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Ein Kardinal vor La Rochelle: Roman (Fortune de France, Band 11) Taschenbuch – 1. August 2002


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 359 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 6 (1. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374661225X
  • ISBN-13: 978-3746612256
  • Originaltitel: La Gloire et les Perils
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 2,7 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 450.636 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Robert Merle wurde 1908 in Tébessa in Algerien geboren. Nach Schule und Studium in Frankreich war er von 1940 bis 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft. 1949 erhielt er den Prix Goncourt für seinen ersten Roman "Wochenende in Zuydcoote", 1952 gelang ihm ein weltweiter Erfolg mit "Der Tod ist mein Beruf". Robert Merle starb im März 2004 in seinem Haus in Montfort-l"Amaury in der Nähe von Paris.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sobald wir Madame de Brézolles gegenübersaßen, wich das Schweigen dem Austausch kleiner Höflichkeiten, während wir einander mit der scheinheiligsten Zurückhaltung musterten. Und als ich an gewissen Zeichen erkannte, daß weder ich noch Nicolas der Dame mißfielen, wechselte ich von den nichtssagenden Floskeln zu Komplimenten über, lobte die Schönheit des Schlosses, den reizenden Park, den Geschmack, mit dem der kleine Salon aufwartete, und schließlich beglückwünschte ich, mit aller gebotenen Vorsicht, Madame zu ihrer einnehmenden Erscheinung.
Sie errötete bei diesem Aufgebot und hob abwehrend die Hände.
"Graf", sagte sie, "man sieht, daß Ihr am Hofe lebt, wo die Damen zu Anfang und Ende eines Besuchs erwarten, daß die Herren sie mit allen möglichen Lobpreisungen überschütten. Aber ich bin darauf nicht erpicht. Ich bin Witwe, kinderlos, lebe allein auf dem flachen Land und habe wenig Umgang. Wenn man mir gemeinhin auch ein paar gute Eigenschaften zugesteht, so könnt Ihr doch nichts dazu sagen, weil Ihr mich noch gar nicht kennt. Darum bitte ich Euch, redet ganz offen und sagt nur ohne Umschweife, was Ihr wünscht." Das war nun eine kleine Abfuhr, aber doch nicht so ganz, denn was sie mit oder ohne Absicht von ihren guten Eigenschaften gesagt hatte, die mir noch unbekannt seien, konnte man auch so verstehen, daß sie recht gern wollte, ich lernte sie besser kennen, was sich ja wohl nur im näheren Umgang miteinander machen ließ. Durch dieses "noch" ermutigt, trug ich leichteren Herzens mein Anliegen vor: Weil meine Männer und ich in der Zitadelle Saint-Martin-de-Ré hätten ausharren müssen, seien wir erst nach dem Ende der Belagerung aufs Festland gekommen, das heißt zu einem Zeitpunkt, als der König und sein Heer schon alle Unterkünfte belegt hatten. Wir hätten also nirgends ein Quartier gefunden. Und da ich erfuhr, daß die Marquise de Brézolles beabsichtige, nach Nantes zu gehen, hätte ich gedacht, es käme ihr womöglich nicht ungelegen, ihr Haus für die Dauer ihrer Abwesenheit an mich zu vermieten. Was zunächst den Vorteil hätte, daß wir untergebracht wären, sodann aber auch, daß das Schloß mit einer Garnison belegt wäre, die es vor Plünderung schützen würde. Madame de Brézolles antwortete nicht gleich, sondern sah mich nachdenklich an, als wäge sie meine offensichtlichen Tugenden und meine möglichen Untugenden gegeneinander ab. "Graf", sagte sie schließlich, "darf ich Euch eine Frage stellen?" "Madame", sagte ich, "ich stehe zu Eurer Verfügung." "Was sind das für Männer, die Dir bei Euch habt? Soldaten?" "Es sind Schweizer, Madame, die ich gedungen habe und die mir seit langer Zeit dienen, gute, ehrenwerte Männer, reinlich, wacker und diszipliniert. Wenn nötig, scheuen sie sich auch nicht, bei Arbeiten auf meinem Gut Orbieu mit Hand anzulegen." "Kann ich sie sehen, Graf?" "Selbstverständlich, Madame. Nicolas, würdest du bitte unsere Schweizer vor der Freitreppe versammeln?" "Ist in einer Minute gemacht, Herr Graf", sagte Nicolas, der nach einem flinken Gruß und einer graziösen Reverenz wie ein Pfeil davonschoß. Madame de Brézolles wandte sich mir lächelnd zu. "Was habt Ihr für einen hübschen Junker, Herr Graf!" Zuerst biß mich die Eifersucht, dann erfaßte mich eine Besorgnis, denn schließt die Welt von der Schönheit des Junkers nicht