Vorab:
Ich las das englische Original "End in tears", kann deshalb zur Qualität der deutschen Übersetzung nichts sagen.
Jetzt zum Thriller:
Ruth Rendell schreibt sehr gute Krimis - und ihr Hauptkommissar dieser Serie ist seit vielen Jahr so etwas wie ein "guter Freund" von mir geworden.
Doch was Ruth Rendell uns mit diesem Krimi der Serie aufbürdet, ist schon sehr absurd und unglaubwürdig:
Es geht um den Tod zweier junger Mädchen und um Leihmutterschaft. Des weiteren ist die Tochter des Kommissars schwanger und möchte ihr Baby ihrem Ex-Mann und dessen Freundin "schenken". Zu guter letzt hat DS Goldsmith ein Auge auf ihren Partner geworfen, der jedoch - oh Schreck - nicht gleich nach dem ersten Date mit ihr ins Bett hupfen will, sondern sie erst mal kennenlernen will. Das findet DS Goldsmith gar nicht gut, sondern altmodisch, umständlich und überflüssig.
Einfach zu viel des Guten. Absurde Geschichten, absurde Gedankenstränge. Dabei eigentlich ein interessanter Krimi, der den aktuellen englischen Way of Life aufzeigt, so z.B., daß die Briten sich unter "Germans" immer noch glatzköpfige,stiernackige und grobschlächtige Typen mit schlechten Englischkenntnissen vorstellen (steht so im Krimi).
Ich denke, daß die mittlerweile doch recht betagte Ruth Rendell, was ihre aktuellen Geschichten angeht, einfach nicht auf dem laufenden ist - sie kennt die Gefühle und die Sprache der jüngeren Generation nicht mehr. Anders kann ich mir nicht erklären, warum dieser Krimi so unglaubwürdig und künstlich konstruiert erscheint.
Bedingt empfehlenswert.