KING HU! Was ruft dieser Name nicht für lang verschollen geglaubte Erinnerungen hervor. Ein Mann, der mit seiner Vision, die alten und überaus beliebten chinesichen Volksmärchen und Wuxia Geschichten endlich auf die große Leinwand zu bringen, die große Stunde des asiatischen Kinos einleutete und lange vor Alexander Fu Sheng, Wang Yu und Bruce Lee einen Meilenstein in diesem Genre setzte.
Sozusagen hat alles mit "A touch of Zen/Ein Hauch von Zen"(An dieser Stelle ein besonderer Dank an die Macher des deutschen Titels) begonnen. Das erste Mal präsentierte man 1971 Kampfszenen, in denen die Kämpfer scheinbar schwerelos kämpfen und den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen schienen. Auch wenn gerade die Actionszenen nach heutigem Maßstab niemanden mehr sonderlich beeindrucken, so waren sie doch damals der absolute Reißer und das Maß der Dinge. King Hu setzte erstmals auf das Wire Fu, den Einsatz zu Drahtseilen in seinen Kampfszenen und schuf mit "Ein Hauch von Zen" einen zeitlosen Klassiker.
Der Film beginnt sehr gemählich und baut in der fast dialoglosen Anfangsviertelstunde, die sehr große Ähnlichkeit zu dem Anfang von "Spiel mir das Lied vom Tod" besitzt, eine enorm fesselnde Atmossphäre auf. Wer jetzt an sich überschlangende Handlungen der späteren Shaw Brothers denkt, liegt falsch. Die gesamte erste Stunde des Films wird zum Aufbau der Handlung und der Figuren genutzt und ist bis zu 50.Minute ohne Action.
Dann jedoch nimmt der Film viel Fahrt auf und liefert bis zum Ende massig Action, deren Highlight der jetzt schon legendäre Bambuswald-Kampf darstellt.
Einziger Kritikpunkt, den ich an diesem Epos anzubringen habe, ist der Gesamteindruck am Ende des Films, den irgendwie fehlt dem "Hauch von Zen" ein eindeutiger Grundton. Während des ersten Drittels des Films ist es eine Art mysteriöse Geistergeschichte, in der Mitte überwiegt der Militär/Kriegs-Verschwörungsteil und am Ende ist es ein auf buddhistische Philosophien beschränkte Aneinanderreihung von Kampfszenen. Somit fehlt das Gleichgewicht und der durchgehende rote Faden, zu oft schwänkt die Story um.
Die DVD ist dem Preis entsprechend auf den Hauptfilm reduziert, aber angesichts des Umstandes das man froh sein darf den Film überhaupt in annehmbarer Qualität vorliegen zu haben gibt es daran nichts auszusetzen.
Fazit: King Hu's Epos ist mit bedenkloser Kaufempfehlung an alle Freunde asiatischer Filme und Martial Arts Fans auszusprechen. Endlich uncut gibz es 3 Stunden Spannung, Action und ein bisschen Philosophie.
PS: Sammo Hung hat im Film (genauso wie Jackie Chan, den ich allerdings nicht entdeckt habe:-) einen Kurzauftritt im Endkampf, wo er als einer der beiden Handlanger des bösen Generals den Kampf gegen die Helden bestreitet. Dabei war er gerade mal 19 Jahre alt.