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Ein Hund mit Charakter
 
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Ein Hund mit Charakter [Taschenbuch]

Sándor Márai
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 6 (Dezember 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492240097
  • ISBN-13: 978-3492240093
  • Originaltitel: Csutora
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 228.841 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sándor Márai
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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Einen Hunderoman zu schreiben, und das in diesen historischen Zeiten - das ist die Krise, sagt sich der Schriftsteller. Noch dazu wo er andere Pflichten hätte. Doch der Schriftsteller erliegt der Versuchung und macht sich ans Werk. Der Roman beginnt mit der Warnung: CAVE CANEM. Achtung, werter Leser, hier folgt eine Hundegeschichte. Und der Hund, als "Symbol der Liebe" vom Herrn der Dame als Weihnachtsgeschenk übergeben, stellt von nun an die Ordnung des Haushalts auf den Kopf. Es ist aber nicht der gnädige, wohlwollende Blick auf das Tier, mit dem der Herr den Hund ansieht. Nein, er versucht ihn zu verstehen. Dabei schafft das Hündchen es, ihn aus dem Konzept zu bringen. Fast scheint es, als würden sein sinnliches Erleben, seine unbeschwerte Leidenschaft den Herrn faszinieren. Doch was kann man schon über einen Hund wissen, wenn schon die Menschen nichts voneinander wissen?

Seit der Wiederveröffentlichung seines Romans "Die Glut" schätzt man Sándor Márai als einen der großen Schriftsteller. Charles Brauer, renommierter Schauspieler und passionierter Sprecher von Hörbücher, trifft genau die richtige Tonlage für diese humorvollen und ironischen Hunde-Töne. Den Kontrast zwischen 'ungefilteter' Hundewelt und den vielen Reflexionen und philosophischen Betrachtungen hält er mühelos aufrecht. Charmant, witzig, absolut unterhaltsam! Ungekürzte Lesung ohne Musik, Spieldauer: ca. 360 Minuten, 4 CD. Erhältlich als MC und CD.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Heiter und humorvoll, grundiert mit einem Schuß Melancholie.« Financial Times Deutschland

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein verarmter kinderloser Herr in Budapest investiert entgegen der Abmachung mit seiner Frau, sich zu Weihnachten nicht zu beschenken, seine letzten 100 Pengö in einen hinreißenden Hundewelpen namens Tschutora. Das Weihnachtsgeschenk auf vier Beinen wird von nun an sein Leben, das seiner Frau und des Dienstmädchens Therese von Grund auf verändern. Zusammen mit dem heranwachsenden Pulimischling beginnt er die Umgebung der Wohnung in einem Haus mitten in der Christinenstadt, einem bürgerlichen Viertel Budapests neu zu entdecken. Trotz einiger vergnüglicher Erlebnisse auf der Generalswiese oder mit Briefträgern, Dienstboten und Schreinern entwickelt sich das Verhalten des Hundes nicht so, wie es sollte. Ohne daß jemand bemerkt, daß nicht ausschließlich der schlechte Charakter Tschutoras Grund hierfür ist, sondern vornehmlich seine unzureichende Erziehung, entfremden sich Herr und Hund schließlich derart voneinander, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es zur Katastrophe kommt.

Nur vordergründig handelt es sich bei dem 1931 in Budapest im ungarischen Original erschienenen Werk um einen Hunderoman. Denn trotz der etwas gezierten, wenn nicht sogar eitlen Rechtfertigung von Sándor Márai in seinem Vorwort mit dem bezeichnenden Titel 'Cave canem' ist nie die Perspektive des Hundes maßgeblich, sondern immer nur jene seines Herrn. Das Gefühl drängt sich auf, daß die Schilderung verschiedener Episoden im Leben des 'Hundes mit Charakter' dem 1989 im US-amerikanischen Exil durch Suizid verstorbenen Autoren nur als Vorwand zu tiefgründigen Charakterstudien innerhalb der kleinbürgerlichen Umgebung des Budapester Christinenviertels diente. So erhält der Leser interessanten Einblick in die vergangene Welt des verflossenen k.u.k. Reiches. Dieser Gewinn an historischer und gesellschaftlicher Einsicht muß mit einigen Passagen des Romans erkauft werden, während derer der Leser nichts Neues über das Schicksal von Tschutora erfährt. Treffender als Titel wäre also 'Bürgerlicher Herr mit Hund in Budapest' gewesen.

