Als Ulrik aus dem Knast kommt, stellt sich ihm die Frage - neues oder altes Leben? Eigentlich möchte er schleunigst die ungnädige Vergangenheit hinter sich lassen und seinen Sohn und dessen Nachwuchs mitbekommen; eben wie es sich für einen in die Jahre gekommenen Gangster gehört. Er findet einen Job in einer Autowerkstatt, bekommt eine Topfpflanze geschenkt und verliebt sich in die Sekretärin vom sehr redseligen Chef. Ein ganz normales Leben also - wenn da nicht eine offen gebliebene Rechnung wäre. Denn Gangster vergessen nicht - obwohl sie manchmal gerne würden...
Straubtrocken ist er, der nordische Humor, die Protagonisten von stoischer Ruhe und meistens wenig gesprächig. In dieses Muster passt optimal Hans-Petter Molands schwarze Komödie im grau-winterlichen Norwegen, wo auch schon mal eine Falschparkerin im Müllcontainer landet.
Die Mimik von Stellan Skarsgard spricht Bände. Er steht als grauhaariger Zopfträger im Mittelpunkt - doch die Damen wollen nur sein bestes Stück, der wieder gefundene Sohn und seine schwangere Frau wollen dagegen nichts von ihm, obgleich der Daddy so gerne an der Familie teilhaben würde. Regisseur Moland setzt nicht nur auf den unschlagbar guten Hauptdarsteller, sondern auf die richtige Besetzung bis in die winzigste Nebenrolle - vom kleinwüchsigen Waffenhändler bis zum trotteligen Adlatus von Jensen, vom Werkstattbesitzer mit schneller Stakkatosprache im Gegensatz zu Ulriks schwerfälliger Diktion, von der Vermieterin, die dem Objekt der Begierde nach vollendetem Akt zufrieden auf die Schulter hämmert bis hin zur jungen Frau, die ihn schnell, zu schnell in Wohnung bzw. Bett lädt.
Im tristen Grau des Nordens umkreist er den Protagonisten mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Leben ist ein stiller Fluss mit Untiefen.
Fazit:
Eine schwarze Komödie, top inszeniert. Klein, aber fein. Meiner Meinung nach eine der besten Komödien des Jahres. Unbedingt zu empfehlen!