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Ein Engel an Güte Gebundene Ausgabe – 27. September 2010


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (27. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717521748
  • ISBN-13: 978-3717521747
  • Originaltitel: Angelo di Bontà
  • Größe und/oder Gewicht: 10 x 2,8 x 15,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 499.725 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ippolito Nievo (1831-1861) ist neben Alessandro Manzoni der bedeutendste italienische Romancier des 19. Jahrhunderts. Seine «Bekenntnisse» sind das Werk eines Frühgereiften. An der Seite Garibaldis eng in den Unabhängigkeitskampf seiner Heimat eingebunden, fand Nievo nach der ruhmreichen Befreiung Siziliens bei einem Schiffbruch den frühen Tod.

Barbara Kleiner, promovierte Germanistin und Romanistin aus München, Jahrgang 1952. 2007 erhielt sie den Übersetzerpreis der Kulturstiftung NRW, der zu den höchstdotierten Auszeichnungen für literarische Übersetzer im deutschsprachigen Raum gehört, für ihre Übertragung von Ippolito Nievos Werk "Bekenntnisse eines Italieners" (Manesse Verlag, 2005) aus dem Italienischen. Gleichzeitig wurde das Gesamtwerk der Übersetzerin ausgezeichnet. 2011 erhielt sie den deutsch-italienischen Übersetzerpreis des Auswärtigen Amtes für ihre Übertragung von Ippolitos Nievos "Ein Engel an Güte" (Manesse Verlag, 2010).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Sprechsaal der Seraphinerinnen
Am ersten Sonntag im Mai des Jahres 1749 gab es ein dichtes Gedränge von Gondeln an der Riva di San Pieretto: In der Abenddämmerung war der Kanal dann gänzlich verstopft, Ruder wirbelten durcheinander, Bug stieß an Bug, Rufe schollen von Boot zu Boot, kurzum, es herrschte ein Tumult, wie ihn nur die Bootsführer von Venedig zu veranstalten wissen. Es war der höchste Feiertag im Kloster der Seraphinerinnen, und da diese einem der besten Erziehungsinstitute für Töchter des Patriziats vorstanden, drängte sich die adlige Sippschaft in den Sprechsälen, und unter Angehörige, Vormünder und Freunde mengten sich auch etliche Schaulustige; was die ehrwürdigen Schwestern überhaupt nicht schreckte, ganz im Gegenteil, sie erfreuten sich am harmlosen Gepränge, das ihnen sehr geeignet schien, den Ruhm ihrer Schutzpatronin, der Heiligen teresa, zu mehren. Überdies weder durch Gelübde noch Klausur eingeengt, scheuten sie weltlichen prunk weniger als alle anderen Orden und waren über die verwickelten venezianischen Verhältnisse so gut unterrichtet, dass sie in der Konversation mit den Damen und Herren würdig bestehen konnten. Die Pförtnerin hatte also für diesen Abend ihren vertrauten Platz am Guckloch verlassen, und die beiden Torflügel der Pforte standen den Vorübergehenden einladend offen; die in ihrer klösterlichen Schlichtheit an sich schon schöne Vorhalle war über und über mit Damast und Blumen geschmückt; die brennenden Wachskerzen auf zweiarmigen silbernen Leuchtern, die Rosen-, Geranien- und Veilchensträuße hier und da und der letzte Widerschein des Sonnenuntergangs, der im Violett der Vorhänge noch einmal aufflammte, brachten jene in Farben und Düften einzigartige Stimmung hervor, die frommen Gemütern so lieb und vertraut ist. Aber wenn die Vorhalle kraft solch religiösen Zaubers etwas Klösterliches ausstrahlte, wirkte der Sprechsaal umso erstaunlicher, denn dort durchdrangen Heiligkeit der Klausur und weltliche Lebenslust einander auf eine Weise, dass man meinen konnte, es sei dies ein Fleckchen vom Paradies auf Erden. In der Mitte sah man in unterschiedlichsten prachtvollen Toiletten jüngere und ältere Damen der Aristokratie in Grüppchen beieinanderstehen; und dort, inmitten all des Glanzes von Juwelen und entblößten Busen, die braune Ordenstracht irgendeiner kleinen Nonne, allerdings aus feinstem Tuch und so geschnitten, dass die reizende Gestalt darin ganz vorzüglich zur Geltung kam; weiter drüben fein geputzte, parfümierte und gepuderte Kavaliere mit Mantel und Degen, wie es damals hieß; den nutzlosen Degen schräg hinter den Beinen baumelnd, den weißen Mantel über dem Arm und den kleinen Fächer in der Hand, stolzierten sie wie die Pfauen im anmutigen Schwarm der Jungfern umher; und da wurde im Schatten der Hüte und Fächer insgeheim gelacht, spitze Bemerkungen flogen hin und her, ebenso Blicke und Lächeln; doch alles völlig harmlos, denn hinter halb geschlossenen Lidern döste dort hinten eine ehrwürdige Klosterschwester. Überall ringsum an den Wänden saßen auf hohen Stühlen aus schwarzem Maroquinleder Mütter, Väter, Onkel und Vettern; ihnen zur Seite noch unreife, aber aufgeweckte und schwatzhafte Mädchen; Wesen, so schmächtig wie Schattengewächse, doch voller Feuer und Schalk auf dem Grund der Augen; junge Dinger mit scheuen Blicken, aber verstohlenem, wissendem Grinsen. Und zwischen alldem glitten schwatzend, lauschend, lächelnd, Kerzen putzend, Erfrischungen reichend acht oder neun Klosterschwestern unterschiedlichen Alters und Aussehens hin und her, allen aber lag der Ausdruck von Festtagsfreude auf dem Gesicht und die heitere Zufriedenheit klösterlichen Lebens.
