Ein sehr empfehlenswertes Buch mit vielen guten Ideen und Ratschlägen für den Naturgarten. Es gibt lediglich zwei Punkte, die korrigiert werden müssen. Der erste ist der Wert der Winter- oder sogar auch Sommerfütterung für Singvögel als Zugabe zum tierfreundlichen Garten. In der Regel bieten auch tierfreundlich angelegte Gärten nicht genug Futter (Samen), um die Vögel darin das ganze Jahr über zu ernähren. Sommerknödel können die Insekten entlasten und den brütenden Vögeln helfen. Es kommt allerdings auch auf das Umfeld an. Siehe dazu auch Prof. Berthold, "Vögel füttern - aber richtig".
Der zweite Punkt sind die Nistkästen. Bei Oberholzer/Lasser wird gesagt, dass in "einem Garten von 800 m² drei bis vier Nistkästen" ausreichend seien und man nicht beliebig viele Nistkästen aufhängen könne (S. 94). Zwar ist es richtig, dass die jeweiligen Arten ihr Revier gegen gleiche oder ähnliche Arten verteidigen, z.B. Kohlmeisen gegen andere zu nahe brütende Kohl- oder Blaumeisen. Allerdings brüten die Vögel in der Natur dicht an dicht - Sicherheitsabstände gibt es nicht. Hängt man viele Nistkästen auf, durchaus auch mehrere untereinander an einer Mauer oder einem Baum, bleiben einige Nistkästen unbesetzt und können später von Zugvögeln besetzt werden. Ausreichend Nistplätze sind für den Erhalt der Vogelarten unabdinglich. Wichtig ist es, verschiedene Nistkästen aufzuhängen, die für unterschiedliche Arten gedacht sind. Das Flugloch soll am besten gen Osten oder Süden oder alles dazwischen ausgerichtet sein und frei anfliegbar sein.
Eine Sitzstange unterhalb des Fluglochs ist nicht nur überflüssig, sondern vielfach auch hinderlich, da die Vögel direkt im Flugloch landen. Wichtig ist, dass der Nistkasten eine entsprechende Größe hat, so dass bei einer Brut möglichst viele Nestlinge großgezogen werden können. Zu große Kästen werden ggfls. von den Vögeln einfach ausgepolstert. In kleinen Dekokästen ist nur Platz für wenig Nachwuchs, sie eignen sich nicht besonders gut. Die im Fachhandel erhältlichen Nistkästen können in Form und Größe als Orientierung für den Selbstbau herangezogen werden.
Die häufig getroffene Aussage, dass Nistkästen für Zugvögel erst im Frühjahr aufgehängt werden sollen, ist überholt, wenn man Nistkästen ohne Sicherheitsabstand aufhängt. Zudem können die Kästen dann bereits im Winter als Übernachtungsmöglichkeit für Standvögel dienen, was ihnen ebenfalls sehr beim Überleben hilft.
Neben Nistkästen sind natürlich Hecken, Büsche und Ranken wichtig, gerne auch stachelige, die Schutz vor Räubern bieten.