oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Ein Jüngling liebt ein Mädchen: Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Ein Jüngling liebt ein Mädchen: Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen [Gebundene Ausgabe]

Marcel Reich-Ranicki
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 13,80 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 13,80  
Unbekannter Einband --  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Ein Jüngling liebt ein Mädchen: Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Hinweise und Aktionen

  • Christa Wolf: Stadt der Engel
    Suhrkamp-Insel-Shop:
    Hier finden Sie Neuheiten des Verlags, Taschenbuch-Highlights, Bücher im Großdruck, Schullektüren und mehr. Zum Suhrkamp-Insel-Shop
  • Schulbücher & Lernhilfen
    Schnell finden und einfach bestellen. Ob Schulbücher, Lektüren, Lernhilfen oder Sprachlernmaterialien: Alle Bücher rund um die Schule finden Sie im großen Schulbuch & Lernhilfen-Special. Natürlich versandkostenfrei.

Wird oft zusammen gekauft

Ein Jüngling liebt ein Mädchen: Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen + Hundert Gedichte des Jahrhunderts: Mit Interpretationen + Die besten deutschen Erzählungen (insel taschenbuch)
Preis für alle drei: EUR 48,60

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
  • Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Hundert Gedichte des Jahrhunderts: Mit Interpretationen EUR 24,80

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung. Details

  • Die besten deutschen Erzählungen (insel taschenbuch) EUR 10,00

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 3 (26. März 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345817057X
  • ISBN-13: 978-3458170570
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 12,7 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 358.900 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Marcel Reich-Ranicki
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Marcel Reich-Ranicki auf Amazon

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Wloclawek / Polen. Sein Vater, David Reich, war ein polnischer Jude, seine Mutter, Helene eine deutsche Jüdin. Die Familie siedelte 1929 nach Berlin um. Dort besuchte er das Gymnasium. Im Herbst 1938, kurz nach dem Abitur, wurde er verhaftet und nach Polen deportiert, wo er ab 1940 im Warschauer Getto leben musste. Anfang 1943 gelang ihm zusammen mit Teofila, geborene Langnas, die er 1942 geheiratet hatte, die Flucht aus dem Getto in den Warschauer Untergrund. Seine Eltern und sein Bruder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Zunächst im Polnischen Diplomatischen Dienst tätig, fand er seine Berufung schließlich in der Literatur. Er arbeitete für Zeitungen, im Rundfunk, für einen Verlag und als Übersetzer. Als er sich 1958 in der Bundesrepublik aufhielt, kehrte er von dieser Reise nicht mehr nach Polen zurück. Er lebte von 1959 bis 1973 in Hamburg. Danach zog er nach Frankfurt am Main um, wo er bis heute lebt.
Er war für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt und die Wochenzeitung Die Zeit als Literaturkritiker tätig und gehörte von 1958 bis 1967 als solcher der Gruppe 47 an. 1968 war er Gastprofessor für deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts an der Washington University in St. Louis (USA) und 1969 am Middlebury College (USA). Von 1971 bis 1975 lehrte er als ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten Stockholm und Uppsala. Seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/92 bekleidete er die Heinrich Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Nachdem er 1988 die Leitung des Literaturteils der F.A.Z. abgegeben hatte, schrieb er weiter Kritiken in verschiedenen Zeitungen und wirkte von nun an auch im Fernsehen. Von 1988 bis 2001 leitete er das Literarische Quartett des ZDF. Reich-Ranicki wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und gilt als einer der bedeutendsten Literaturkritiker Deutschlands.


Auszeichnungen unter anderem:


Ricarda Huch-Preis (1981)
Thomas Mann-Preis (1987)
Bayerischer Fernsehpreis (1991)
Ludwig-Börne-Preis (1995)
Hessischer Kulturpreis (1999)
Goldene Kamera (2000)
Hölderlin-Preis (2000)

Goethe-Preis (2002)

Ludwig-Börne-Medaille (2010).
Marcel Reich-Ranicki ist Ehrendoktor der Universitäten Uppsala (1972), Augsburg (1992), Bamberg (1992), Düsseldorf (1997), Utrecht (2001) und München (2002).


