Zwei Romane des grossen französichen Schriftstellers in einem Buch. "Ein Leben" und "Stark wie der Tod".
"Stark wie der Tod", 1889 herausgekommen, ist ein Roman über das Aelterwerden.
Die Handlung ist rasch erzählt: Ein reicher und berühmter Maler im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat eine adelige Geliebte, seit 12 Jahren. In diesem Buch werden keine Altersangaben über die Hauptfiguren gemacht, einiges lässt darauf schliessen, dass die Geliebte etwa 44-jährig ist, der Maler etwa 50. Die Tochter der Geliebten kommt aus der Provinz zurück und soll verheiratet werden. Der Maler verliebt sich in das Ebenbild der Mutter. Diese Liebe wird nicht erwidert, er findet ein tragisches Ende und wirft sich vor eine Kutsche.
Was dieses Buch interessant macht, ist die Beschreibung, wie ein Mann und eine Frau mit dem Aelterwerden umgehen: er macht beispielsweise Hantelübungen, sie schminkt sich, macht Diäten, ihre Kleider sind ein sehr wichtiges Thema, kurzum: die Menschen im Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts sind uns nicht sehr fremd..... ihre Diskussionen drehen sich um die gleichen Themen wie heute. Und dass das Aelterwerden heute ein gesellschatliches Thema ist, braucht ja nicht speziell erwähnt zu werden.
Maupassant war 39-jährig, als er dieses Buch schrieb.
"Ein Leben", 1883 verfasst, sechs Jahre vor "Stark wie der Tod, ist ein weiteres, sehr empfehlenswertes Buch aus dem Schaffen dieses 1893 verstorbenen Schriftstellers. Maupassant schrieb gesamthaft sechs Romane. Diese zwei Romane zeigen, dass Maupassant im deutschen Sprachraum zu Unrecht in erster Linie wegen seiner Novellen bekannt ist.