allzu leicht auf die Sitten des Herrn? "Madame", sagte ich abweisend, "Nicolas hat gewichtigere Vorzüge. Daß er so gut aussieht, kommt ihm allerdings sehr zustatten, weil er, wie sein Herr, ein glühender Bewunderer des gentil sesso ist." "Oh, das will ich gerne glauben", sagte Madame de Brézolles und verbarg ihre Erleichterung hinter einem kleinen Lachen. "Graf", fuhr sie fort, "seid Ihr verheiratet?" Allewetter! dachte ich, muß ich jetzt etwa meine ganze. Lebensgeschichte erzählen, damit sie mir ihr Haus vermietet? "Nein, Madame, ich habe alles mögliche gewagt, nur das nicht." "Ach!" sagte sie lächelnd, "so schrecklich ist die Erfahrung doch nicht. Was auch immer geredet wird - es gibt gute Ehen. Ich, zum Beispiel, hatte einen vortrefflichen Gemahl, dem ich höchstens vorwerfen könnte, daß ich keine Kinder habe. Kanntet Ihr ihn vielleicht?" fragte sie. "Er war in Herrn von Schombergs Heer, das die Engländer zwang, sich einzuschiffen, nachdem es sie gezwungen hatte, die Belagerung der Zitadelle Saint-Martin-de-Ré aufzuheben." "Es hätte sein können, Madame. Aber ehrlich gesagt, wir waren nach der langen Belagerung so geschwächt, daß wir Herrn von Schomberg nur als Nachhut dienen konnten und seine Offiziere daher nicht kennenlernten." "Monsieur de Brézolles, müßt Ihr wissen, war im letzten Kampf in die Hinterbacke getroffen worden. Er wurde verbunden und schnellstens hierher transportiert", erzählte sie. "Seine Wunde erschien uns aber harmlos und leicht heilbar, vor allem, als er noch am Abend seiner Ankunft unbedingt mein Lager beehren wollte, so daß das ganze Gesinde staunte." "Wie erfuhr das Gesinde denn das?" "Nun ja", sagte sie, indem sie die Augen niederschlug, "Monsieur de Brézolles betrug sich in solchen Momenten etwas sehr geräuschvoll. Offenbar war es aber höchst unklug von ihm, sich so heftige Bewegung zuzumuten. Seine Wunde brach auf, das Blut floß in Strömen, und alle Versuche, es zu stillen, schlugen fehl. Der Arzt war mit seinem Latein am Ende." Zum Teufel mit seinem Latein! dachte ich. Mein Vater hätte an seiner Stelle kein Latein gebraucht, sondern einen guten Knebel, der, richtig gesetzt, das Blut zum Stillstand gebracht hätte. "So ist er denn gestorben", sagte Madame de Brézolles, und je eine dicke Träne rollte über ihre Wangen. Aber nur eine, und nachdem das Naß mit einem Spitzentuch, das sie aus dem Ärmel zog, getrocknet war, erhob sie sich entschlossen. "Monsieur", sagte sie, "Eure Schweizer schmachten an meiner Freitreppe. Erlösen wir sie!"

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 8. Oktober 2001
Format: Broschiert
Da ist er nun, der achte Band der nunmehr 13-teiligen "Fortune de France"-Romanserie. Wieder begleiten wir unseren fiktiven Romanhelden, jetzt Pierre-Emmanuel de Siorac, bei seinen aristokratisch-politischen und amourösen Abenteuern im realen Frankreich des 17. Jahrhunderts. Als "Mäuschen" in den Gemächern von Ludwig XIII. und dem Kardinal Richelieu erlebt der Leser fast leibhaftig die Ereignisse um die Belagerung der Hugenotten von La Rochelle. Wir erfahren weltpolitische und auch nebensächliche, aber immer interessante Details französischer Geschichte und Lebensart. Erneut gelingt es Robert Merle, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dialogstark, lebensnah gezeichnete Charaktere- manchmal ein bißchen zu detailversessen - spannend und humorvoll; dies alles garantiert eine faszinierende Lektüre, wie man sie von Merle kennt und erwartet. Und was bleibt am Ende des Buches?: Bestimmt wieder ein Jahr Wartezeit bis der Aufbau-Verlag den neunten Band veröffentlicht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Doris K. VINE-PRODUKTTESTER am 9. September 2008
Format: Taschenbuch
Teil elf der "Fortune de France"-Serie und so langsam neigt sich die Geschichte von Robert Merle dem Ende zu. Zwei Bände habe ich jetzt nur noch zu lesen und dann habe ich es (leider)geschafft. Ich finde das ein wenig bedauerlich, denn bis jetzt hat mir diese Serie einfach unheimlich viel Spaß gemacht. Da die einzelnen Bücher auch nicht allzu dick sind (das dickste davon war der dritte Teil "Die gute Stadt Paris" mit ca. 700 Seiten; sonst liegen die Seitenzahlen bei durchschnittlich 400-500 Seiten) und alle interessant, informativ, witzig, realistisch und spannend sind, habe ich sie mit viel Freude und Spaß gelesen.

