichtlichen Handlungsrahmen kaum für möglich gehalten hätte. Jeder täuscht jeden, inklusiv sich selbst, nicht bösartig, sondern als unausweichliche Lebensstrategie.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
EIN MANN WIRD ÄLTER ???,
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann wird älter: (Senilità) (Taschenbuch)
Der Titel (Senilità) taucht in dem Buch nur ein einziges Mal auf, und da nur marginal auf den Protagonisten bezogen - dessen etwaiges Älterwerden überhaupt nicht Gegenstand des Romans ist! - , sondern in der Verbindung: «der senile Verstand (la mente senile)»*. «Senilità» - das ist die Greisenhaftigkeit des unablässig reflektierenden Verstandes, der sich im Reflektieren ständig seinem Objekt gegenüberstellt und damit den lebendig-aktiven Bezug zu ihm verliert. Emilio, der Protagonist des Romans, verstrickt sich das ganze Buch hindurch in innere Monologe, in denen er seine und die Psyche anderer Romangestalten analysiert, seine Beziehungen zu diesen & v.v. Durch dieses Analysieren tritt der für den Roman typische innere Stillstand ein, die psychologische Lähmung Emilios. Denn er kommt zwar irgendwann doch von Angiolina los, ist aber menschlich in keiner Weise gereift. «Senilità» ist in diesem Sinn das Gegenteil eines Entwicklungsromans. Dieses Auf-der-Stelle-Treten ist streckenweise für den Leser schwer erträglich, aber Svevos psychologische und stilistische Meisterschaft bewegt doch immer wieder zum Weiterlesen.Damit, dass ein Mann älter wird, hat das Buch jedenfalls nur ganz am Rande zu tun. Der Untertitel ist deshalb ein Fehlgriff. (Die neue Manesse-Ausgabe verzichtet darum auf eine Übertragung des Wortes «senilità» gänzlich und erklärt es in einem editorischen Anhang.) Nicht der «Held» des Romans kränkelt an seiner «senilità»; die Greisenhaftigkeit des Intellekts ist vielmehr kompositorisches und methodisches Grundprinzip des gesamten Buches. *) «Oh, la gioventù era ritornata. Correva le sue vene prepotente come mai prima, e annullava qualunque risoluzione la mente senile avesse fatta.» Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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