Dieser Gesellschaftsroman aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert erinnerte mich irgendwie an Effi Briest aus dem späten 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen das gesellschaftliche Leben und die Stellung in der Gesellschaft, was ja eigentlich sehr interessant ist. Aber der Erzählstil ist zähflüssig und geschmückt mit so ausführlichen Beschreibungen, um nicht zu sagen langweilig. Auch die Dialoge sind eigenartig, teilweise unverständlich und noch dazu bestückt mit französischen und italienischen Wörtern. Wenn ich mich an den Sonntag zurückerinnere an dem ich dieses Buch gelesen habe, muss ich spontan gähnen. Als Tipp kann ich nur empfehlen schnell und ohne Pause zu lesen, damit es nicht so langweilig wird und man nicht vergisst, was als letztes nicht passiert ist.
Zum Inhalt:
Zuerst wird geschildert wie Anna, eine reiche Amerikanerin und dazu eine sehr sehr tragische Person, aufgewachsen ist und wie ihre Kindheit geprägt wurde. Sie heiratet einen dekadenten römischen Fürsten und bekommt die Tochter Constanza und viele Jahre später noch einen Sohn Giorgio. Sie vermutet eine Affäre zwischen ihrem Mann und einer Frau, mit der er nichts hat, denn er hat was mit einer anderen Frau, nämlich mit Giulia und zwar schon seit vor dem Beginn der Ehe. Da an der vermuteten Ehe mit der Anderen nichts dran ist und Anna auch keine Beweise hat, beruhigt sie sich wieder. Nach der Geburt des Sohnes, erfährt sie dann endlich von der mittlerweile 20-jährigen Affäre mit Giulia. Eigentlich wusste sie es aber vorher schon, nur wahrscheinlich hat sie es auf sich beruhen lassen, bis sie jemand darauf hingewiesen hat, dass es schon ganz Italien weiß. Absolut außer sich und total empört, beschließt sie ihren Mann zu verlassen. Der Fürst liebt sie zwar anscheinend abgöttisch, er ist ja angeblich nur fremd gegangen, weil sie prüde und frigide war, aber er bittet sie niemals um Verzeihung.
Also zieht Anna mit Tochter Constanza nach England (dieses Drama ereignet sich übrigens erst so um die Seite 100.
Nun beginnt ein sprunghaftes Leben für die zwei Frauen, sie ziehen ständig um, Hotels oder Häuser werden je nach Bedarf gemietet und wieder aufgegeben. Geld ist reichlich vorhanden aus dem Erbe von Anna.
Constanza ist ganz anders als ihr Mutter, sie hat unzählige Affären und kurze Liebschaften, aber verlieben kann sie sich nicht. Also heiratet sie, um Anna einen Gefallen zu tun, Simon, einen intelligenten jungen Mann, den ihre Mutter als perfekt dafür ansieht.
Die Tochter Flavia geht aus dieser Ehe hervor. Constanza hat weiterhin Affären, von denen Simon auch weiß, ihm ist auch bewusst, dass seine Frau ihn nicht so anbetet, wie er sie. Eines Tages findet er eine Frau die dies tut und bittet Constanza um die Scheidung. Sie willigt ein, einen Ehebetrug, den sie begehen soll, vorzutäuschen, um ihm die schuldlose Scheidung zu ermöglichen.
Constanza und ihr Tochter Flavia leben nun weiter ein flatterhaftes Leben von einem Ort und Land zum anderen.
Als Constanza im Zorn ihrer Mutter von ihren vielen Affären berichtet und sich gegen deren moralische Wertvorstellungen auflehnt, hat das nachhaltige Folgen für sie.