«Nur zu, Marchesa, ein Schlückchen von diesem Rosolio Ein wahres Labsal in unserem Alter, Sie werden sehen! Exzellenz Carletto, Sie wollen doch nicht etwa dieses Konfekt verschmähen Wo ich es doch selbst zubereitet habe? Wie, Don Zefirino kommt heute nicht? Dabei hatten wir Eiermilch für ihn geschlagen! Ach, Contessa, sehen Sie nur diesen kleinen Cavaliere dort, wie er sich mit Blicken nach Ihrer Tochter verzehrt. Ach, man könnte glatt. Donnerwetter . Hören Sie, ich meine. Was sagt man da, dieser Cavaliere! Apropos, wie ist es denn ausgegangen mit der Ärmsten. Denkbar schlecht, na ja, versteht sic! Armes junges Ding, das musste ja so enden, bei dem Lebenswandel!» Solcherart waren die Gesprächsthemen der ehrwürdigen Schwestern, und der Saal füllte sich immer mehr, ohne dass die heitere Stimmung oder die Freundlichkeit des Empfangs geschmälert worden wären.
Der Sprechsaal war zum Bersten mit Menschen gefüllt und kein einziger Stuhl mehr frei, als auf der Schwelle ein alter Mann erschien, ein wahrhaft ausgefallenes Exemplar. Er war eher klein und wohlbeleibt, aber der ausgediente Galarock, den er trug, schien für einen Riesen geschneidert, sodass darunter wie aus dem Panzer einer Schildkröte zwei rundliche Füßchen, gänzlich überwölbt von zwei enormen Silberschnallen, gerade eben zum Vorschein kamen. Der unter den Arm geklemmte Dreispitz bedeckte ihm auf der einen Seite die Brust; auf der anderen Seite ragte er wie ein Bugsprietsegel drei Spannen über die Hüfte hinaus. Doch all das war nichts im vergleich zum Kopf, der wie mit dem Hammer zwischen die Schultern gerammt schien; malerisch umrahmt von einer wirklich pompösen Taubenflügelperücke, die auf den Schultern in einem Zopf endete, der sich schwerlich mit einer Hand hätte umfassen lassen. Eingezwängt von dieser Perücke und diesem Rock, war der arme Mann glutrot, er schnaubte und drehte den Hals in alle Richtungen, lockerte dann mit der Hand die Enge des Kragens; doch all diese Gesten brachten ihm überhaupt keine Erleichterung, und er wirkte dadurch nur umso komischer. In der Tat waren die Grüppchen nächst der Tür dieses Pantalone3 schon gewahr geworden und begannen sich über ihn zu amüsieren, als ihn von der anderen Seite des Saales her ein hübsches blondes Mädchen erblickte, das seit einer Stunde dort neben einem schmucken Cavaliere saß; kaum hatte sie ihn entdeckt, war sie auch schon mit einem Freudenschrei aufgesprungen, mit aller höflichen Gewandtheit durch das Menschengewühl geglitten, war dem sonderbaren Menschen um den Hals gefallen und hatte ihm zwei schallende Küsse auf die Wangen gedrückt. Dann nahm sie ihn bei der Hand, und ohne auf den Zopf zu achten, der sich in den Toupets4 der Damen verfing, oder auf den Hut, der vor lauter Knüffen schon ganz zerdrückt war, oder auf die Litzen seines Rocks, die an allen Ecken und Kanten hängen blieben, schleppte sie ihn ohne größere Havarie zu dem Platz, wo sie zuvor gesessen war. Doch als sie, dort angekommen, zwei Stühle frei fand, sah sie sich verwundert um.
«Wo ist denn Celio geblieben? », sagte sie für sich.
