Wenn das Buch von Thomas Buergenthal verfilmt werden würde, dann käme einem die ganze Geschichte vielleicht konstruiert vor. Man denkt sich, so viel Glück kann ein kleines Kind doch inmitten all dieser Schreckens- und Gräueltaten doch gar nicht gehabt haben: Zwei Ghettos, Auschwitz und einen Todesmarsch zu überleben... Doch der Autor beschreibt sehr eindringlich, dass es nicht nur "Glück" war, sondern auch der unbedingte Überlebenswille, den er von seinen Eltern vermittelt bekam. Buergenthal erinnert sich an die vielen Menschen, die ihm und anderen "Todgeweihten" geholfen haben - wie z.B. Tschechen, die von Brücken Brot in die Waggons mit KZ-Häftlingen warfen. Darüberhinaus ist die Geschichte des kleinen Jungen, der in den Vernichtungslagern völlig auf sich allein gestellt ist, ungemein packend und kurzweilig zu lesen. Buergenthal gelingt es, seine Sicht als Kind der Vorgänge des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs darzustellen, ohne anzuklagen. Ich war fast ein wenig enttäuscht, dass das Buch da aufhört, wo seine eigentliche Zukunft anfing. Doch zu Schluss war ich wieder versöhnt. Der Autor beschreibt, das er sein Leben lang für das kämpfte, was früher wie heute keine Selbstverständlichkeit war/ist: Die Einhaltung der Menschenrechte...