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Ein Gott der Frechheit: Roman
 
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Ein Gott der Frechheit: Roman [Taschenbuch]

Sten Nadolny
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In Sten Nadolnys Roman ist Hermes, Gott der Kreuzwege und der Nacht, der Diebe und Kaufleute, der Held. Nach über 2000jähriger Gefangenschaft wird er vom neurotischen Technologie-Gott Hephäst befreit. Der erste Mensch, der ihm nach seiner Befreiung auf Santorin begegnet, ist die junge Helga aus Stendal in Sachsen-Anhalt, für die sich Hermes gleich entflammt. Diese befindet sich auf einer Kreuzfahrt, und Hermes folgt ihr, selbst über den Atlantik. Auf den Reisen lernt er nicht nur die Angebetete besser kennen, sondern macht sich auch seinen Reim auf die Veränderungen, die die Welt in den letzten 2000 Jahren erfahren hat.

Autorenportrait

Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, lebt in Berlin. Ingeborg-Bachmann-Preis 1980, Hans-Fallada-Preis 1985, Premio Vallombrosa 1986, Ernst-Hoferichter-Preis 1995. Nach seinem ersten Roman "Netzkarte" erschien 1983 "Die Entdeckung der Langsamkeit", in alle Weltsprachen übersetzt, danach "Selim oder Die Gabe der Rede", "Ein Gott der Frechheit" und "Er oder Ich".

Auszug

Eine Art Auferstehung

Das Schiff durchquerte ein Gewässer von. lauernder Ruhe. Hier war Schlimmes passiert, und vielleicht kehrte es wieder. Es war kalt. Noch zwei Tage bis zum griechischen Osterfest.

Außer der jungen Frau war niemand an Deck. Das Ausflugsschiff näherte sich der Engstelle zwischen zwei Inseln von melancholischem Aussehen. An der einen ragte, wo sie der anderen am nächsten war, eine Stellwand aus schwarzem Fels auf, senkrecht fast, hoch wie eine Festung. Nicht die kleinste Pflanze schien dort zu gedeihen. Von weitem sah es aus wie eine Narbe, verhornt und verwachsen, beim Näherkommen bekam die Nacktheit des Gesteins einen metallischen Glanz. Von der Gegend ging Gewalt aus. Da stand etwas und drohte, überall zwischen Himmel und Wasser, vibrierend und unsichtbar. Eine Kraft vor dem Sprung, ein Blitz, noch lichtlos, kurz vor dem Aufzucken und Zuschlagen.

Sie nahm den Schal enger um den Hals und zog die Schultern hoch, denn sie fror. Sie versuchte in der schwarzen Wand zu lesen wie in einem Buch. Es gab dort durchaus Vorsprünge, Risse und Höhlen, Mulden und Nasen, Verfärbungen ins Rötliche oder Fahle, und je näher das Boot herankam, desto zerklüfteter und. vielfältiger wirkte das Gestein. Aber in sich lesen ließ es nicht.

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