... erlebt mit ihnen aufregende Abenteuer in Florida und wird darüber ganz nebenbei ein Stückchen erwachsen. Dies ist die Handlung in sehr knappen Worten zusammengefaßt. Tatsächlich hat hier die große Dame der US Literaturszene Paula Fox ein wunderbar behutsames und stimmungsvolles Porträt eines elfjährigen Jungen geschaffen, der keine Erinnerungen mehr an seine Mutter hat und vom schwerbeschäftigten Vater vernachlässigt wird. Geschrieben wurde die Erzählung bereits 1969, den Weg nach Deutschland fand sie allerdings erst jetzt und heimste sogleich den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 als bestes Kinderbuch ein.
Ivan soll im Auftrag seines Vaters gemalt werden. Seltsam eigentlich, wo der doch so versessen auf Fotografien ist. Während Ivan also dem Maler Matt Modell sitzt, soll die alte Miss Manderby durch Vorlesen einer Geschichte für Kurzweil bei Ivan sorgen. Schnell schließt Ivan die beiden ins Herz und denen geht es umgekehrt genauso. Als Matt zu einem Bekannten nach Florida aufbricht, nimmt er deshalb Miss Manderby und Ivan kurzentschlossen mit auf die Reise. Dort angekommen ist Ivan vor allem fasziniert von der fremd und exotisch anmutenden Sumpflandschaft, die er bei Genevas Bootsausfahrten hautnah erlebt. Das etwa gleichaltrige Mädchen ist aus der Nachbarschaft und erinnerte mich in ihrer Unerschrockenheit und Abenteuerlust ein wenig an Mark Twains Huckleberry Finn. Als Ivan nach einer Woche wieder zurück nach Hause muss, wird einem als Leser ganz wehmütig ums Herz. Befürchtungen kommen auf, Ivan würde nun wieder genauso einsam und verlassen sein wie zuvor, dieser Zustand dem Jungen jetzt aber weit mehr zusetzen würde, weil er von dem herrlich belebenden Gefühl, Freunde zu haben und nicht mehr allein zu sein, einmal kurz kosten durfte. Doch im letzten Kapitel weiß Paula Fox das Ruder überraschend herumzureissen, so dass man das Buch mit neuen Hoffnungen und einem leisen Lächeln im Gesicht zuklappt.