In diesem vorliegenden Band "Ein Kardinal vor La Rochelle" wird nun von der Belagerung dieser Stadt durch König Ludwig XIII. und Kardinal Richelieu geschildert, die am 04. August 1627 begann und am 27. Oktober 1628 endete. Wieder gelingt es dem Autor dies interessant, detailliert und unverblümt zu erzählen, so dass ich, obwohl ich über diesen Teil der französischen Geschichte am meisten von allen Büchern Bescheid wusste, mit Spannung den Verlauf der Belagerung folgte.

Pierre-Emmanuel hat selber erst Monate des Hungers hinter sich, da er (natürlich mit vielen anderen) von den mit den französischen Protestanten verbündeten Engländern auf der Insel Ré belagert wurde. Die Engländer (die unter dem Herzog Buckingham handelten) mussten dort erfolglos abziehen, und eben erst befreit, schließt sich Pierre-Emmanuel Ludwig XIII.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dr. Ulf Altmann am 14. August 2003
Format: Taschenbuch
Es ist sicher nicht leicht sich einer historisch so schillernden und bedeutenden Person wie Kardinal Richelieu romanhaft zu nähern. Robert Merle mit seiner Liebe zur historisch exakten Wiedergabe und seinem Talent zur romanhaften Spannung hat diesen Spagat scheinbar spielend leicht geschafft! Das Interesse am gesamten Fortune-de-France-Zyklus wurde bei mir durch diesen weiteren Band nur noch gesteigert. Anhand der Erlebnisse des Pierre-Emanuelle de Siorac, die der Leser aus der anteilnehmenden Ich-Perspektive dargeboten erhält, erfährt man unendlich viel über eine verworrenene Epoche der französisch-englischen Geschichte - vor allem mit vielen reizvollen und historisch profunden Gegensätzen zum klassischen vor allem durch Alexandre Dumas Musketiere Romane geprägten Richelieu-Bild. Auch die Rollen Ludwig XIII. oder des Herzogs von Buckingham werden zunächst den interessierten Leser überraschen - und überzeugen. Man sollte sich diesen Band ebensowenig entgehen lassen, wie die anderen Bücher des Merle-Zyklus "Fortune-de-France"!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Heidenreich, Gerd am 6. Juni 2005
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Nach 7 Bänden „Fortune de France" gelangte ich nun in den Besitz des Bandes „Ein Kardinal vor La Rochelle"
Richelieu, an anderem Ort zumindest als zwiespältig beschrieben, mitunter sogar als Rivale des Königshauses und Gegner alles Rechtschaffenen verrufen. Ich war echt gespannt.
Nun, abgesehen davon, dass hier das Bild eines klugen, aber ergebenen Dieners seines Herrschers entsteht, begegnet mir da unter anderem Folgendes:
„Im Gegensatz zu den Königlichen Musketieren, die sämtlich von Adel waren, waren es die Musketiere des Kardinals bei weitem nicht alle. Und anstatt Großmäuler und Prahlhänse zu sein wie die königlichen, glänzten sie durch Schweigen und Bescheidenheit. Sosehr sie also von den königlichen verachtet wurden, weil sie nicht durchweg Edelleute waren, nötigten sie diesen doch einen gewissen Respekt einzig aufgrund ihrer Verschwiegenheit ab. Im übrigen wurde von Musketier zu Musketier - ob sie dem König unterstanden oder dem Kardinal - niemals blankgezogen: Ein Duell galt als Kapitalverbrechen und wurde unverzüglich mit dem Tod beider beteiligter Parteien bestraft."
Oha, bin ich da bisher einem Märchenerzähler aufgesessen? Ich erinnere mich noch gut an die Kinofilme über die „Drei Musketiere", die doch hauptsächlich daraus bestanden, dass die Musketiere des Kardinals wegen irgendwelcher Ehrenhändel denen des Königs - und zwar insbesondere vieren davon - ans Leder wollten, und deshalb Duelle auf Leben und Tod ausgefochten wurden. Hat uns Alexandre Dumas da eine etwas andere Geschichte vorgegaukelt?
Die Geschichte von Robert Merle jedenfalls finde ich erheblich glaubwürdiger, und trotzdem nicht weniger spannend.
Schade, dass man Robert Merle für diese Nachhilfe - und seinen tollen Erzählstil - nicht mehr danken kann.
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