Ganz schön mutig, hatte ich mir gedacht. Über Hollywood ein Buch zu schreiben. Hollywood, was bei fast allen irgendwelche Bilder hervorruft. Aus "Pretty Woman" etwa, und da die Szenen, die draußen in den Straßen spielen. Älteren fällt die Krimiserie "77 Sunset Strip" vom Sunset Boulevard ein. Noch wieder Andere denken an die Emigranten: an Lion Feuchtwanger, der in Santa Monica lebte und begraben ist.
Das Schöne an dem Buch ist: alles kommt irgendwo darin vor. Erstaunlich auch: die Autorin schafft es, 12 Kapitel lang (die 12 Monate ihres Aufenthaltes) begeistert zu sein. Von der Landschaft, die ihr besonders amerikanisch vorkommt. Von den Plätzen, Gebäuden, Straßen, die sie alle so bildlich beschreibt, dass sich beim Lesen langsam ein Stadtplan im Kopf bildet. Am meisten aber begeistern sie die Menschen, alle - außer den Indianern - Eingewanderte, so schreibt sie, die schnell so amerikanisch wie möglich sein wollen. (Weil die Amerikaner so gern Amerikaner sind, wollen Einwanderer schnell so werden wie sie. Vielleicht fehlt genau das uns Deutschen). Und der Autorin gefällt die amerikanische Freundlichkeit.
Dabei ist das Buch keine pathetische Lobeshymne auf the American way of life. Die Autorin weiß, dass auch das Leben in Hollywood nicht überall Glück und Glamour ist. Sie beschreibt auch schattige Seiten.
Eine junge Frau entdeckt Hollywood, und sie beobachtet sich selbst dabei mit fast englischer Ironie.