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Ein Grab in Gaza: Omar Jussufs zweiter Fall
 
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Ein Grab in Gaza: Omar Jussufs zweiter Fall [Gebundene Ausgabe]

Matt Beynon Rees , Klaus Modick
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 356 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (16. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406582419
  • ISBN-13: 978-3406582417
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 149.957 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Matt Rees
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nachdem sein früherer Vorgesetzter bei einem Bombenattentat ums Leben gekommen ist, wird der Geschichtslehrer Omar Jussuf Direktor der UN-Schule in Bethlehem. Als er mit seinem neuen Boss, einem Schweden namens Magnus Wallender, in den Gazastreifen fährt, um UN-Schulen zu inspizieren, müssen sie erfahren, dass einer der UN-Lehrer verhaftet worden ist. Der Vorwurf: Er sei ein Informant der CIA, etwas, das seine Frau vehement bestreitet.
Während Omar Jussuf und seine Kollegen sich noch darum bemühen, die Freilassung des Lehrers zu erreichen, wird Magnus Wallender von den Saladin-Brigaden entführt, der mächtigsten Miliz im Gazastreifen. Als ein anderer UNO-Mitarbeiter getötet wird, zieht die UNO ihre ausländischen Mitarbeiter aus dem Gazastreifen ab, und Omar Jussuf ist nun ganz allein auf sich gestellt, um die beiden anderen Kollegen zu retten. Dabei muss er sich der Korruption und Gewalt in Gaza stellen und herausfinden, was die Verhaftung und die Entführung, der Mord an einem palästinensischen Geheimdienstoffizier und eine gestohlene Rakete miteinander zu tun haben.

So dicht, packend, spannend und informativ wie in "Der Verräter von Bethlehem" erzählt Matt Beynon Rees in seinem zweiten Omar Jussuf-Krimi von dem Kampf um Gerechtigkeit in einer von Gewalt und Verrat gezeichneten Welt.

Über den Autor

Matt Beynon Rees wurde 1967 in South Wales geboren. Er war lange Jerusalemer Bürochef der Time, für die er weiterhin schreibt. Er spricht u. a. Arabisch und Hebräisch und ist der Autor von "Cain s field: Faith, Fratricide and Fear in the Middle East".
Bei C.H.Beck erschien mit großem Erfolg auf Deutsch sein erster Omar Jussuf-Krimi "Der Verräter von Bethlehem" (2007), für den er u. a. den John Creasey Dagger der CWA erhielt.
Matt Beynon Rees lebt mit seiner Familie in Jerusalem.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Keine Reportage oder Dokumentation hat mir so tiefe Einsicht in die soziale Situation in Gaza vermitteln können, wie Matt Beynon Rees Roman "Ein Grab in Gaza". Empathisch aber nicht tendenziös wurden mir Ereignisse und Persönlichkeitsprofile nahe gebracht, die neben zeitlicher Aktualität Einblick in grundsätzliche gesellschaftliche Steuerungsprozesse vermitteln: In existenziell bedrohlichen Situationen entwickeln sich die Strukturen zu despotischem Chaos, ideologische Gruppen zersplittern und einst Gleichgesonnene mit freiheitlichen Zielen zerstören sich und damit ihre Ideale.
Sensibel und kompetent hat der Autor dieses Menschheitsphänomen anhand der palästinensischen Enklave Gaza dargestellt, und mit dem Protagonisten Omar Jussuf habe ich gelitten, gefürchtet und Zorn empfunden. Opportunismus, Sadismus und Selbstzerstörung der Palästinenser in ihrem entbehrungsreichen, verwahrlosten Wüstenkerker zeigen die entropischen Folgen menschlichen Ausschlusses, wie es auch bei José Saramagos "Die Stadt der Blinden" mit Betroffenheit nachzulesen ist. Jede Diktatur dient hier als Beispiel. "Aber welche Träume ihn auch immer gequält haben mochten - sie waren allemal besser, als wach durch Gaza zu laufen." gibt Rees uns zu wissen.
Die Ignoranz und politische Fehlsicht des internationalen Engagements ist hier offensichtlich keine Hilfe, sondern verschafft den Außenstehenden allenfalls den ruhigen Schlaf des Selbstgerechten.

Matt Beynon Rees hat keinen Kriminalroman geschrieben, sondern dieses Genre dazu verwendet, um ein Zeitzeugnis für uns abzulegen, in dessen Inhalt wir in den Medien allenfalls verzerrt Einblick gewinnen. Der knappe journalistische Stil macht uns unsentimental zum Zeugen einer Wirklichkeit, die auch ein Roman nicht in Fiktion umwandeln kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein außergewöhnliches Buch ist hier zu besprechen, ein Buch aus der Mitte eines der längsten und historisch tief reichendsten Konflikte dieser Welt. Ein Buch, dessen Hauptfigur lebt in einem Ort, der vor 2000 Jahren Geschichte schrieb, als dort der Überlieferung des Lukasevangeliums zufolge Jesus von Nazareth in einem Stall geboren wurde. Jenes von einem kleinen Teil der Juden damals als Messias verehrten Menschen, den sie bald als Gottessohn verehrten und der zur Gründungsfigur einer Weltreligion wurde.
Bethlehem ist aber auch ein Ort, der von den Muslimen hochgeschätzt wird und liegt heute mitten in palästinensischem Gebiet.