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(1)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Einen Star-Rezensenten zu rezensieren wäre etwa so, als wollte man dem Papst eine Predigt halten. Schon eher Sinn machen ein paar kleine Kostproben aus dem sonnengelben Büchlein, in dem Marcel Reich-Ranicki Erlesenes deutet.
Er erklärt sein Verhältnis zur deutschen Lyrik, die den unerklärbaren Zauber hat, beginnend mit von der Vogelweide: "Unter den Linden"(12. Jh.) und interpretiert: Gebrochene Gräser und Blumen als Symbol der verlorenen Jungfräulichkeit zeugen davon, was sich ereignete. Die Sicht des Mädchens ist selig, schlicht und kokett. Naivität paart sich mit Raffinesse.
Erst Goethe schrieb wieder Vergleichbares. „Glücklich allein, die Seele, die liebt!": Der Liebende ist begnadeter als die geliebte Person.
Und: „Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz", den Dichtern, den Künstlern, begnadet, Glück und Leid besonders zu empfinden und auszudrücken.
Der ungekünstelte Stil von Th. Storm bestimmt die Kraft seiner Verse: „Diese Stunde bist du noch mein, sterben, ach sterben soll ich allein".
Oder nehmen wir Brecht: „Ich erinnere mich nicht mehr an unsere Küsse, nur an die weiße Wolke über uns...", die das Reine und Vergängliche dieser Liebe symbolisiert.
Oder die virtuos knappen Wortspiele von E. Fried: „Das Wort. Mein Fest, mein Los. Mein Schwert, das mich beschwert".

MRR meint, der Dichter sei ein Exhibitionist und seine Kunst relativ schamlos. Jedoch bedürfen wir dieser Spiegel der Empfindungen.
Und warum erleben wir eine Renaissance der Lyrik? Weil sie Ordnung stiftet in unserer immer komplizierteren Welt. Dichten heißt ordnen. Protestieren gegen das Vergängliche. Und das Leben bejahen. Nie waren wir des Schönen mehr bedürftig.
Poesie ist nicht nutzlos. O nein. Sie ist nützlich, weil sie schön ist.
„Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute, klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite, kling hinaus bis an das Haus, wo die Blumen sprießen, wenn du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen". (Heine).

War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Marcel Reich-Ranicki Ein Jüngling liebt ein Mädchen Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen Insel Verlag
ISBN 345817057X

