"Für mich jedenfalls ist Glück, von Menschen umgeben zu sein, die ich liebe und für die ich sorgen kann", erklärt Anna-Maria, die, wie die Leute sagen, als Kind "vom Himmel gefallen ist": In den Wirren der Nachkriegszeit wurde sie als Baby in den Trümmern eines verunglückten Zuges gefunden. Als Vollwaise wächst sie in einem Heim auf und lernt später Kinderkrankenschwester in München. Bei der Arbeit verliebt sie sich in ihren zukünftigen Mann Walter. Von der Sehnsucht, zu jemandem zu gehören, getrieben, entwickelt sich schon sehr früh Anna-Marias soziale Ader: Sie versorgt eine pflegebedürftige Frau auf deren Einödhof, die ihr zum Dank das Haus vermacht.
Als Anna-Maria nach der Geburt ihres zweiten Sohnes erfährt, dass sie keine Kinder mehr haben kann, nimmt sie erstmals ein Pflegekind auf: die kleine Tini, die ihr rasch ans Herz wächst. Doch es bleibt nicht bei Tini. Im Laufe der Jahre betreuen Anna-Maria und ihr Mann Walter neunundvierzig Pflegekinder. Jedes dieser Kinder hat sein ganz eigenes, anrührendes Schicksal - wie zum Beispiel Mirko aus dem Kohlenkeller - , und einige der Kinder darf der Leser in diesem Buch kennenlernen. Drei ihrer kleinen Pfleglinge adoptieren Anna-Maria und ihr Mann sogar, darunter auch den behinderten Simon.
Selbst als missgünstige Nachbarn die Pflegemutter ungerechtfertigterweise wegen Vernachlässigung der Kinder anzeigen, lässt sich Anna Maria nicht beirren und geht weiter ihren Weg der Nächstenliebe.
Wie immer versteht es Viktoria Schwenger meisterhaft, dem Leser nicht nur die Gestalt der Pflegemutter aus Leidenschaft und Liebe, sondern ebenso die bewegenden Schicksale der Kinder nahe zu bringen. Eine uneingeschränkt zu empfehlende Lektüre, gerade in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen gegen eine Zukunft mit Kindern entscheiden!