Der Text auf Amazon ist Unsinn, die beiden Grundschullehrer Komori und Takigawa sind in diesem Band allenfalls Randfiguren, es geht um die Beziehung ihres Kollegen Ibuki zu Koki Fujita, dem ehemaligen Mitschüler Takigawas. Im zweiten Band sind die beiden schon aneinander geraten, jetzt freunden sie sich erst an und werden schließlich ein Paar.
Das alles geht natürlich nicht ohne ständige Reibung ab, sie sind wirklich sehr unterschiedlich in ihrer Lebenseinstellung. Aber sie ähneln sich auch, haben beide eine eher unrühmliche Jugendzeit hinter sich und scheuen vor einer festen Beziehung zurück. Nebenbei ist Ibuki ein Grobian und so sexhungrig, dass es Fujita angst und bange wird ...
Wer Nase Yamatos Werk kennt weiß, dass sie sich eher für Männer aus einfachen Verhältnissen interessiert, glamourös geht es hier wirklich nicht zu. Die beiden Hauptcharaktere sind ziemliche Normalos und hatten Beziehungen mit Frauen, bevor sie einander gefunden haben. Es ist, wie meistens bei Liebesgeschichten, die Beschreibung eines Kennenlernens, Annäherns, Streitens und Wiederfindens. Die beiden Männer sind so um die Dreißig und sehr attraktiv (wie bei Yaoi nicht anders zu erwarten), einer ein Kerl, der andere knabenhaft: An und für sich nicht besonders originell, außer dass es sich um einen Grundschullehrer mit krimineller Vergangenheit und den alleinerziehenden Vater eines seiner Schüler handelt.
Die Mangaka hat ihren Stil zwar beibehalten, entwickelt ihn aber doch von Buch zu Buch, wie ich finde, positiv weiter. Die Anatomien sind realistischer, die Gestalten wirken nicht mehr ganz so ungelenk, die Gesichter natürlicher. Die Sexszenen sind wirklich sehr deutlich (mal abgesehen von diesen komischen weißen Zensurbalken). Das Ambiente ist bei ihr tatsächlich nur ein Hintergrund, sie bevorzugt Nahaufnahmen, bemüht sich, Emotionen darzustellen und setzt SD-Bilder eher sparsam, und wenn dann in passenden Situationen ein.
Die Übersetzung klingt manchmal ein wenig gestelzt, aber die Dialoge sind gut zu verstehen und es wird nicht allzu viel geredet - weniger als in den ersten beiden Bänden. Ibuki ist mehr für Action ...
Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, es ist unterhaltsam, schön anzusehen und nicht ganz leicht verdaulich - eine lohnende Anschaffung zum Mehrfachlesen.