Es gibt Gedichte, die sich mit ihrem Klang ins Gehirn eingraben, und man wird sie nimmer los..........
So geht es mir mit dem Gedicht von dem Jüngling, dessen Liebe unerwidert bleibt:
<......und wem sie just passieret, dem bricht das Herz entzwei......!> Wer kann mit so wenigen Sätzen Geschichten erzählen, die den Schmerz ganzer Liebesgenerationen einfangen? Natürlich heißt der Dichter Heinrich Heine! Und Marcel Reich-Ranicki bringt uns Gedichte nahe, die zu den schönsten gehören, die in der lyrischen Welt zu finden sind.
Der kleine Band ist von ihm zusammengestellt worden und im Insel Verlag erschienen. Alle hier enthaltenen Gedichte sind auch seit 1974 in der Frankfurter Anthologie aufgeführt. In seiner unnachahmlich mitreißenden Art kommentiert er sie und erzählt seine eigene Geschichte bei ihrer Entdeckung. Die Gedichte handeln von Vergänglichkeit und von der Liebe. Beide Themen bewegen die Menschheit in der Dichtung und im Denken seit Jahrhunderten, und aus den Werken von Jahrhunderten ist seine kleine Gedichtsammlung zusammengestellt. Von Walter von der Vogelweide bis Erich Fried, von Hölderlin über Bert Brecht und Kurt Tucholsky und von Theodor Storm bis Mascha Kaléko reichen die Beispiele. Auch Günter Kunert wurde nicht vergessen! Wem ginge nicht das Herz auf bei den Worten <....freudvoll und leidvoll, Gedankenvoll sein ....> in dem Gedicht von Johann Wolfgang Goethe?
Marcel Reich-Ranicki zeigt seine Liebe und Leidenschaft für die Gedichte seiner Wahl und verbindet sie mit eigenen Jugenderinnerungen und ersten Wahrnehmungen, die er durch ihre Entdeckung erlebte. Sein Genie zeigt ihn als Kenner der Literatur, denn er hält die besten Interpretationen für uns bereit. Mit einem Plädoyer in Sachen Lyrik endet die hübsche Sammlung.
Als Geschenk und als täglicher Begleiter ist das Büchlein zu empfehlen und wird bei Liebhabern hoch willkommen sein!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist ein Buch, das ich mir im Leben mehrmals zulegen musste. Eigentlich ist es kein Buch, sondern ein Büchlein: klein und sehr fein. Aber es enthält die besten, die schönsten Reimwerke deutscher Poesie. Zufall? Nein! Denn derjenige welcher als Herausgeber fungierte und somit die Macht der Auswahl in seinen Händen hatte, ist einer der größten Kenner auf den Gebieten der Literatur.

In seinem Nachwort, einem "Plädoyer in Sachen Lyrik", wirft er die theoretische Frage auf: brauchen wir Lyrik überhaupt? "Brauchen wir sie wirklich?"

"... die Lyrik ist eine höchst fragwürdige Gattung", wird da behauptet, "Anlass genug, vor ihr zu warnen. In der Prosa wird mit offnen Karten gespielt, in der Lyrik hingegen oft mit gezinkten." Einspruch, mein lieber Herr Gedichtefreund. Sie kennen wohl nicht das "Dichtung & Wahrheit" des hier Rezensierenden: "Kann man denn lügen im Gedicht? / Ich glaub' es nicht ..."

Schon Goethe war es, der schrieb: "Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit / Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit." - Doch unser Herausgeber des Gedichtbändchens läßt sich davon nicht beeindrucken. Er schreibt, dass bei der Lyrik "immer schon jene Unterschlupf" fanden, "die nichts zu sagen haben, doch unbedingt gehört werden möchten, die singen wollen, weil sie nicht denken können, die dichten müssen, weil ihnen das Schreiben unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet." - Was soll man davon halten? "Kann man denn lügen im Gedicht? / Ich glaub' es nicht / denn ein wirklich guter Reim / kann nur Wahrheit sein."

Ein kleines Wunder, wie Marcel Reich-Ranicki - ich kann's nicht und nimmer mehr länger verschweigen - es bei dieser seiner Einstellung schaffte, eines der schönsten Kleinode im Bereich veröffentlichter Lyrik herauszugeben: das liebevollste Lyrikbändchen, das ich kenne?

Lügen im Gedicht: "Man kann zwar den Sachverhalt ironisch verdrehen. / Das darf man jedoch nicht als Lüge sehen."

Nicht lange, und man kommt ihm auf die Schliche. Seine Gedanken zu Beginn des Aufsatzes in "Plädoyer in Sachen Lyrik" sind eigentlich nur Fragen der rhetorischen Art.

Lügen im Gedicht: "Man braucht auch nicht alles ganz offen aufzudecken - / und darf darin ruhig ein Geheimnis verstecken. / Jedoch! Wer unwahr reimt kommt vor den Richter: / der ist ein Lügner und kein Dichter."

