Ob es Glen Gould gefallen hätte ? Vielleicht doch, in Sachen " Vermarktung" war er schon zu Lebzeiten sehr geschickt. Es ist schon bemerkenswert, wie seine Aufnahmen seit 20 Jahren in immer neuen Versionen und Koppelungen auf den Markt geworfen werden. Lohnt es sich ? Früher war Gould provokant- das war sein Hauptmarkenzeichen. Joachim Kaiser zweifelte, ob sein Nachruhm bleibt.Ich bin auch ambivalent. Neben grauenhaftem Mozartspiel- dafür sollte er noch eine Ewigkeit im Himmel büßen- aber interessanten Beethovenspiel- sehr provokant, aber spannend, auch die verschrobene Appassionata- steht das Zentrum des Bachspiels. Damals revolutionär. Heute ? Es gibt gute andere Pianisten, die Bach auf dem Klavier spannender spielen. Argerich, Pogorelich, Gelber, Weißenberg,Richter, auch Gulda und- viel zu wenig- Christian Zacharias. Es bleiben die Goldbergvariationen, am besten ,live, Salzburg 1959. Also Fazit: Wer Gould nicht kennt, kann ihn mit diesem Sampler kennenlernen. Ein Optimum stellen diese Aufnahmen nicht dar.