Ich hatte ein sehr persönliches Buch über den Garten der Autorin erwartet und hielt leider nur ein weiteres "Rezeptbuch" in den Händen.
Das Thema "Gartenzimmer" hat die Autorin unter unterschiedlichen Gesichtspunkten abgearbeitet (...für die Floristin, die Familie, die Liebe usw.), für meine Begriffe tatsächlich leider nur abgearbeitet.
Zwischen die Gestaltungstipps hat sie ein paar praktische Tipps, zum Teil Selbstverständlichkeiten, gestreut und einen Gartenkalender angefügt, der sehr beliebig die monatlich zu erledigenden Gartenarbeiten benennt und in einem Buch dieser Art nichts zu suchen hat.
Mein Interesse beim Lesen hat sehr schnell nachgelassen, denn
dieses Buch ist vieles nicht: es ist kein gutes Buch über Gartengestaltung, es ist auch kein Buch übers Gärtnern an sich, es ist nur auf eine vordergründige Art persönlich und wirklich unterhaltsam ist es auch nicht.
Ausserdem ist es schlecht redigiert, denn einige Schreibfehler haben es bis in die gedruckte Version geschafft.
Regelrecht ärgerlich fand ich die Hinweise über das "Stibitzen" von Pflanzen, Samen oder Stecklingen: "Nur Stecklinge von Pflanzen nehmen, die man auch zum Bewurzeln bringt!
Stibitzen ist nichts für Anfänger..." Na dann, ich dachte, Stibitzen sei schlechtes Benehmen.
Wer ein gutes Buch über Gartengestaltung mit wunderbaren Fotos
lesen möchte, ist mit Gisela Keils "Garten-Glück" besser bedient.
Wer sich von einem Gartenbuch unterhalten lassen möchte, sollte es mit "Gut im Beet - über die Lust am Gärtnern" von Ursula Buchan (auch informativ) oder "Gärtnern" von Peter Würth
(dtv-Reihe "Kleine Philosophie der Passionen", keine Fotos) versuchen.