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Ein Mann im Haus: Roman
 
 
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Ein Mann im Haus: Roman [Taschenbuch]

Ulla Hahn
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423127457
  • ISBN-13: 978-3423127455
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.741 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulla Hahn
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Ein Mann im Haus
OA 1991 Gattung Roman Epoche Gegenwart
Der relativ kurze Erzähltext von Ulla Hahn lebt ganz von einer provozierend-obszönen Idee, die er mehr oder weniger ironisch durchspielt. Das Buch erregte dadurch nicht nur in literarischen Kreisen einiges Aufsehen, sondern wurde auch von der Boulevardpresse beachtet.
Inhalt: Die Goldschmiedin Maria lebt in einer katholischen Kleinstadt im Rheinland und hat ein heimliches Verhältnis mit dem örtlichen Küster und Chorleiter. Der wiederum ist mit der gut situierten Erbin der Wurstfabrik verheiratet und will es auch bleiben. Darauf wird Maria aktiv: Sie lockt Hansegon, den »Küstermann«, in ihr gepflegtes Heim und legt dem bindungsscheuen Galan selbst geschmiedete Fesseln aus purem Gold, »innen mit weichem lila Samt gepolstert«, sowie einen soliden Knebel an. Hilflos und entblößt an die Bettpfosten gebunden, wird der bindungsunwillige Hansegon nun zum Objekt ihrer Begierden und ihrer Fürsorge. Er wird mit Sex und Sekt verwöhnt, erhält pürierte Bandnudeln mit Kalbssoße – diese werden ihm über ein selbst geschmiedetes Silberröhrchen verabreicht – sowie sorgfältige Waschungen und viel klassische Musik. »Sie hatte sich Küstermann verbunden, bis dass der Tod euch scheidet, anderes, mehr hatte sie nie gewollt.« Das Geschehen endet jedoch nicht tödlich, sondern lediglich mit einer saftigen Grippe. Nach einiger Zeit wird der Küster nackt auf den Rheinwiesen aufgegriffen.
Aufbau: Der kurze Roman wirkt von Beginn an ambivalent, weil er ein provozierendes und obszönes Geschehen mit einer biederen Figurenpsychologie und einer konventionellen Erzählweise kombiniert. Gewiss dominieren die Sichtweise und die Empfindungen der weiblichen Hauptperson – aber sie ist keineswegs eine radikale Feministin, sondern eine verschmähte Geliebte, die gern Ehefrau wäre. Ist diese Fabel ernst zu nehmen, steht sie symbolisch für den Geschlechterkampf oder den Drang nach weiblicher Emanzipation? Oder macht sich die Autorin nicht nur über das männliche Opfer, sondern auch über diese gefühlige Domina – und zuletzt auch über ihre Leser – lustig? Das bleibt bis zum Schluss des Buchs unklar. Streng genommen ist diese satanische Idylle kein Roman, sondern eine groteske Novelle, die ihre Effekte aus der überraschenden Kombination von Kleinstadtmuff und schwarzer Romantik zieht.
Wirkung: Aufgrund der Bekanntheit der Lyrikerin Hahn und des provokanten Themas wurde das Buch bei Erscheinen lebhaft diskutiert – auch außerhalb der literarischen Welt. Dabei spielte – etwa für die BILD-Zeitung – die im folgenden Jahr bekannt gewordene Beziehung der Autorin zu einem prominenten Politiker eine wesentliche Rolle. J. V.

Kurzbeschreibung

Sie nahm die Küsterhüften zwischen ihre Knie, beugte sich vor und löste ihr Haar, dass es die Köpfe umgab wie ein Zelt. Ihre gemeinen Küsse gingen auf ihn nieder, bis die Aufsässigkeit wich und der Zorn erschien, der Zorn verging, und die Scham erschien, die Scham verging, nur Schmerz blieb. Dann hatte sie Küstermanns Gesicht mit ihren Küssen geleert. Sie berauschte sich an den Verwandlungen seiner Züge, genoß ihre Macht, genoß es, Küstermann küssend zu unterwerfen. Es war süß, auf der Seite der Täter zu sein.« Eine Frau schmiedet ihrem Geliebten goldene Fesseln und kettet ihn an sich, an ihr Haus, an ihr Bett. Sie macht ihn sich in einem präzise erdachten, grausamen Unterwerfungsprozeß untertan: die Rache für die jahrelange Verfügbarkeit und Willfährigkeit, die von ihr erwartet wurde.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carla Berling VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Viel zu spät habe ich dieses Buch von Ulla Hahn entdeckt - und ich hätte gern den Medienrummel miterlebt, den es seinerzeit in gewissen Boulevardblättern ausgelöst haben soll. Verständlich, denn von einer Lyrikerin und der Autorin des wunderbaren Romans "Das verborgene Wort" habe ich ein "solches" Buch auch nicht erwartet.

