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Ein Briefwechsel
 
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Ein Briefwechsel [Gebundene Ausgabe]

Richard Strauss , Ernst von Schuch , Gabriella Hanke Knaus , Gabriella Hanke Knaus


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Richard Strauss
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Neue Zürcher Zeitung

Unter Kapellmeistern

Der Briefwechsel

Richard Strauss - Ernst von Schuch

rur. Ernst von Schuch (1845–1914) war der Dirigent der Uraufführung von «Feuersnot», «Salome», «Elektra» und «Der Rosenkavalier». Als (Chef-)Dirigent der Dresdner Hofoper und der Königlichen Kapelle hatte er eine wichtige und hochangesehene Position im reichsdeutschen Musikleben inne. Erhalten sind 134 Briefe oder Briefpostkarten zwischen dem Komponisten und dem Dirigenten. Sie geben plastische Einblicke ins Opern- und Musikleben jener Jahrzehnte. Abgesehen von minimalen Missverständnissen, spiegeln diese Briefdokumente eine intakte, respektvolle Beziehung unter ungleichwertigen Begabungen. Der Altersunterschied betrug immerhin beinahe eine Generation. Richard Strauss' Anreden wechseln von «Hochverehrtester Herr Hofrat» über «Verehrter Herr College» schliesslich zu «Lieber Schuch». Schuch wird gerne redselig, ausladend, während sich Strauss meistens knapp, nüchtern, sachlich ausdrückt. Der Komponist blickt auch gern in die Zukunft (der folgenden Spielzeiten), ohne dabei das bisherige Werk zu vergessen. Wie oft mahnt er den älteren Kollegen, die früheren (und weniger erfolgreichen) Opern wie «Feuersnot» und auch «Guntram» nicht im Repertoirebetrieb einschlafen und verkommen zu lassen, sondern sie immer wieder anzusetzen. Erwägungen der Tantièmen-Möglichkeiten kommen da nachdrücklich zur Sprache. Strauss ist meistens erstaunlich gut informiert, wie stark (oder auch weniger stark) der Publikumsbesuch bei den einzelnen Vorstellungen gewesen ist.

Schon der junge Richard Strauss leidet nicht an Selbstwertzweifeln («. . . um so mehr muss mir daran liegen, dass mein ‹Italien› wenigstens von den Orchestern gespielt wird, die es vollendet wiedergeben können»). Seine Sachlichkeit ist schon früh auch in seinen Briefen spürbar – und nimmt stets zu. Für Kollegentratscherei war er nicht zu haben (beispielsweise rund um Cosima Wagner) – und Schuch insistiert denn auch nicht unnötigerweise. Der Detailerörterungen sind viele. Auch Strauss weiss, wie stark der Erfolg von den Interpreten und der Umgebung abhängt. Strauss kümmert sich auch um (Neu-)Besetzungen von Nebenpartien, um Dekoration und Kostüme, um Klavierauszüge, Probeneinteilungen und um die unumgänglichen Gästelisten. Keine Einzelheit soll vernachlässigt werden. Selbst dass die Erläuterungsschrift zu «Ein Heldenleben» von Friedrich Rösch (1899) «an der Kasse Ihrem Publikum verkauft» werden kann, ist ihm einen Hinweis wert. Einmal mehr wird deutlich: Zeiteinteilung war (auch) ein wesentlicher Faktor von Richard Strauss' Lebenserfolg.

Neben Respekt herrscht in diesen Briefen auch Dankbarkeit. Ernst von Schuch ist bei seiner vielfältigen Tätigkeit – einschliesslich Gastreisen ins Ausland, wo meistens auch Strauss aufgeführt wurde – hauptsächlich dank den Dresdner Strauss-Uraufführungen (und Wiederaufnahmen) in die Dirigentengeschichte eingegangen – was er damals nicht wissen konnte, aber in einzelnen Bemerkungen ahnungsvoll durchblicken liess. Seine Briefschaften belegen anschaulich, wie Erfahrung, Klugheit, Sensibilität diese Interpretenkarriere während Jahrzehnten steigerten. – Der hübsch illustrierte Band enthält neben der Bibliographie auch die Besetzungszettel der Uraufführungen von «Feuersnot» bis «Rosenkavalier».

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel „rur“ versucht in erster Linie die Unterschiede zwischen den beiden Briefeschreibern herauszukristallisieren. So betont er die Nüchternheit und Sachlichkeit des Komponisten, der sich „meistens erstaunlich gut informiert“ zeigt, ob es nun um Zuschauerzahlen geht oder organisatorische Fragen. Selbst um Kostüme und Probenpläne habe sich Strauss selbst gekümmert. Wenig jedoch geben die Briefe in Sachen Klatsch und Tratsch her. Von Schuch zeigt sich prinzipiell wesentlich gesprächiger und ausschweifender, so „rur“, allerdings habe trotz deutlich spürbarer charakterlicher Unterschiede zwischen den beiden „eine intakte respektvolle Beziehung“ bestanden. „rur“ äußert die Vermutung, dass von Schuch sich schon früh über die Bedeutung Strauss‘ (nicht zuletzt für seine eigene Karriere) im Klaren gewesen sein muss. Abschließend findet der Rezensent noch einige lobende Worte für die Illustration des Bandes, die Bibliografie und die zwei Besetzungszettel der Uraufführungen von den Strauss-Opern „Feuersnot“ und „Rosenkavalier“.

© Perlentaucher Medien GmbH

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