Im Roman "Ein Junggeselle" dreht sich alles um reiche Altersruheständler im Nizza nach der Jahrhundertwende (um 1920), die sich ihre Zeit ganz offenbar hauptsächlich mit oberflächlichen Freundschaften und tiefgründigen Intrigen vertreiben. Die Figuren sind fast schon überzeichnet, aber ich habe mir sagen lassen, dass das "typisch Bove" ist. Der Schreibstil entspricht der damaligen Zeit und liest sich daher für junge Leute ein wenig schwierig, aber man findet sich hinein. Die Geschichte selbst ist durch und durch schrullig - wer diese Art des schreibens mag, könnte es als humorig empfinden - alle anderen werden sich am Ende eher fragen: "Was wollte mir der Künstler damit sagen?".
Ich gehöre wohl eher zu letzterer Kategorie. Aber diesen Eindruck muss ich in dem Fall wirklich relativieren, denn "handwerklich" ist das ein sehr gutes Buch. In einer anderen Bewertung hier zu Emmanuel Bove steht "...man muss Bove mögen...", das trifft es glaube ich ganz gut.
Für Leser klassischer Literatur würde ich diese kurze aber prägnante Lektüre empfehlen. Alle anderen sollten es vielleicht einfach mal probieren - sie werden es lieben oder auch nicht!!!