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Ein Küchenchef reist um die Welt: Auf der Jagd nach dem vollkommenen Genuss
 
 
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Ein Küchenchef reist um die Welt: Auf der Jagd nach dem vollkommenen Genuss [Taschenbuch]

Anthony Bourdain , Dinka Mrkowatschki
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein unbeschreiblich köstliches Buch von einem Mann, der mindestens zwei bewundernswerte Talente hat: das Kochen und das Schreiben. Ihm auf seine Weltreise zu folgen, bedeutet ausgefallenste Abenteuer für Kopf und Gaumen!

Der mittlerweile in 25 Sprachen übersetzte Bestseller Geständnisse eines Küchenchefs scheint Bourdain nur noch mehr angespornt zu haben: Ehrgeiz, Fernweh, Sehnsüchte nach immer neuen Gaumenfreuden, nach der "perfekten Mahlzeit" trieben ihn rund um den Globus. "Ich würde mich einfach um die Welt fressen". Japan, Portugal, Vietnam, Frankreich, Russland, Mexiko oder Marokko standen auf dem Reise- und Speiseplan des Abenteurers, der nicht ganz ohne Angst sein Zuhause verließ. "Kannst du vielleicht schon mal einen Arzttermin für mich ausmachen?", bittet er seine Frau Nancy.

Ein Reisebericht besonderer Art: Was Bourdain erlebt und letztlich sich auf der Zunge zergehen lässt, sind Impressionen, die kein Tourist erfährt. Und so, wie der Pariser Küchenchef mit Gewürzen jongliert, um die Nuancen jeder Prise weiß, setzt er schriftstellerisch Humor, herrlich abgebrühte Schlagfertigkeit und Ehrlichkeit ein, die ihn sehr sympathisch machen. Nicht ohne Wirkung: Egal, ob es die Geschichte des Amok laufenden Schweins kurz vor der Schlachtung in Portugal oder das noch schlagende Herz einer Kobra ist, das Bourdain in einem Schluck verspeist, alles ist eine "Stimulation der tiefsten Lustzentren eines Kochs" und man empfindet sie mit.

"Zeigen sie nie mit den Essstäbchen auf einen anderen Menschen" -- da gibt es manch guten Rat, aber es sind Bourdains Philosophie rund ums Kulinarische und seine Suche nach der Magie des Essens, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen. Fazit: "Das Ambiente und die Erinnerung spielen eine mächtige Rolle bei den wahrhaft großartigen Mahlzeiten in unserem Leben." --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Anthony Bourdain war im Reich der Sinne unterwegs, seine Reisenotizen sind ein Gedicht." (GQ )

"Anthony Bourdain ist weit mehr als ein genusssüchtiger Gourmet - er erweist sich als schlagfertiger Erzähler, dessen Wortwitz und Offenheit sich mit bemerkenswertem Machismo paart." (Die Welt )

"Der Lou Reed der Töpfe!" (Tagesspiegel )

Kurzbeschreibung

Ein Jahr lang hat sich Anthony Bourdain in seiner Küche, dem Ort seines leidenschaftlichen Wirkens, nicht blicken lassen. Statt in den eigenen Töpfen zu rühren, hat er in fremde geschaut, statt zu kochen, hat er sich bekochen lassen – auf einer kulinarischen Reise, die ihn fast um die ganze Welt führte und die zu einer phantastischen Odyssee geriet ...



Klappentext

"Anthony Bourdain war im Reich der Sinne unterwegs, seine Reisenotizen sind ein Gedicht."
GQ

"Anthony Bourdain ist weit mehr als ein genusssüchtiger Gourmet - er erweist sich als schlagfertiger Erzähler, dessen Wortwitz und Offenheit sich mit bemerkenswertem Machismo paart."
Die Welt

