Mit dem ausladenden Vokabular und Gepäck einer Südamerikanerin beschreibt die Autorin den Erweb eines Anwesens in Umbrien. Dabei verweilt sie nur kurz bei den in Italien so oft bis ins letzte Detail ausgeschlachteten bürokratischen Hindernissen, sondern lässt uns mitwohnen in dem palazzo ihrer Träume. Er ist auch mein Traumhaus geworden, und ich bewundere die Autorin für ihre Flexibilität, inmitten der laufenden Bauarbeiten dort mit ihrer Familie wohnen zu können. Da ist sie den Italiener in "arrangiarsi" noch einige Längen voraus. Sehr sympathisch auch ihre Familie, die hübsche Tochter und der engelsgelockte Sohn, deren Eigenheiten von der Mutter-Autorin sehr liebenswert beschrieben werden.
Ja, man wünscht sich nichts sehnlicher, als in einem solchen Haus zusammen mit der Familie wohnen zu können, nur einen Bruchteil der Toleranz und Gelassenheit der Autorin zu haben, und man wünscht sich nichts sehnlicher, als dass dieses Buch ganz weit vorne auf die Bestsellerliste kommt. Es ist nämlich phantastisch. Die Sprache ähnelt der von Isabel Allende und Garcia Marquez, und es steckt viel respektvolle Ästhetik im Ausdruck.