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Joseph aber, ein trockener Mensch ohne jede Intuition, war verrannt in die Idee, ihre schal gewordene Ehe in den Dünen wieder beleben zu können. Erst das Schäferstündchen, anschließend könnte man gemeinsam die Meeresfauna studieren, so seine Programmplanung. Es sollte anders kommen. Die kurz darauf mit grausamer Präzision geführten Schläge des Mörders, der Granitbrocken, der die Schädeldecken des Liebespaares zerstört, ein Sekundenprotokoll das, ins Unendliche zerdehnt, noch lange in Ihnen nachhallen wird.
Der englische Autor Jim Crace entlässt uns nach diesem Eingangsschock nicht aus seiner Klammer, gewährt kein gnädiges Verlassen des Schauplatzes. In quälend langsamen Kamerafahrten umkreist er die toten Körper und dokumentiert im sachlichen Ton des Naturwissenschaftlers, ohne jeglichen Gedanken an ein tröstliches Jenseits, deren allmählichen Verfall. Und -- Seltsames geschieht: Das Grauen ebbt ab und beginnt einer großen Ruhe Platz zu machen. Das Bild der beiden dem Naturkreislauf überlassenen Körper, die Hand von Joseph, im Tode zart auf Celices Fessel ruhend, brennt sich dem Leser unauslöschlich ein.
Ein grandioses Puzzle über die Fragen nach Vergänglichkeit, Schuld und Vorsehung. Celice und Joseph, das Paar in den Dünen, wird Sie noch lange beschäftigen. Denn die Liebe, die zu ihrem Tode führte, ist imstande, diesen zu überdauern. --Ravi Unger
In seinem Aufsehen erregenden neuen Roman schildert Jim Crace die Geschichte eines Verfalls - und erzählt von der Liebe eines Paares, die den Tod überdauert. Ein faszinierende Studie der Vergänglichkeit, umgesetzt in die bildergewaltige Sprache großer Literatur.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Naturwissenschaftliche Poesie von Leben und Tod,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann, eine Frau und der Tod. 3 Cassetten (Hörkassette)
Auch wenn man es angesichts des Titels und der Beschreibung vermuten könnte: einen Kriminalroman hat man hier nicht vor sich. Vielmehr handelt es sich um eine Ausführung über die einander bedingende Beziehung von Leben und Tod, die in naturwissenschaftlicher Nüchternheit kein noch so grausam erscheinendes Detail ausspart. Und dabei doch so sachlich bleibt, dass einem der über den Rücken laufende Schauer schon fast unpassend erscheint. Gewalt wird als biologische Gegebenheit dargestellt und dient nicht als ein Mittel zum Zweck der Spannungs- oder Gänsehaut-Erzeugung.Diese Betrachtungsweise lässt dann auch den Unterschied zwischen dem Mörder, der seine beiden Opfer kaltblütig mit einem Granitstein erschlägt, und der Fliege, die sich am Blut der Ermordeten labt, ins Unbedeutende versinken. In beidem schließt sich lediglich der ewige Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Moralische Aspekte bleiben außen vor, die biologischen Abläufe stehen im Vordergrund. Trotzdem ist die Geschichte weder langweilig noch lehrbuchartig trocken. Nur wenigen Stellen leiden aufgrund der dort etwas überbreiten Auswälzung des Lebens der Hauptfiguren an Langatmigkeit. Kurze Momente später entschädigen den Hörer jedoch wieder Sprache und zu vermittelnde Erkenntnis der Erzählung. Ende und Anfang, Leben und Tod verschwimmen in dieser Geschichte und die dazwischenliegende, kurze Zeitspanne wird abwechselnd in vorwärts und rückwärts gerichteten Blenden betrachtet. Trotzdem verliert der Hörer nie den Faden, denn wenn man die Handlung chronologisch brav aneinander reihen würde, wäre sie so wenig komplex wie das Leben selbst. Von einiger Entfernung aus betrachtet, versteht sich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Abstossende Faszination,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann, eine Frau und der Tod. (Taschenbuch)
Kein anderes Buch wirkt so nachhaltig wie dieses. Kein anderes Buch ist so abstossend und zugleich faszinierend wie dieses. Der Autor schafft einen grossen Spagat zwischen nüchterner Betrachtung und purer Romantik. Ein sehr stilles Buch, dass zum nachdenken anregt. Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit. Nichts für sensible Menschen!! Das Buch eines Sprachgenies.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Abstoßende Faszination,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann, eine Frau und der Tod. (Taschenbuch)
Kein anderes Buch ist so faszinierend wie abstoßend zugleich. Kein anderes Buch hat mich so nachhaltig beschäftigt wie dieses.Man bekommt ein anderen Blick für den menschlichen Körper. Stellt sich vor, wie es dem eigenen wohl mal ergehen wird. Detailgetreue Schilderungen der Verwesung von Leichen sind allerdings für labile Leser nicht unbedingt empfehlenswert. Der Autor einen grossen Spagat zwischen Nüchternheit und Romantik. Wie steht schon auf dem Klappentext: Hier schreibt ein Sprachgenie!!! Vielleicht ist es ja auch genau diese Faszination, warum man den Beruf "Pathologe" wählt..... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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