Schon der erste Roman aus der Reihe hat mich nicht wirklich begeistert, aber da man durchaus hier und da Einblicke in die alltäglichen Lebensumstände der Palästineser i.d. besetzten Gebieten bekommt, habe ich mir den 2. Roman auch vorgenommen. Hier zeigt sich nun aber meiner Meinung nach ganz deutlich, was der Autor von den Palästinensern (in Gaza) hält.
Dass Gaza aufgrund der Umstände ein ganz besonderes "Gebiet" ist , ist klar. Natürlich ist auch klar, dass es dort für uns unüberschaubare Mengen an Gruppierungen und Stömungen gibt, Gewalt ein Mittel der Politik ist und Behörden korrumpierbar sind. Mit keinem Wort wird jedoch erwähnt, warum Gaza zu diesem besonderen Ort geworden ist. Kein Wort von israelischer Besatzung, Demütigung, Zerstörung, Tötung, Sanktonierung.
Die Tunnel, die nach Ägypten führen werden (und das leugne ich nicht) dazu benutzt, Raketen nach Gaza zu schmuggeln. Dass sie aber auch überlebenswichtig für die Zivilbevölkerung sind, da Israel nicht mal zulässst, Medikamente, Lebensmittel, Baumaterial etc. in ausreichenden Mengen einzführen bleibt hier, wie vieles andere auch, gänzlich unerwähnt. Das hat mich beim Lesen mehr und mehr aufgeregt, denn die Verantwortlichen sind hier allzuschnell ausgemacht. Die Palätstinenser selbst sind es, die an ihrem Schicksal und den Zuständen Schuld sind, denn sie sind durch und durch korrupt, durchtrieben, machtgierig und unanständig. Bis auf den palästinensischen Ermittler natürlich, der ein Gutmensch ist. Ebenfalls von guten Motiven geleitet sind 2 UNO MItarbeiter, der eine Schotte, der andere Schwede.
Noch dazu lässt Rees seine Hauptfiguren derart klischeehaft und hölzern agieren, dass es einer Sau graust. So ballt der Protagonist bei der Nachricht, dass ein UNO Mitarbeiter getötet wurde z.B. gerne mal die Faust und ruft. "Diese Schweine!!" , gute Güte!
Was ich nach dem Lesen des ersten Romans noch nicht wirklich bestätigen konnte war der Vorwurf, Rees lasse sein Palästinenser-Bashing ganz perfide durch seine Hauptfigur - einen Palästinenser - transportieren. Jetzt glaube ich das auch.
Mein Fazit: Als Krimi viel zu hölzern, und klischeehaft. Noch dazu ein Bisschen weit hergeholt. Wer mag schon glauben, dass sich ein ältlicher, kränklicher Geschichtslehrer, während eines Feuergefechts auf eigene Faust mit dem Oberschurken anlegt und eine Rakete ausbuddelt?? Nun gut...
Als Einblick nach Gaza viel zu einseitig.
Dennnoch erfährt man auch Einiges, das einem die Medien meist vorenthalten, insofern kann es für Interessierte auch lesenswert sein.