Die Geschichte, angeblich wahr, spielt um das Jahr 1820; und nicht im 18. Jahrhundert, wie es auf dem Umschlag heisst. Richard Harris spielt einen Beteiligten einer Expedition, die zwecks guten Geschäften mit Biberfellen mit einem auf einen Wagen geladenen Schiff (!) durch den damals weitgehend unerforschten amerikanischen Nordwesten unterwegs ist.
Die von Harris dargestellte Hauptfigur Zach wird bald von einem Bären angefallen. Da man ihm kaum Überlebenschancen einräumt, soll ihn die Mannschaft auf Befehl des Forschungsleiters Käpt'n Henry (gespielt von John Huston) zurücklassen. Nach einigen Widrigkeiten kann Zach schliesslich wieder einigermassen genesen und macht sich seinerseits auf den Weg. Begegnungen von Zach mit wilden Tieren und Indianern bleiben da natürlich nicht aus, und er hat ausreichend Gelegenheit, um seine Qualitäten als Stehaufmännchen unter Beweis zu stellen. Ob er sich an Henry rächen will?
Der Film ist gleich noch ein Sarafian-Werk aus dem Jahr 1971, wie schon der mutmassliche Vorgänger "Fluchtpunkt San Francisco". Die über knapp 101 Minuten laufende Geschichte weckt unweigerlich Erinnerungen an den "Mann, den sie Pferd nannten" (ebenfalls mit Richard Harris), doch der Verlauf ist doch ziemlich unterschiedlich. Es werden ab und zu Rückblenden eingestreut, die einem etwas zu der Vergangenheit von Zach eröffnen. Ansonsten ist die Handlung weitgehend chronologisch.
Stilistisch hält sich der Film grösstenteils auf hohem Niveau. Der Regisseur gibt sich als Könner seines Fachs zu erkennen. Inszenierung und Kameraführung kamen bei mir sehr gut an. Einzig der Bärenüberfall am Anfang des Films erscheint mir nicht so überzeugend. Erstaunlich ist nach meinen Dafürhalten, dass es noch zu einer 12er-Freigabe gereicht hat, denn der eine oder andere Moment ist schon nicht so appetitlich.
Die Umsetzung auf DVD läuft hier bei Warner wohl unter dem Motto "Sparflamme". Den Film, aufgeteilt auf 12 Kapitel, gibt es nur in englischer und deutscher Sprache zu sehen. Immerhin hat man auch die bisher offenbar nicht synchronisierten Sequenzen drin gelassen. Der Ton ist ganz anständig, doch ab und zu könnte die Verständlichkeit etwas besser sein. Untertitel: die Auswahl beschränkt sich auf durchgehende deutsche Untertitel oder solche nur für den Einführungstext und die wenigen OmU-Sequenzen.
Das Bild (2,35:1 auf 16:9 codiert) habe ich als erfreulich wahrgenommen; die Farben sind meist klar und kräftig.
Das Menü ist ausgesprochen mager, denn man kann nur die sehr überschaubaren Spracheneinstellungen dort tätigen. Kapitel kann man nur im laufenden Film anwählen.
Das Bonusmaterial kann ich sehr kurz kommentieren: es fehlt.
Wahrscheinlich hat man hier das Ziel verfolgt, durch geringe Datenmenge eine einschichtige DVD 5 zu erstellen. Schade, dass das Ergebnis so mager ausfallen musste. Der Film hätte durchaus ein ambitionierteres Vorgehen seitens der Macher verdient.
Fazit: den Film mag ich, die DVD-Umsetzung ist suboptimal. Dafür verleihe ich drei von fünf handgeschnitzten und mit Kaninchenfell gepolsterten Gehhilfen und schliesse hiermit die Expedition ab.