"Ein Mann im Haus" ist eine bizarre Geschichte, die wegen ihrer Brüche und Scheinheiligkeiten besonders fasziniert: Dass die Protagonistin ihren Geliebten gefangen nimmt und ihn auf sadistische Weise unterwirft, ist brillant erzählt.

Maria, alterndes Mädchen mit einem Faible für Nacktheit unterm Kostüm, Goldschmiedin in einer Kleinstadt im Rheinland, ist es nämlich Leid, nur die Geliebte des verheirateten Küsters zu sein. Mit Vertröstungen auf "...später, wenn die Kinder groß sind..." gibt sie sich nun, da die Kinder groß sind, nicht mehr zufrieden:
"Du lügst, Hansegon", sagt sie sachlich. "Du hast mich lange genug erpresst mit dieser Lüge. Jetzt kommst du mir nicht mehr davon."
Und so kidnappt sie ihren Geliebten eines Tages, fesselt ihn mit Handschellen ans Bett, verklebt ihm den Mund und dann macht sie mit ihm, was sie will.
Hansegon, der Küstermann, muss etliches erdulden, und da der Arme kein Safewort hat, erlebt er natürlich kein SM, wie er im Lehrbuch steht.
"Ein Mann im Haus" ist kein Genre-Roman, auch keine SM-Geschichte im üblichen Sinne - aber er enthält viele heftig-deftige Szenen und allerlei fein sadistische "Spielchen" und Quälereien.
Im Klappentext heisst es:
"Ulla Hahn hat einen Roman geschrieben, der mit Grenzen spielt: Keinen Liebesroman, aber mit grausamer Konsequenz von nichts als der Liebe erzählend; keine Pornographie, aber ohne Respekt vor Tabus..."
Das stimmt: Mir gefällt, wie Ulla Hahn subtilen Sadismus und erbärmliche Hilflosigkeit beschreibt, und wie sie den Sex der beiden durch ihre elegante Wortwahl von Porno in Erotik verwandelt. Die biedere, bigotte Stimmung des kleinstädtischen Spießbürgermilieus passt so gar nicht dazu - und diese Mischung fand ich besonders reizvoll.
Die Beschreibung von Hansegons Körperteilen oder sein Verlust über deren Kontrolle bewegt sich zuweilen an der Ekelgrenze. Indes: Wenn Fußpilz und Fäkalien, Rotz, Schweiß und Hornhaut so beschrieben werden, wie es hier geschieht, ist schnell klar, was eine große Autorin von einer gewöhnlichen unterscheidet. Wer braucht schon Feuchtgebiete...
Carla Berling
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Maria liebt den verheirateten Küster Hansegon und hat bereits seit einigen Jahren ein Verhältnis mit ihm. Kurz vor Weihnachten aber beschließt die Goldschmiedin, daß es so nicht weitergehen könne; bei einem schönen Abendessen zu zweit mixt sie ihm ein Schlafmittel ins Essen. Und fesselt ihn an sein Bett. Ulla Hahns Heldin hat brutale Phantasien, und anscheinend hat sie alles Recht dazu. Was genau in dem Buch weiter geschieht, will ich nicht beschreiben; aber zuweilen überläuft einen eine Gänsehaut, wenn man miterlebt, wie Maria ihre Rache übt. Es zieht sich lange hin, und man leidet mit: sowohl mit "Küstermann" als auch (und gerade) mit Maria - die hier zum ersten Mal in ihrer Beziehung die Regie fest in die Hand nimmt. Von dieser Autorin kennt man sonst nur Gedichte (die übrigens auch recht lesenswert sind); hier hat sie das Geschehen in einen Roman verpackt, und es ist ihr nicht schlecht gelungen. Von Beginn an wird man in Atem gehalten, denn obwohl sich einige der Szenen kaum ertragen lassen, ist man dennoch an die Geschichte gefesselt und mag kaum aufhören zu lesen. Eine gelungene Geschichte - und hoffentlich für nicht zuviele Frauen eine wertvolle Anregung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Daggi TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Geradezu verschlungen habe ich "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn und habe daraufhin nach weiteren Büchern von ihr geschaut. Auch die von ihr ausgewählten deutschen Gedichte in "Stimmen im Kanon" finde ich sehr gut zusammengestellt. Aber bei diesem Buch ist mir erst einmal die Spucke weggeblieben! Ich habe mich anfangs gefragt, warum ist diese Frau (Maria, die Hauptperson) denn nur so böse, bis ich in leisen Andeutungen eine Erklärung gefunden habe ... Ulla Hahns Roman (oder Novelle?) zeigt, dass auch Frauen absolut böse, brutal, pervers und ekelhaft sein können und das alles ohne Gewissensbisse! Also Männer, habet acht!!

