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Ein Freund des Verblichenen
 
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Ein Freund des Verblichenen [Gebundene Ausgabe]

Andrej Kurkow
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Diogenes (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257062397
  • ISBN-13: 978-3257062397
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 870.898 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Andrej Kurkow
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn zwei Eheleute sich nur noch im Dunkeln voreinander ausziehen, wenn jeder sorgfältig darauf achtet, die Badezimmertür abzuschließen, bevor man in die Wanne gleitet, wenn selbst zum Streiten die Lust vergangen ist -- spätestens dann wird klar, dass irgendetwas in der Ehe ganz und gar schief gelaufen ist. Als Tolja zu allem Überdruss auch noch erfährt, dass seine Frau bei einem "Kollegen" sehr gerne badet und sich noch lieber nackt präsentiert, beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Russische Tristesse in Einzimmerwohnung. Seine Frau umzubringen, käme für Tolja nie in Frage. Auch ihrem Liebhaber einen Strick aus seinem Glück zu drehen, verbietet sich. Bleibt also nur er selbst. Da Tolja aber auch in suizidaler Hinsicht ein Tropf ist, reift in ihm ein Plan. Wenigstens sein Abschied aus dem irdischen Jammertal soll nicht unbemerkt vonstatten gehen. Alle Welt soll rätseln, wer den guten Tolja um die Ecke gebracht hat. Er beschließt, einen Killer auf sich anzusetzen!

Andrej Kurkows Vita weist einige bemerkenswerte Stationen auf: Kameramann, Gefängniswärter, heute freier Schriftsteller, zwischen Kiew und London pendelnd. Auch als Drehbuchautor tat Kurkow sich hervor, was den irritierenden Umstand, dass sein Plot dem wunderbaren Kaurismäki-Film I hired a contract killer bis aufs Haar gleicht, einigermaßen rätselhaft macht. Dem Film nicht unähnlich, bezieht auch Kurkows Roman sein nicht unbeträchtliches Humorpotenzial aus den heruntergekommenen russischen Verhältnissen und einem Personal, das im Wodka-Dauernebel stumpf dahindümpelt.

Über einen Schulfreund gelangt Tolja an die Adresse eines preisgünstigen Killers. Lediglich im Besitz einiger alter Kinderfotos, muss der arme Tolja tatsächlich mit seinem letzten Rubel in ein Fotoatelier, um seinem Meuchelmörder ein aktuelles Konterfei schicken zu können. In einem Café auf die finale Begegnung wartend, lernt er die Prostituierte Lena kennen -- und mitten im russischen Winter geht für Tolja die Sonne wieder auf. Nur gut, dass an solchen Wintertagen auch Killer ihre depressiven Verstimmungen haben! --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Tolja möchte am liebsten Selbstmord begehen, aber er weiß, daß er dafür zu feige ist. Darum vergibt er den Auftrag per Postfach an einen professionellen Killer. Als er aber Lena trifft, will er plötzlich nicht mehr sterben. Doch der Profi ist bereits unterwegs. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein neues Leben 1. Juli 2007
Von K. Beck-Ewerhardy TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der arbeitslose Tolja lebt in den Tag hinein. Er treibt vor sich hin und seine Frau ist ihm immer mehr entfremdet, so dass es ihn noch nicht einmal sonderlich stört, als er mitbekommt, dass sie ihn mit einem ihrer Arbeitskollegen betrügt. Er sieht einfach keinen sonderlichen Sinn mehr in seinem Leben und lässt sich durch seinen ehemaligen Klassenkameraden Dima einen Killer vermitteln, der ihn von seinem Leben erlösen soll. Innerhalb einer Woche ist alles vorbereitet und nun hat Tolja noch etwa zwei Tage zu leben und bereitet seine Abgang vor.