Wer die genannten Längen geduldig übersteht, wird dafür mit schönen und treffend formulierten Beobachtungen typischer Begebenheiten im Verhältnis von Mensch zu Hund belohnt. Auch wird einen das erschütternde Ende der Geschichte nicht unberührt lassen. Instruktiv ist zudem das einfühlsame Nachwort des Übersetzers Ernö Zeltner zu dem 249 Seiten langen Roman. Als Einstieg in das umfangreiche Werk des erst in den 90er Jahren wieder entdeckten großen ungarischen Erzählers Sándor Márai ist 'Ein Hund mit Charakter' gleichwohl nur bedingt geeignet.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von marielan TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ein Mann, der seiner Ehefrau versprochen hat, keine Weihnachtsgeschenke mehr auszutauschen, kauft am Heiligabend für sie einen Hund. Was zunächst nur eine spontane Laune ist, wird in der Folgezeit den ruhigen kinderlosen Haushalt des Ehepaares durcheinanderwirbeln, das gemächliche Leben auf den Kopf stellen und auch beträchtliche Schäden an der Einrichtung hinterlassen.
Zwar behauptet Marai in seinem Vorwort, dass das Buch eine Hundegeschichte sei, und lässt sich auch satirisch darüber aus, wieso ein angesehener Schriftsteller auf die seltsame Idee komme, eine Hundegeschichte zu schreiben, aber richtig glaubwürdig wirkt er nicht, wie der Roman beweist. Es geht insgesamt um die Schwierigkeit, wenn nicht Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen, ganz gleich, mit wem.
Es fängt bereits damit an, dass der Mann am Heiligabend ein Geschenk für seine Frau sucht (wie schön, dass man in den 30er Jahren ebenso darüber spotten konnte wie heute). Obwohl beide schon einige Jahre verheiratet sind, weiss er nichts von ihren Wünschen und macht sich auch nicht die Mühe, sich etwas Persönliches auszudenken. So verfällt er der Idee, ihr einen Welpen zu schenken, macht sich dabei aber mehr Gedanken darüber, wie sein Geschenk ankommt als darum, dass er damit seinen Alltag auf Jahre hin ändern muss.
Man feiert Weihnachten, erst mit Verwandten bei sich zuhause, dann bei Verwandten, die mit der ersten Gruppe verfeindet sind - da hat sich in den 70 Jahren auch nicht viel geändert. Der Hund ist süß, und deshalb verzeiht man ihm, dass er noch nicht stubenrein ist.
Man kann nicht sagen, dass Mann, Frau oder die Haushälterin Theres sich nicht um den Hund kümmern; er wird gepflegt, gefüttert, bekommt Auslauf, aber das Wichtigste fehlt: Der Hund wird nicht erzogen; weiterhin knabbert er Möbel und Schuhe an und pinkelt in die Wohnung. Das heißt: Keiner macht sich die Mühe, sich intensiv mit dem Tier auseinanderzusetzen, ihm etwas beizubringen und die Strapazen eines konsequenten Umgangs auf sich zu nehmen.
Insofern ist die Beziehung zum Hund Spiegelbild der ehelichen Verbindung und der Geselligkeit mit Menschen außerhalb: Man tut sich nichts, man geht höflich und zuvorkommend miteinander um, aber das ist auch schon alles. Eine innere Bindung ist nicht zu spüren. Es wundert nicht, dass Mann und Frau keine Namen haben, sondern nur als "der Herr" und "die Dame" bezeichnet werden. Sie nehmen einander nicht als Individuen wahr, sondern als Personen, die ihrer Rolle gemäß funktionieren. Eine unausgesprochene Übereinkunft, mit der zumindest einer nicht einverstanden ist: Der Hund. Und dieser wehrt sich nach Hundeart gegen dieses Leben, in das er als "preiswertes Symbol der Liebe" gekommen ist. Damit ist das gemeinsame Schicksal besiegelt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Zunächst beginnt das Buch ganz amüsant; die vortreffliche Sprache, die sensible Beobachtungsgabe des Autors, seine ungelenken Annäherungsversuche an das Haustier lohnen die Lektüre.
Doch bald verzettelt sich Marai und er verirrt sich in Psychobeobachtungen seiner menschlichen Umgebung. Der Hund wird so zum Nebenmotiv. Der Schluss der Story ist nicht nur für Hundeliebhaber schockierend, ärgerlich und unglaubwürdig...oder sollte er etwa autobiografisch sein? Dem Leser gelingt es jedenfalls nicht, die unmotivierte Borniertheit und Abneigung des Hundebesitzers emotional oder sonstwie nachzuvollziehen.
Das Schönste an diesem Roman ist somit das Cover....ein wunderbares Foto.
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