Immerhin betont Reich-Ranicki, "dass die Lyrik mitunter imstande ist, wenn auch nicht gleich die Welt zu verändern, so doch erträglicher zu machen." ... und: "Lyrik ist Lebensbejahung." ... und: "Das Gedicht ist die riskanteste, die schamloseste aller literarischen Formen." - Eine maßgebliche Betrachtungsweise, eine aus der Sicht des Dichters, lässt er allerdings vollkommen außen vor: die Frage nach dem Warum? Warum schreibt man Gedichte? Die Antwort: Weil es unheimlich viel Spaß macht, eine innere Befriedigung und Erfüllung gibt, es zu tun.

Vor mir liegt der von Marcel Reich-Ranicki herausgegebene kleine Gedichtband "Ein Jüngling liebt ein Mädchen". Im Jahre 2002 erschien dieses Buch (im Insel Verlag) - und ich habe mich gleich in es verliebt. Ohne Wenn und Aber kann ich es jedem Einsteiger in Sachen Lyrik nur empfehlen. Marcel Reich-Ranicki stellt darin seine deutschsprachigen zwanzig Lieblingsgedichte vor. Und es sind zweifellos zwanzig Perlen:

Unter der linden - von Walther von der Vogelweide
Zur Zeit seiner Verstoßung - von Paul Fleming ("Wie er wolle geküsset sein")
Rezensent - von Johann Wolfgang Goethe
Freudvoll und leidvoll - von Johann Wolfgang Goethe
Alles geben die Götter - von Johann Wolfgang Goethe
An die Parzen - von Friedrich Hölderlin
Ein Jüngling liebt ein Mädchen - von Heinrich Heine
Leise zieht durch mein Gemüt - von Heinrich Heine
Lied des Harfenmädchens - von Theodor Storm
Wenn die Rosen ewig blühten - von Friedrich Hebbel
Ein rundes, ein schönes Gedicht - von Richard Wagner
An meinem Fünfundsiebzigsten - von Theodor Fontane
In der Welt - von Paul Boldt
Danach - von Kurt Tucholsky
Erinnerung an Marie A. - von Bertold Brecht
Als ich nachher von dir ging - von Bertold Brecht
Wie sind wir beide vornehm - von Gustav Gründgens
Großstadtliebe - von Mascha Kaléko
Logos - von Erich Fried
Frist - von Günter Kunert

Wie denn, wo denn, was denn?, keines von Reich-Ranickis Liebling Erich Kästner mit dabei? - Über allen, allen voran, steht gleich mal das schönste der Gedichte: das wunderherrliche mittelhochdeutsche "Under der linden / an der heide, / da unser zweier bette was" ... von Walther von der Vogelweide. Da wäre zum zweiten Klärchens Lied aus "Egmont", mit seinen sinnigen Versen ... "Freundvoll / Und leidvoll / Gedankenvoll sein, / Langen / Und bangen / In schwebender Pein, / Himmelhoch jauchzend, / Zum Tode betrübt; / Glücklich allein / Ist die Seele, die liebt."

... von Johann Wolfgang Goethe. Für Reich-Ranicki ist es das schönste, das vollkommenste "erotische Gedicht in deutscher Sprache." Dem kann ich mich nur anschließen.

Das nächste meiner Lieblingsgedichte der Reich-Ranicki'schen Lieblingsgedichte ist das, welches dem vorliegenden Gedichtbändchen seinen Buchtitel gibt: Heinrich Heines "Ein Jüngling liebt ein Mädchen" ... "Die hat einen andern erwählt; / Der andre liebt eine andre, / Und hat sich mit dieser vermählt. // Das Mädchen heiratet aus Ärger / Den ersten besten Mann, / Der ihr in den Weg gelaufen; / Der Jüngling ist übel dran. // Es ist eine alte Geschichte, / Doch bleibt sie immer neu; / Und wem sie just passieret, / Dem bricht das Herz entzwei."

