Als der geheimnisvolle Dr. Kay(John Malkovich), diese Worte zu dem jungen Anwalt Nathan(Romain Duris) sagt, weiß der damit nicht viel anzufangen. Aber das soll sich sehr schnell ändern. So schnell, wie uns Gilles Bourdos in seinen Film -Ein Engel im Winter- hinein schleudert. Bereits in den ersten fünf Minuten werden wir als Zuschauer regelrecht in die Geschichte katapultiert, können uns dem rasanten, dramatischen Start nicht mehr entziehen.
Nathan ist ein erfogreicher New Yorker Anwalt. Jung, diszipliniert und verdammt hartherzig. Als Kind hatte Nathan einen schweren Unfall und war praktisch schon tot, ehe er ins Leben zurückkehrte. Nathan lebt von seiner Frau Claire(Evangeline Lilly) getrennt und sieht seine Tochter Tracy eher selten. Irgend etwas in Nathans Leben ist verkehrt gelaufen, aber was, das werden wir erst später erfahren.
Eines Tages taucht Dr. Kay, ein Arzt aus dem Boston Hospital, in Nathans Kanzlei auf. Kay spricht in Rätseln, deutet gegenüber Nathan an, dass er den Todeszeitpunkt eines Menschen voraussagen könnte. Nathan ist verwirrt, verärgert, und schmeißt Kay aus der Kanzlei. Aber der lässt nicht locker. Er fängt Nathan ab und führt ihm den Tod eines Menschen direkt vor Augen. Da glaubt Nathan zu erkennen, dass Kay ihm seinen eigenen Tod voraussagen will. Tatsächlich gibt Kay zu, ein Bote zu sein. Seine Aufgabe ist es, den Todgeweihten die Chance zu geben, ihr Leben zufrieden abzuschließen. Auch Nathan soll diese Chance erhalten. So macht sich der Anwalt auf, sein Leben zu ordnen. Aber Nathan hat keine Ahnung, auf welches Unterfangen er sich einlässt. Nach und nach muss er erkennen, dass er nur ein winziges Puzzleteil in einem Spiel ist, dessen Regeln er nicht beeinflussen kann...
Was für ein wunderbarer Film! Als ich Gilles Bourdos DVD aus dem Regal genommen hatte und mir der Klappentext eine Art Misterythriller versprach, wußte ich damit nicht all zu viel anzufangen. Immerhin spielt John Malkovich die Hauptrolle, also rein damit in den Player. Ich war mehr als überrascht einen handlungsdichten, clever inszenierten Film beobachten zu dürfen. Wie Bourdos den gleichnamigen Erfolgsroman von Guillaume Musso auf Zelluloid gebannt hat, das ist, jedenfalls meiner Meinung nach, große Filmkunst. Mit Malkovich, Duris und Lilly hat Bourdos drei hervorragende Mimen für seine Hauptrollen verpflichtet. Aber das ist nicht allein der Garant für einen Klasse-Film. Bourdos besticht durch eine Kamera-Arbeit, die ihresgleichen sucht. Egal, ob er die Überleitungen der Szenen mit grandiosen Bildern aus den Straßenschluchten New Yorks schmückt, oder in Wahnsinnsschwenks die Autofahrt von Nathan und Kay begleitet, da macht allein das Zuschauen Riesenspaß.
-Ein Engel im Winter- ist ein ruhiger Erzählfilm, der fulminant startet, dann in eine ausgeklügelte Geschichte führt, den Zuschauer hin und wieder explosionsartig mitreißt, zahlreiche Überraschungsmomente aufweist und uns am Ende noch einmal alles abverlangt. Ganz großes Kino! Von mir gibt es dafür eine uneingeschränkte Empfehlung zum Anschauen!