Doch dann geschehen verschiedene Dinge. Durch eine gut bezahlte Falschaussage in einem Scheidungsprozess kommt Tolja zu Geld, dass er zum Teil in eine junge Prostituierte namens Lena investiert, die ihm allerdings schnell ans Herz wächst und er ihr auch. Als auch noch seine Frau zu ihrem Liebhaber umzieht, erscheint ihm das Leben plötzlich wieder lebenswert und er muss sich auf die Suche nach einem weiteren Killer machen. Das Leben ist plötzlich wieder interessant, aber sehr schnell empfindet Tolja Schuldgefühle gegenüber der Witwe und dem Kind des Killers, dessen Tod er zu verantworten hat und er beschließt, sich um die beiden zu kümmern.

Nach und nach beginnt er das Leben seines Killers anzuziehen, wie einen bequemen alten Pantoffel und kommt der Witwe dabei immer näher, während er gleichzeitig eine Menge heißer Liebesnächte mit Lena verbringt. Bis er mit dem Neujahrsfest  das in Kurkows Romanen ja immer einen wichtigen Wendepunkt darstellt  beschließt bei Marina, der Witwe, einzuziehen.

Kurkow beweist auch in diesem Roman, dass das Leben immer voller Zauber und seltsamer Zufälle ist, auch wenn man sich deutlich auf der dunklen Seite desselben bewegt. Dies stellt er in seinem vertrauten Stil mit der vertrauten fröhlichen Naivität des Hauptprotagonisten dar, die man auch in seinen anderen Romanen findet.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Man ist schnell dabei, Kurkow an seinem "Pinguin" zu messen und ist dann vielleicht ein wenig enttäuscht, wenn man dieses Buch fertig gelesen aus der Hand legt. Die Ereignisse überschlagen sich hier nicht so wie gewohnt und die Dialoge und Monologe sind vielleicht nicht ganz so scharfsinnig. Trotzdem wird das Buch "Ein Freund des Verblichenen" dem Urteil, dass es einfach nur langweilig sei, überhaupt nicht gerecht.

Hier geht es vielmehr um Tolja und das etwas normalere Leben eines Einzelnen im neuen System Russland. Tolja ist hierin ein liebenswürdiger Versager, ein wenig vom Schicksal und ein bisschen mehr von seiner Frau im Stich gelassen und plant nun den Höhepunkt seines Lebens, seinen eigenen Tod durch einen Auftragskiller. Irgendwie doch mit dem Leben davon gekommen, entdeckt er - auch durch eine neue Liebelei - die guten Seiten des Lebens wieder und muss nun den Auftragskiller loswerden.

Kurkow versteht es dabei sehr gut, den Umgang mit Kriminalität, Tristesse, Arbeitslosigkeit und einer Volksarmut so darzustellen, dass man als Leser eigentlich nur fassungslos über diese "anscheinende Normalität" ist. Nochmal schockierender ist dann das Ende des Buches, das den ganzen Inhalt noch einmal mehr unterstreicht. Mich hat das Buch sehr berührt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Carpe Vitam 22. Juli 2006
Von Esther TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
... denn das Leben siegt doch! Im tristen russischen Herbst, betrogen von der Ehefrau, wenig Lebensmotivation und Energie verlockt Tolja die Idee einen Killer zu engagieren, nicht um den Liebhaber der Ehefrau aus dem Weg zu räumen, als vielmehr um seinem eigenen Leben ein Ende zu bereiten. So bereitet er seine letzten Tage vor - doch der Mord soll vorerst misslingen und die Lebensfreude zurückkehren, während der Auftragskiller - ein Ehrenmann - seine Verpflichtung nicht aus den Augen verliert. Eine neue Liebe und unerwarteter Geldsegen leiten Tolja in den grausam kalten Winter bis in Neujahr - da soll sich nochmals alles verändern - und wie!

Ein viel versprechender Start, etwas mäßiger Mittelteil, dafür ein absolut überraschendes Ende. Tolja als seltsamer, phlegmatischer und gleichgültiger Charakter fügt sich mit fabelhafter Leichtigkeit jeder Lebenssituation - beinahe bewundernswert.
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