Alfonso Nitti, Hauptfigur des Romans will unter anderem Philosoph sein, nur weiß er wie vieles nicht, welche Philosophie er in seinem Vorstellen, Denken und Tun verkörpert - nämlich die eines absoluten, skeptischen Solipismus. Bekannt ist, daß sich Svevo intensiv mit Schopenhauer beschäftigt hat, der sich mit dem Solipismus auseinandersetzt. Und in ein "Ein Leben" ist von Grund auf Svevos literarische Widerlegung der nicht auf ihren Begriff gebrachten Position des radikal-spektischen Solipismus von Nitta. Nicht nur, weil er im geschäftlichen und privaten Leben scheitert, in den Freitod geht, sondern weil das absolute ICH dem Menschen als soziales Wesen in keinster Weise entspricht. Svevos Widerlegung ist seine Art zu erzählen: er schreibt aus allen Figurenperspektiven, die von Nitta, aus allen seinen Bekanntschaften, Liebschaften, nennt, analysiert deren Innenleben, das, erkennt Alfonso es, er so gründlich mißdeutet wie sein Eigenes. Allein schon dadurch zeigt er die Unmöglichkeit eines autarken Ichs, das nur sich zu erkennen wähnt.