Marcel Reich-Ranicki sagt über den oftmals als Panerotiker bezeichneten Heine, dass man ihm gerne nachsage, "er sei der frivolste deutsche Dichter", doch laut Reich-Ranicki war er "in Wirklichkeit der diskreteste: So wissen wir über die erotischen Erlebnisse, die seinen Versen zugrunde lagen, so gut wie nichts. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Gedicht 'Ein Jüngling liebt ein Mädchen' aus dem 'Lyrischen Intermezzo'".

Das nächste Gedicht, gleich noch ein Heine, bedarf nach Reich-Ranicki nicht der "geringsten Erklärung. Es erzählt von einem Frühlingslied, das ins Weite hinausklingen möge" und und und ... "Leise zieht durch mein Gemüt" ... "Liebliches Geläute, / Klinge, kleines Frühlingslied, / Kling hinaus ins Weite. // Kling hinaus, bis an das Haus, / wo die Blumen sprießen, / Wenn du eine Rose schaust, / Sag, ich lass sie grüßen."

Reich-Ranicki: "Dreimal verwendet Heine in den acht Versen das Verbum 'klingen'. Das eben ist diese poetische Miniatur: Klang, Rhythmus und Melodie, es ist 'liebliches Geläute'. Nur liebliches Geläute, schwebend, anspruchslos und ein wenig konventionell? Eine hübsche Bagatelle also und nicht mehr?" ... Das Frühlingslied ist ein "Postillon d'Amour und die offenkundig zarte Botschaft, die überbracht werden soll."

Das nächste - meines Erachtens nach geniale - Gedicht stammt aus der Feder von Friedrich Hebbel: "Wenn die Rosen ewig blühten" ... "Die man nicht vom Stock gebrochen, / Würden sich die Mädchen hüten, / Wenn die Burschen nächtlich pochen. // Aber, da der Sturm vernichtet, / Was die Finger übrig ließen, / Fühlen sie sich nicht verpflichtet, / Ihre Kammern zu verschließen."

Laut Marcel Reich-Ranicki vertritt dieses Gedicht eine einfache These: Da das Leben "vergänglich ist, haben die Mädchen keine Bedenken, die Burschen in ihre Kammern einzulassen. Ob Hebbel dies für bedauerlich oder für empfehlenswert hält, verrät er uns nicht. Er sagt nur: So ist es."

Ob Reich-Ranicki Hebbels Zurückhaltung für bedauerlich oder für empfehlenswert hält, verrät er uns nicht. Er sagt nur: So ist es. - Ob ich Reich-Ranickis Zurückhaltung für bedauerlich oder für empfehlenswert halte, verrate ich nicht. Ich sage nur: So ist es.

Das letzte in der Reihe der schönsten der schönen Gedichte ist "Erinnerung an Marie A." von Bertold Brecht: "An jenem Tag im blauen Mond September / Still unter einem jungen Pflaumenbaum / Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe / In meinem Arm wie einen holden Traum. / Und über uns im schönen Sommerhimmel / War eine Wolke, die ich lange sah / Sie war sehr weiß und ungeheuer oben / Und als ich aufsah, war sie nimmer da." Soweit die erste von drei Strophen dieses herrlichen Gedichts. "So vergänglich die Liebe auch sein mag, sie verschwindet nun doch nicht ganz. Denn es bleibt die Erinnerung und vielleicht auch Dankbarkeit." (Marcel Reich-Ranicki)

Zu den anderen Werken: "Rezensent" ist kein Liebesgedicht, "Alles geben die Götter" ist kein Liebesgedicht, "An die Parzen" ist keines, auch nicht das "Lied des Harfenmädchens". Ebenso wenig sind "Ein rundes, ein schönes Gedicht", "An meinem Fünfundsiebzigsten", "In der Welt", "Wie sind wir beide vornehm" und "Logos" Liebesgedichte, beziehungsweise erotische Gedichte (wie Marcel Reich-Ranicki sie nennen würde).
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de