Moralisch höchst verwerflich lässt Maria ihren Lover leiden, nicht nur psychisch, sondern physisch. Sie beschreibt dies in präzisen, schonungslosen Worten, die ich manchmal als die Grenze des Erträglichen empfinde. Maria hält in der rheinischen Kleinstadt alle zum Narren.
Die zweite Buchhälfte besticht weniger durch Gemeinheiten, als durch eine wunderschöne, poetische Sprache und eine leise Komik. Zum Beispiel finde ich Ulla Hahns Beschreibung des morgendlichen Nachbarinnen-Klatschs beim Bäcker einfach köstlich. Maria heilt sich selbst und befreit sich von ihrem Küstermann.

Ich finde das Buch ganz außergewöhnlich und auf jeden Fall lesenswert. Empfehlenswert für alle verheirateten Männer, die sich ein Geliebte zulegen wollen oder dies vielleicht schon getan haben, als abschreckendes Beispiel oder Möglichkeit, wie sich die Situation entwickeln könnte ... Empfehlenswert auch für alle Frauen, die in hoffnungslosen Beziehungen stecken und nicht den Mut haben, diese zu beenden.
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Eine Abrechnung
Zu einem Wechselbad der Gefühle kommt es nicht nur bei der Hauptcharakterin dieses Buchs, sondern auch ich konnte mich beim Lesen oft nicht entscheiden, ob ich das Buch lieben... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Johannes A. veröffentlicht
Ulla Hahn: Ein Mann im Haus
Na ja - Geschmackssache. Das Ende war allerdings sehr überraschend und hat mich letztendlich doch überzeugt.
Vor 22 Monaten veröffentlicht
Bissig, bissig !!
Was einer immer wieder vertrösteten Geliebten so alles einfallen kann - Männer nehmt euch in Acht!!! Ein "Drama" a la Ingrid Noll - die kann das auch. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. März 2010 von audiobookfan H.
Rachephantasien einer Frau
Eine Frau trennt sich von ihrem verheirateten Liebhaber, der sie über Jahre hinweg immer wieder damit hingehalten hat, seine Frau bald zu verlassen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. August 2009 von Xirxe
Hansegon in Not
Endlich mal ein Buch, das eine weit verbreitete aber nie wirklich ausgesprochene Frauenphantasie in einen Roman überführt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juni 2009 von ludwigwitzani
Wenn eine Frau einen Mann quält...
Im Gegensatz zu Ulla Hahns Bestseller "Das verborgene Wort" kann ich mit "Ein Mann im Haus" nur wenig anfangen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2009 von Sommerzeit
Ulla Hahn von einer ganz anderen Seite
Ein Buch, das mich sehr widersprüchlich zurücklässt. Auf der eine Seite abgestoßen von dem was Frau aus enttäuschter Liebe Mann antun kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2008 von jenna
Ein Hahn im Bett
Nachdem über diese groteske Short-Story so einhellig gejubelt worden ist, kann ich mir leider ein paar böse Worte nicht verkneifen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. September 2007 von Evelyn Rommel
Lesegenuss
Ich bin auch diesesmal wieder begeistert. Ulla Hahns Sprache und Stil faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Juni 2007 von ElDe
Wunderbare Sprache mit widersprüchlichen Plot
Mein erstes Buch von Ulla Hahn und ich bin von der Sprache begeistert. Es war ein Genuß, dieses zu lesen. Wir haben es uns gemeinsam mit einer Literaturgruppe vorgenommen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Mai 2007 von Bücherwurm aus Mainz
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