Matt Beynon Rees, der Autor dieses außergewöhnlichen Kriminalromans, ist in Wales geboren und lebt seit langem in Jerusalem, wo er bis vor kurzen als Bürochef der "Time" gearbeitet hat. Er kennt sich also nicht nur mit der Geschichte des Konfliktes aus , der sich dort abspielt, sondern auch mit seinen aktuellen Ausformungen, Höhepunkten und all seinen Irrationalitäten.

Mit Omar Jussuf hat er einen Protagonisten erfunden, der auf mutige und sympathische Weise versucht, mitten in einem Strudel von Gewalt, Ideologie, Fanatismus und Korruption als Lehrer einer von den UNO unterhaltenen Schule seinen palästinensischen Schülern etwas beizubringen von der Geschichte des Konflikts, in dem sie aufgewachsen sind, wobei er immer bestrebt ist, die platten Freund-Feind-Bilder aufzubrechen und sich vehement gegen die Parole zur Wehr setzt, die Juden einfach ins Meer zu treiben.

In seinem neuen Buch führt Matt Beynon Rees seinen sympathischen Protagonisten nach Gaza. Zusammen mit seinem Chef, dem Schweden Magnus Wallender, soll er dort UNO-Schulen inspizieren. Kaum dort angekommen, erfahren sie, dass einer der UNO-Lehrer verhaftet worden ist. Der Vorwurf, der gegen ihn erhoben wird, lautet, er sei ein Agent der CIA, was seine Frau heftig bestreitet. Der verhaftete Lehrer hat lediglich die in Gaza allmächtige Korruption beim Namen genannt, ein Todesurteil in einem durch und durch korrupten Gemeinwesen, das seit Jahrzehnten nur von Alimenten lebt und dessen Führer nur an ihrem eigenen Profit und dem Erhalt ihrer Macht interessiert sind, und nicht an der Entwicklung ihres Landes, das sie dennoch der Welt immer wieder als Opfer zionistischer und jüdischer Gewalt mit nicht geringem Erfolg verkaufen.

Matt Beynon Rees nimmt bei der Beschreibung der Zustände auf die sein Ermittler wider Willen dort in Gaza trifft, genauso wenig ein Blatt vor den Mund, wie bei der Schilderung der Zustände im Westjordanland und in Bethlehem in seinem ersten Buch.

Das spannend erzählte Buch ist ein Dokument des verzweifelten Kampfes Einzelner um Gerechtigkeit in einer von Gewalt und Korruption verseuchten Umwelt. Es sind literarische Zeugnisse wie das vorliegende, die mich neben den aktuellen Nachrichten erheblich zweifeln lassen, ob es für dieses Gebiet und für den Konflikt dort überhaupt jemals eine Lösung geben wird.
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Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch schildert (einen Teil) der nahöstlichen Katastrophen-Realität in einer gleichzeitig spannenden und nachfühlbaren weil gut erklärenden Weise. Omar Jussuf, palästinensischer Schulleiter aus Bethlehem, soll die UN-Schulen in Gaza inspizieren und schlittert sogleich in eine Folge von Entführungen, politischen Morden und Korruptionsfällen von unglaublicher Brutalität und völliger politischer Gewissenlosigkeit: Alltag in einem Landstrich, in dem durch jahrzehntelange israelische Besatzung und ökonomische Hoffnungslosigkeit (fast) alle Bewohner ihr Selbstbewußtsein, ihre Freiheit und ihre Würde verloren haben. Diejenigen, denen die Besatzer den Rest an Regierung und Verwaltung zugestanden haben, sind völlig auf eigenen Machterhalt und Luxus für sich und ihre Clans versessen. Aber auch die sich als Märtyrer ausgebenden Islamisten spielen mindestens ein doppeltes Spiel - auch ihnen geht es um Macht, Einfluss und Geld. Beide Seiten gebauchen bedenkenlos die brutalsten Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele. Opfer sind meist die einfachen, dumm gehaltenen oder völlig hoffnungslosen palästinensischen Menschen jedes Alters und beiderlei Geschlechts. An einen gemeinsamen Kampf gegen die Besatzer denkt eigentlich niemand ernsthaft.

Das Buch könnte als realistische aber völlig hoffnungslose Schilderung zur Seite gelegt werden - wäre da nicht der sympathische, zwar mit vielen Schwächen behaftete aber doch mit gesundem Menschenverstand, Bürgersinn und etwas arabischer Bauernschläue versehene Omar Jussef, der immer wieder versucht, Recht, Gerechtigkeit und Wahrheit herzustellen, auch wenn sogar enge Freunde ihn auf die Gefährlichkeit seines Ansinnens hinweisen. Und der am Ende mit einigen genialen Tricks der Geschichte einen halbwegs hoffnungsvollen Impuls gibt...

Für mich als Palästinenser-Freund eine spannende, wenn auch schonungslose total lesenswerte Geschichte über eine Region, der ich so sehr wünsche, dass nach den hoffnungslosen Jahrzehnten bald mit vielen "Omar Jussefs" endlich eine freie und selbstbewußte Zivilgesellschft entstehen möge!
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