Dieses Buch zeigt in hervorragender Weise den Unterschied zwischen dem islamischen Glauben und der politischen Bewegung des Islamismus. Es macht deutlich, dass letztere im Grunde erst im Zusammenhang mit der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Krise der arabischen Welt entstand, die auch Folge des Kolonialismus und der imperialistischen Politik der ersten Welt ist. Abu Zaid zeigt, dass der Islamismus den Koran als ein politisches und juristisches Lehrbuch missdeutet und damit seines religiösen Inhalts beraubt. Er zeigt am Beispiel seiner Kindheit, dass der originale Islam eine von tiefem Glauben und menschlischer Solidarität geprägte Religion ist und von den Islamisten auf die Frage erlaubt/nicht erlaubt reduziert wird. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich intensiver mit dem Islam beschäftigen möchten.