Der Roman erzählt die Liebesgeschichte zwischen Marie und Paul mit allen ihren Höhen und Tiefen. Es ist keine einfache Beziehung, und die Figuren sind vielschichtig. Sie vermochten mich zu überraschen, gelegentlich bis zu einem Punkt, wo ich ihre Reaktionen nicht mehr ganz nachvollziehen konnte (z. B. Maries Reaktion auf den Heiratsantrag). Insgesamt hätten Konflikte manchmal etwas genauer dargestellt werden können (wie der Konflikt zwischen Paul und Maries Sohn).
"Ein Mann wie Papa" ist jedoch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein Roman über eine ganze Familie. Überhaupt befindet sich Marie in einem sehr komplexen Beziehungsgeflecht, und ich habe das Schicksal aller lebendig gezeichneten Nebenfiguren mit großem Interesse verfolgt. "Papa", obwohl schon zehn Jahre tot, wird dem Leser natürlich ebenfalls nahegebracht, wobei das im Titel zusammengefasste Thema nach meinem Empfinden vor allem im zweiten Teil des Romans ein wenig aus dem Blick gerät.
Der Roman arbeitet viel mit Rückblenden, die Elsa Rieger geschickt eingesetzt hat, sodass ich gut in Maries Gedankenwelt eintauchen konnte. Besonders gefielen mir die Passagen, in denen die Autorin gekonnt das Lebensgefühl der Flower Power-Generation und der Punkszene vergegenwärtigt.
Zusammenfassend stelle ich fest, dass der Roman mich immerhin so gepackt hat, dass ich ihn innerhalb von 24 Stunden zu Ende gelesen habe.