«Hast du etwas gesagt, mein Töchterchen?», fragte der Alte, wobei er sich mit seligem Lächeln auf einen der Stühle fallen ließ. «Ach, diese Polster sind aber hart, mein Liebling!», setzte er etwas betrübt hinzu.
Unterdessen hatte das Mädchen bei genauerem Umherspähen denjenigen, den sie suchte, in einem Grüppchen junger Herren ausgemacht und setzte sich nun liebevoll neben den Neuankömmling.
«Was hat denn das zu bedeuten, Herr Vater», fragte sie, «dass Sie nicht wie sonst am vergangenen Sonntag gekommen sind?»
Der Herr Papa schlug die Augen nieder und antwortete, die Ecken seines Hutes auf seinem Schoß zurechtzupfend: Podesta von Asolo zu sein sei etwas ganz anderes, als Podesta von Lonigo zu sein, und mit der Übernahme dieser neuen Würde seien so viele Geschäfte auf ihn zugekommen, dass er seine jährliche Reise nach Venedig wenigstens um eine Woche habe verschieben müssen.
«Und weißt du», fügte er hinzu, «wäre da nicht die Krankheit Seiner Exzellenz Formiani gewesen, die allem Zögern ein Ende machte, so hätte ich noch einen weiteren Monat bleiben müssen. Und denk dir nur, was Mirj jetzt widerfährt, just im Augenblick meines Eintreffens hier wird der Kranke plötzlich gesund!»
«Wie,...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gospelsinger TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 21. Juli 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Engelsgüte und Unschuld, dafür war im Venedig des 18. Jahrhunderts kein Platz. Denn die Gesellschaft war äußerst dekadent. Es wurde intrigiert, gelogen, betrogen, gesoffen. Und die Sexualität war wesentlich freier, als man gedacht hätte.
Mit diesem Verfall der Sitten wird Morosina, die bisher in einem Kloster der Seraphininnen untergebracht war, wo sie nicht besonders viel Kontakt mit den anderen jungen Mädchen hatte, schlagartig konfrontiert, als sie das Kloster verlässt und bei ihrem Paten, den Inquisitor Formiani, in Venedig unterkommt. Jetzt bewegt sie sich in der höchsten Gesellschaftsschicht, wo ihre Unschuld für Koketterie gehalten wird, weil man unschuldiges und freundliches Benehmen schon gar nicht mehr erkennen kann. Die venezianische Gesellschaft spielt fortwährend Theater, die Menschen zeigen sich nicht als Persönlichkeiten, sondern in ihren Rollen, die an die Commedia della Arte erinnern.
Das gilt auch für Cavaliere Celio, der nicht merkt, dass Morosina tatsächlich in ihn verliebt ist. Ihre Freude ist groß, als ihr eröffnet wird, dass der Pate sie verheiraten will, geht sie doch davon aus, dass ihr Bräutigam wird. Weit gefehlt. Der über 70jährige Formiani selbst möchte sie ehelichen und sogar noch Vater werden. Morosina ist es gewöhnt zu gehorchen, sie geht also diese Ehe ein und wird zur Krankenpflegerin ihres Mannes, der eine maßgebliche Rolle in den politischen Intrigen Venedigs spielt.
Die Unschuld und die Güte Morosinas sind für ihre Umgebung so ungewohnt, dass Morosina als Engel gesehen wird, als Engel der Güte. Und damit schafft sie es auch, das verschüttete Gute in den Menschen ihrer Umgebung zum Vorschein zu bringen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Xi'an am 13. November 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Höchstes Lob für ein Buch, das auf jeder Seite lebt und atmet. Eigenständige, echte und zum Teil höchst originelle Charaktere in einer abwechslungsreichen Szenerie. Temporeich stürzt die Handlung voran. Hinreißender Auftakt in einem Kloster am Besuchstag, der hauptsächlich dazu dient den Klatsch des Tages und die Verhältnisse auf dem Heiratsmarkt zu ventilieren; wir dürfen bei der obligaten abendlichen Gondelpromenade der Venezianer dabeisein und Nievo bei seinen sarkastischen Ausfällen gegen den 'Nationalcharakter' der Lagunenbewohner lauschen; Zofen, deren Liebhaber ständig in Schwierigkeiten sind; Aufriss der sozialen Welt vom Holzfäller bis zu den obersten Gremien; die Darstellung der politischen Verhältnisse des Lagunenstaates, der sich der Partikularinteressen nicht mehr erwehren kann; eine Liebesgeschichte, die nicht nur die Protagonisten hin- und herreißt und dergleichen mehr. Der Autor hatte die Schilderungen seines Großvaters noch im Ohr, der das 'ancien régime' in Venedig an prominenter Stelle erlebt hatte. Ein abslouter Lesegenuß!
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