Offizier Petschorin, die Hauptfigur des Romans, wird vom Erzähler in mehreren Fassonen dargestellt. Einmal in der Erzählung des Maxim Maximytsch, einem ehemaligen Gefährten Petschorins, dann bei einer direkten Begegnung des Erzählers mit Petschorin selbst und schließlich mittels seiner Tagebücher, die der Autor nach dem Tode Petschorins in diesem Buch auszugsweise veröffentlicht.
Wer aber ist nun dieser Petschorin? Der Leser wird es am Ende immer noch nicht wissen, den viel erfährt man nicht über ihn, außer, dass er nach außen hin ein kaltblütiger, lethargischer Mensch ist, der sich nicht um die Meinungen der anderen kümmert und nur seinen eigenen Vorteil verfolgt, im Innersten aber zerrissen ist, nicht mehr fähig sich wahre Regungen und Gefühle einzugestehen.
Lermontow ist in seinem einzigen Roman ein Charakterbild gelungen, das Allgemeingültigkeit hatte, hat und haben wird. Ein Mann in seiner Einsamkeit gefangen, weil er sich nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen abfinden kann, die von ihm verlangt werden. Zwar erfüllt er diese und ist dank seiner Abstammung und seiner finanziellen Lage wegen auch ein gern gesehener Gast bei allen Veranstaltungen, doch, zermürbt ihn diese Maskerade bis ins Tiefste und zerbricht ihn schließlich auch.
Petschorin ist ein tragischer Held, der sich in allen seinen Äußerungen und Erscheinungen ganz der Welt, in der er lebt angepasst hat, die er aber hasst und verdammt. Da er, zeigte er seine wahren Gefühle und Stimmungen, verlacht und ausgestoßen würde, trägt er eine dauernde Maske um nicht sein wahres Ich zu zeigen.
Doch verschwindet er hinter dieser Maske mehr und mehr, je mehr sie von den anderen akzeptiert, ja geachtet wird. Somit wird er zum ewig Suchenden, der in der Welt nicht mehr glücklich werden kann und nur mehr versucht, wie auch immer Frieden zu finden.