"Der Lou Reed der Töpfe!"
Tagesspiegel

Über den Autor

Anthony Bourdain, geboren 1956 in New York, gelang mit seinem autobiografisch durchwirkten Buch „Geständnisse eines Küchenchefs“ ein Welterfolg, seitdem legte er u.a. "Ein Küchenchef reist um die Welt" und "So koche ich" sowie mehrere Kriminalromane vor. Mit drei Jahren konnte er lesen, mit sechs hörte er Miles Davis, mit zwölf rauchte er seinen ersten Joint. Seit seinem 17. Lebensjahr arbeitet Bourdain in der Küche. Er studierte am College von Vassar und absolvierte seine Fachausbildung am Culinary Institute of America (CIA). Rund zehn Jahre lang führte er die Brasserie Les Halles in New York. Seine Fernsehserien „A Cook’s Tour“ und "Eine Frage des Geschmacks" fanden in vielen Ländern großen Anklang.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Liebe Nancy,
So weit entfernt von dir wie jetzt war ich noch nie. Ich sitze in einem Hotel, genauer gesagt, dem Hotel in Pailin, einem armseligen Kaffim Nordwesten von Kambodscha, wo diese alles andere als liebenswerten Halunken, die Roten Khmer, zu Hause sind. Stell dir Folgendes vor: ein durchgelegenes Einzelbett, ein kaputter Fernseher, der lediglich verschwommene Bilder vom Thai-Kickboxen liefert, Fliesen auf dem Boden und auch noch die halbe Wand hoch, mit einem Abfluss in der Mitte, so als wäre der ganze Raum nur darauf ausgelegt, rasch und effizient mit dem Schlauch ausgespritzt zu werden. Dann gibt es noch eine Glühbirne, eine windschiefe Kommode und einen Kamm mit Empfehlung des Etablissements, voller fremder Haare. Doch trotz dieses reinigungsfreundlichen Designs finden sich verdächtige und beunruhigende Flecken an den Wänden. Auf der einen Wand knapp unter der Decke befindet sich etwas, das aussieht wie blutige Fußspuren und, wie heißt das noch, arterielles Spritzblut? Wie die dahin kamen, so hoch oben, kann ich nur mutmaßen. Die Wand gegenüber weist ähnlich unheilschwangere Flecken auf — Spuren einer undurchsichtigeren Substanz — die auf tiefer liegende Entladung hindeuten. Nachdem ich das Badezimmer gesehen habe, kann ich dem Missetäter keinerlei Vorwurf machen.
In dieser Stadt gibt es kein Lächeln, nur durchbohrende Blicke nackter Feindseligkeit. Die übliche Kostümierung besteht aus Resten militärischer Arbeitsuniformen. In der Lobby gibt es eine »Karaoke«-Bude direkt neben dem Standardbild einer AK-47, das rot durchgestrichen ist (KEINE AUTOMATISCHEN WAFFEN IN DER LOBBY). »Karaoke« bedeutet wohl, dass die Frauen im Büffelformat, die mit ihren Kindern am Tresen herumlungern, zu Zwecken sexueller Vergnügungen verfügbar sind. Mein Dolmetscher, der kaum den Mund aufgemacht hat, seit wir das Territorium der Roten Khmer betreten haben, sagt, er hätte sich das letzte Mal, als er hier war, einen furchtbaren Hautausschlag geholt. Er habe vor, im Stehen zu schlafen, sagt er. Jetzt rückt er damit raus...
Könntest du vielleicht schon mal einen Arzttermin für mich ausmachen? Ich denke da an einen totalen Checkup, nur für alle Fälle. Ich bin viel durch Wasser gewatet — und habe es auch getrunken — genau wie in diesen Gau-Szenarios, über die sich die Reiseführer und Warnschriften für Reisende gern auslassen. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass ein paar von den Dingen, die ich gegessen habe — nun ja, dass der Umgang mit Lebensmitteln bestenfalls zweifelhaft war. Sind Leberparasiten heilbar? Ich glaube, dagegen haben sie mich nicht geimpft. Du fehlst mir. Die Katze fehlt mir. Mein eigenes Bett fehlt mir. Die Simpsons um 7:00 und um 11:00. Ein kaltes Bier könnte mich wirklich anmachen. Eine Pizza. Ein bisschen gehackte Hühnerleber von Barney Greengrass. Toiletten, die kein Doppelleben als Dusche führen. Ich ruf dich an, wenn ich wieder in Phnom Penh oder Battambang bin.
Liebe dich.
Tony

