Nachdem Paul Schrader zunächst als Drehbuchautor begann, nahm er bei diesem Streifen auch auf dem Regiestuhl Platz. Im Film begleiten wir den Callboy Julian (Richard Gere) bei seinen geschäftlichen Aktivitäten, die sich über harmlose Chauffeureinsätze bis zu käuflichem Sex erstrecken. Seine Kunden rekrutieren sich ausnahmslos aus der High Society, denn Julian ist nicht billig. Er will weg von seiner Chefin, die ihm seiner Meinung nach zu wenig bezahlt. So nimmt er zusätzlich Aufträge von Leon an, der allerdings Kunden mit sehr speziellen sexuellen Vorlieben führt - und so beginnt die Kriminalhandlung: Einer dieser Kunden wird ermordet und Julian gerät in Verdacht.
Schrader entwirft - wie schon im Drehbuch zu Scorseses "Taxi Driver" - das Bild einer dekadenten oberen Gesellschaftsschicht, die in Langeweile erstarrt Modekollektionen durch die Gegend trägt und ihre Seelenlosigkeit durch extremen Sex kompensiert. Diese Schicht ist zudem feige. Julian bekommt es zu spüren, denn obwohl er ein Alibi hat, verweigert ihm eine Kundin die Unterstützung, weil sie nicht in eine Mordsache hineingezogen werden will. Er merkt, dass er nicht Teil dieser Gesellschaft ist, allein die Hingezogenheit zu einer Politikergattin (Lauren Hutton) könnte ihn retten und zu einem besseren Menschen machen.
Richard Gere spielt die Rolle des Julian sehr gut und vermittelt seine Arroganz ebenso überzeugend wie seine Zerbrechlichkeit. Sicherlich eine seiner besten Leistungen.
Heutzutage mag der Film etwas angestaubt sein. Sado-Maso-Praktiken jagen keinem mehr einen Schauer den Rücken herunter, damals war das wohl noch anders. Was sich nicht geändert hat, ist die Gesellschaft.