Zur Begutachtung habe ich die DVD-Erstauflage beigezogen, die wahrscheinlich inhaltlich mit den heute erhältlichen Ausgaben übereinstimmt.
Beim Film handelt es sich um eine Veröffentlichung von "National General Pictures", einer eher kurzlebigen Firma, die in den späten 1960er- und frühen 1970-Jahren eine ganze Reihe von teilweise von noch heute verehrten Filmen rausbrachte. Auf deutsch sind noch nicht sonderlich viele erhältlich. Die meisten sind entweder bei Paramount (z. B. "Big Jake", "Le Mans", "Little Big Man", "Rio Lobo") oder Warner (z. B. "Getaway", "Sandkastenspiele", "Charro!") erschienen.
Paramount hat hier vor allem mit der Sprachen- und Untertitelauswahl gepunktet. Bonusmaterial gibt es gar keines. Es gibt auch einzelne OmU-Sequenzen zu sehen, was allgemein in den meisten Fällen besser ist als eine Nachsynchronisation. Kleines Versäumnis der DVD-Macher: obwohl es eine Untertitelspur für deutsche Inserts gibt (für die unsynchronisierten Sequenzen), hat man es leider versäumt, den englischen Einführungstext zum Filmbeginn dort zu berücksichtigen. Wer also dort deutschen Text braucht, muss auf die durchgehende deutsche Untertitelspur wechseln. Beim restlichen Film klappt es aber dann mit den Inserts.
Weitere Schönheitsfehler: zum Filmbeginn fehlt das Logo von "National General". Ausserdem entsteht der Eindruck, das anamorphe 2.35.1-Bild sei während des Hauptfilms zu wenig breit, denn während des Vor- und Nachspanns wird noch weiter hinaus gezoomt, was man dort schön an den breiteren schwarzen Balken unten und oben feststellen kann.
Bild- und Tonqualität sind ansonsten, wie man es bei Paramount gewohnt ist, solid.
Der Film selbst bietet gefällige Unterhaltung, bei der die Spannung schön aufrecht erhalten wird. Für meinen Geschmack wäre ein bisschen mehr Humor auch nicht schlecht gewesen. Man merkt dem Film sein Produktionsjahr 1969 (und nicht 1970, wie teilweise geschrieben wird) recht gut an, und zwar wegen der Stilmittel (Traumsequenz; lange Aufnahme ohne Zwischenschnitt, dafür aber wenige auffällige Zooms, wie sie sonst zu dieser Zeit schon fast inflationär eingesetzt wurden). Der Umgang mit und unter den Indianern enthält hier doch auch rüde Elemente und es erstaunt ein bisschen, das Ganze mit einer FSK 12 durchgeht. Vielleicht hat man den Film im Verlauf der Zeit hinsichtlich Altersfreigabe heruntergestuft. Wie authentisch das Ganze dann unter dem Strich ist, kann ich nicht hinlänglich beurteilen, denn ich bin kein Fachmann zum Thema nordamerikanische Ureinwohner. Immerhin hebt sich der Film ab von althergebrachten Westernklischees, wobei man beachten sollte, dass sich das Gebotene wohl nicht primär als Western versteht, sondern als historisches Drama eines Europäers unter Indianern.
Der Blickwinkel auf die Indianer ist auf jeden Fall schon nicht derselbe, wie ihn Kevin Costner gut 20 Jahre später bei "Der mit dem Wolf tanzt" zeigte.
Ob es ein "Happy End" gibt und der von Richard Harris souverän gespielte Engländer wieder zurück in die "Zivilisation" gelangt, verrate ich nicht.
Fazit: trotz der erwähnten Abstriche eine interessante DVD, die man sich gut anschauen kann, um sich gepflegt zu unterhalten. Schade, dass man seitens der DVD-Macher die Gelegenheit ungenutzt liess, um dem Film mit etwas Zusatzinformationen die Ehre zu erweisen. Da gebe ich drei von fünf Trommelklopfern und frage mich, ob es der grosse Home-Entertainment-Gott da später noch etwas Üppigeres regnen lässt. Ich habe gesprochen.