Ich sitze mit Charlie im Schneidersitz im Dschungel, tief im Mekong-Delta, und trinke vietnamesischen Schwarzgebrannten aus einer Plastik-Colaflasche. Es ist dunkel, das einzige Licht kommt von einer generatorbetriebenen Glühbirne. Auf der Plane aus zusammengenähten Dünger- und Reissäcken, die vor mir auf dem harten Dschungelboden ausgebreitet ist, hat man gerade das Abendessen aufgetragen. Ein bescheidenes Bauernmahl: in Lehm gebackene Ente, Ente und Bananenblütensuppe, Salat und gefüllte Bittermelone. Mein Gastgeber, genannt »Onkel Hai«, sitzt links von mir, seine rechte Hand umklammert mein Knie. In regelmäßigen Abständen kneift er es ein bisschen, nur um sicher zu gehen, dass ich noch da bin und es mir gefällt.
Es gefällt mir wirklich. Ich amüsiere mich königlich. Mir gegenüber sitzt ein fünfundneunzig Jahre alter Mann mit einem milchig weißen Auge und ohne einen Zahn im Mund. Er trägt einen schwarzen Schlafanzug und Gummisandalen, hebt sein Glas mit dem brutalen, hausgemachten Reiswhiskey und fordert mich zu einem weiteren Glas heraus. Er sei ein Kriegsheld, hat man mir versichert. Er hat gegen die Japaner gekämpft und gegen die Franzosen; er hat im »amerikanischen Krieg« gekämpft. Wir salutieren gegenseitig respektvoll und kippen uns einen hinter die Binde.
Das Problem ist, dass offenbar so gut wie jeder in dieser Runde ein Kriegsheld ist. Das Delta war ein Brutkasten — ein Wespennest von Vietcong-Aktivitäten in der Zeit, als wir Amerikaner hier waren —, und jeder, einer nach dem anderen, will einen mit mir trinken. Opa, der mir direkt gegenüber sitzt, die Beine gemütlich unter sich verschränkt wie ein gelenkiger Teenager, hat sein Glas bereits sechsmal in meine Richtung erhoben, mich scharf mit seinem ungetrübten Auge fixiert, bevor er noch einen kippte. Und gleich danach zupft schon wieder jemand an meinem Ärmel.
»Bitte, Sir. der Herr da drüben. er ist auch ein großer Kriegsheld. Er möchte mit Ihnen trinken.«
Am anderen Ende der provisorischen Picknickdecke kann ich einen abgebrüht aussehenden Typen ausmachen: vielleicht so um die vierzig, Hals und Oberarme ausgesprochen kräftig. Er starrt mich direkt an; gar nicht schüchtern, der Junge. Er lächelt — allerdings ist dies nicht unbedingt das herzliche, freundliche Lächeln, mit dem Opa mich bedacht hat. Dieses Lächeln besagt: Ich hab ein paar von deiner Sorte getötet, weißt du. Jetzt wollen wir mal sehen, ob du trinken kannst.
»Stehe ganz zu deiner Verfügung, Cool Breeze«, sage ich und versuche, nicht zu nuscheln. »Komm und krieg mich.« Dann schicke ich ihm meinen übelsten Dirty-Harry-Knastblick, während ich ein weiteres Glas von dem Zeug in mich hineinschütte. Inzwischen bin ich überzeugt, dass es Formaldehyd ist.
Drei Funktionäre der kommunistischen Partei des Can-Tho-Volkskomitees, die mit ihren Essstäbchen an Salaten herumzoppeln, beobachten interessiert, wie der blöde Amerikaner, der den ganzen weiten Weg auf sich genommen hat — mit Flugzeug, Auto und Sampan —, nur um mit einem Reisbauern und seiner Familie in Lehm gebackene Ente zu essen, seinen zwölften Schnaps des Abends hinunterkippt und besorgt all die anderen Kriegshelden beäugt, die noch auf der Lichtung warten. Etwa fünfundzwanzig Männer drängen sich um die Plane, sitzen mit eng verschränkten Beinen da, rupfen mit ihren Stäbchen an der Ente herum und beobachten mich. Die Frauen bedienen; bedrohlich tauchen sie aus der Dunkelheit auf mit noch mehr Essen, noch mehr Schnaps und einem gelegentlichen scharfen Befehl.
Lasst ihn bloß nicht die Ente zerteilen!, stelle ich mir vor, dass sie sagen. Er ist zu dumm und zu ungeschickt!

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